mini|Abbild einer Karte des Kreises Elberfeld im Jahr 1829 Der Kreis Elberfeld war ein von 1816 bis 1861 bestehender Kreis im Regierungsbezirk Düsseldorf. Mit diesem gehörte er innerhalb Preußens zunächst zur Provinz Jülich-Kleve-Berg, ab 1822 zur Rheinprovinz.

Verwaltungsgeschichte Bis 1813 hatte das Gebiet in Nachfolge von Berg zum 1806 gegründeten Großherzogtum unter Napoleons Schwager Joachim Murat gehört. Nach der militärischen Niederlage der Franzosen in der Völkerschlacht bei Leipzig zogen sich diese 1813 aus den Großherzogtum vollständig zurück.

1814 kam das Großherzogtum als Generalgouvernement Berg kommissarisch unter preußische Verwaltung und wurde im Wiener Kongress 1815 endgültig Preußen zugeschlagen. Für das Generalgouvernement Berg begann Preußen bereits Ende 1813 seine eigenen Verwaltungsstrukturen auszuarbeiten und einzuführen; ein Vorgang, der 1816 abgeschlossen war. In diesem Zusammenhang erfolgte 1816 in Nachfolge des Arrondissement Elberfeld die Gründung des Kreises Elberfeld, der anfangs nur die beiden Bürgermeistereien Elberfeld und Barmen umfasste.Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1816, S. 15. Am 30. Oktober 1819 wurde zusätzlich die Bürgermeisterei Kronenberg aus dem Kreis Solingen in den Kreis Elberfeld umgegliedert.Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1819, S. 18.

Am 1. November 1820 wurde der ebenfalls 1816 gegründete Nachbarkreis Mettmann aufgelöst. Seine fünf Bürgermeistereien Haan, Hardenberg, Mettmann, Velbert und Wülfrath wurden in den Kreis Elberfeld eingegliedert.Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1820, S. 468. Der Kreis Elberfeld setzte sich seitdem wie folgt zusammen: Bürgermeisterei Städte, Dörfer, Honschaften, Bauerschaften1 Barmen Außenbürgerschaft Barmen und Stadt Barmen Elberfeld Hülsbecker Rotte, Steinbeck- und Arrenberger Rotte, Dorper Rotte, Fuhrter Rotte, Hahn und Hipkendahler Rotte, Holz und Eichholzer Rotte, Katernberger Rotte, Mirker Rotte, Pickartsberger Rotte, Uellendahler Rotte und Stadt Elberfeld Haan Honschaft Ellscheid, Honschaft Gruiten, Dorf Mittelhaan, Dorf Oberhaan, Dorf Unterhaan, Honschaft Millrath, Honschaft Obgruiten, Honschaft Schöller, Kirchspiel Sonnborn Hardenberg Bauerschaft Dilldorf, Bauerschaft Dönberg, Bauerschaft Großehöhe, Bauerschaft Kleinehöhe, Bauerschaft Kuhlendahl, Bauerschaft Nordrath, Bauerschaft Obensiebeneick, Bauerschaft Richrath, Bauerschaft Rottberg, Bauerschaft Untensiebeneick, Bauerschaft Vosnacken, Bauerschaft Walmichrath, Bauerschaft Windrath, Kirchdorf Neviges mit Außenorten (Bauerschaft Neviges), Stadt Langenberg Kronenberg Berghauser Bezirk, Dohrer Bezirk, Ruthenbecker Bezirk, Sudberger Bezirk, Stadt Kronenberg mit Dorfbezirk Mettmann Honschaft Diepensiepen, Honschaft Laubach, Honschaft Mettmann, Honschaft Niederschwarzbach, Honschaft Obmettmann, Honschaft Obschwarzbach und Stadt Mettmann Velbert Honschaft Hasselbeck, Honschaft Hetterscheidt, Honschaft Isenbügel, Honschaft Krehwinkel, Honschaft Leubeck, Honschaft Oefte, Honschaft Tüschen, Honschaft Velbert und Stadt Velbert Wülfrath Auswärtige Gemeinde Wülfrath (bestehend aus den Honschaften Erbach und Püttbach), Honschaft Flandersbach, Honschaft Rützkausen, Honschaft Oberdüssel, Honschaft Unterdüssel und Stadt Wülfrath 1Die einzelnen Dörfer, Honschaften oder Bauerschaften wurden auch als Spezialgemeinden bezeichnet.

Die meisten Bürgermeistereien im Kreis Elberfeld führten einen gemeinsamen Haushalt für die gesamte Bürgermeisterei; lediglich für die sieben „Spezialgemeinden“ in der Bürgermeisterei Haan wurden getrennte Haushalte geführt. Durch die Gemeindeordnung für die Rheinprovinz erhielten 1845 alle Gebietseinheiten, für die ein eigener Haushalt geführt wurde, den Status einer Gemeinde.Gemeindeordnung für die Rheinprovinz 1845, § 1 Die Städte Barmen, Elberfeld, Kronenberg, Mettmann, Velbert und Wülfrath erhielten 1856 außerdem die Rheinische Städteordnung. Die Bürgermeisterei Hardenberg erhielt als Langenberg mit Hardenberg 1856 ebenfalls die Rheinische StädteordnungAmtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1856, S. 497 und wurde 1859 in die Landbürgermeisterei Hardenberg, bestehend aus der Landgemeinde Hardenberg, und die Stadtbürgermeisterei Langenberg geteilt.Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1859, S. 231 Der Kreis Elberfeld umfasste danach insgesamt sieben Städte und acht Landgemeinden: Bürgermeisterei Städte und Gemeinden (1861) Barmen Barmen (Stadt) Elberfeld Elberfeld (Stadt) Haan Ellscheid, Gruiten, Haan, Millrath, Obgruiten, Schöller, Sonnborn Hardenberg Hardenberg Kronenberg Kronenberg (Stadt) Langenberg Langenberg (Stadt) Mettmann Mettmann (Stadt) Velbert Velbert (Stadt) Wülfrath Wülfrath (Stadt) Am 1. Juni 1861 schieden Barmen und Elberfeld als neue Stadtkreise aus dem Kreis Elberfeld aus. Gleichzeitig wurde aus dem verbleibenden Teil des Kreises ein neuer Kreis Mettmann mit Sitz in der Stadt Mettmann gebildet.Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf 1861, S. 251.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1816 70.577 1819 73.141 1835 97.894

Landräte 1814–1816 Heinrich Ferdinand Philipp von Sybel (kommissarisch im Generalgouvernement Berg) 1816–1847 Carl Theodor von Seyssel d’Aix 1847–1848 Wilhelm August Bredt (auftragsweise) 1848 Albert Jung (auftragsweise) 1848–1851 Karl Friedrich Melbeck (auftragsweise) 1851–1859 Otto von Diest 1859 Karl Friedrich Favreau (auftragsweise) 1859–1861 Hermann Hirsch (auftragsweise)

Siehe auch Kreisreformen in Preußen

Literatur Uebersicht der Verwaltung des Kreises Elberfeld im Jahre 1842, mit besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse des Jahres 1816. Sam. Lucas, Elberfeld 1843. () Max Bär: Die Behördenverfassung der Rheinprovinz seit 1815. (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde XXXV), Droste Verlag, Düsseldorf 1998 (Zweiter Nachdruck der Ausgabe Bonn 1919), ISBN 3-7700-7600-1, S. 244.

Einzelnachweise

Elberfeld Elberfeld Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit (Wuppertal) Kategorie:Geschichte (Kreis Mettmann) Elberfeld Kategorie:Aufgelöst 1861