Nantua ist eine französische Kleinstadt mit Einwohnern (Stand ) im Département Ain in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie ist Unterpräfektur des Arrondissements Nantua.
Geografie Nantua liegt auf , etwa 30 Kilometer östlich von Bourg-en-Bresse und 45 Kilometer westlich von Genf (Luftlinie). Die Kleinstadt erstreckt sich im Haut-Bugey, im Jura, in der tief eingeschnittenen Cluse de Nantua, einem Quertal durch die Juraketten (Klus), am Bach Doye und am Lac de Nantua.
Die Fläche des km² großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des südlichen französischen Juras. Der zentrale Teil des Gebietes wird von der hier in Richtung Südwest-Nordost orientierten Cluse de Nantua eingenommen. Sie bildet ein Quertal, das sich von Nantua bis ins Einzugsgebiet der Valserine durch die Ketten des Hochjuras zieht. Der Talboden ist bei Nantua rund 800 m breit und steigt gegen Nordosten zum Lac de Sylans an. Nach einem im 16. Jahrhundert erfolgten Bergsturz wurde dieser See aufgestaut und besitzt einen unterirdischen Abfluss. Sein Wasser tritt in der Source de la Doye bei Les Neyrolles wieder zutage.
Flankiert wird die Cluse de Nantua auf beiden Seiten von bis zu 500 m hohen Steilhängen, die von markanten Felswänden durchzogen sind. Nördlich des Quertals befinden sich der Mont Cornet und der Mont Burdet, südlich davon der Mont Pommier (). Nach Süden erstreckt sich das Gemeindeareal über die Waldkuppen des Forêt de Combe Noire auf die Höhe Les Monts d’Ain, mit die höchste Erhebung im Gebiet von Nantua.
Nachbargemeinden von Nantua sind Apremont und Charix im Nordosten, Les Neyrolles im Osten, Saint-Martin-du-Frêne im Südwesten, Port im Westen sowie Montréal-la-Cluse im Nordwesten.
Geschichte Kaiser Karl der Kahle wurde im Oktober 877 in Nantua beerdigt, später aber in die Kathedrale von Saint-Denis umgebettet.
Während des Zweiten Weltkrieges war die Résistance in und um Nantua vergleichsweise stark. Deshalb überzogen die deutschen Besatzungstruppen den Ort mit mehreren Razzien. Bei der Razzia am 14. Dezember 1943 („rafle de Nantua“) wurden 150 Männer im Alter zwischen 18 und 40 Jahren verhaftet und großteils in das KZ Buchenwald deportiert, darunter der Vikar des Ortes, Gabriel Gay (1911–1945).P. Armand, M. Givre: Un Témoin du Christ parmi les déportés. L’abbé Gabriel Gay, vicaire de Nantua. Éditions du Témoignage chrétien, Paris 1948. Am 8. Juni 1944 wurde Nantua von den Forces françaises de l’intérieur befreit.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1946 1954 1962 1968 1990 1999 2006 2013 2021Einwohner 3265 3560 3440 3572 3602 3902 3693 3524 3449 Quellen: Cassini und INSEE
Sehenswürdigkeiten Abteikirche Saint-Michel Rathaus (Hôtel de ville) ehemaliges öffentliches Waschhaus (Lavoir)
Städtepartnerschaft Brembilla (ehemalige Gemeinde in der Provinz Bergamo, Italien) seit 2012
Kulinarisches Eine Spezialität ist die nach der Stadt benannte Flusskrebssoße Sauce Nantua, die üblicherweise zu Fischklößchen serviert wird.
Persönlichkeiten Jean-Louis Aubert (* 1955), Sänger Noël del Bello (1942–2024), Autorennfahrer und Rennstallbesitzer Robert Lestienne (1892–1944), Autorennfahrer François Lecot (1878–1959), Autorennfahrer Christiane Marchello-Nizia (* 1941), Linguistin und Hochschullehrerin Corinne Niogret (* 1972), Biathletin
Weblinks
Gemeindepräsentation (französisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Auvergne-Rhône-Alpes Kategorie:Unterpräfektur in Frankreich
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