Das Dorf Burghasungen ist ein südsüdwestlicher Stadtteil von Zierenberg im nordhessischen Landkreis Kassel.
Geographische Lage mini|Burghasungen mit Burghasunger Berg vom Bärenbergturm betrachtet Burghasungen liegt 15,5 km westlich der Innenstadt von Kassel im Naturpark Habichtswald zwischen dem Habichtswalder Ortsteil Ehlen im Osten, dem Zierenberger Stadtteil Oelshausen im Südwesten und dem Wolfhager Stadtteil Wenigenhasungen im Westnordwesten. Das Dorf liegt auf der Westflanke des hohen Burghasunger Bergs (auch Hasunger Berg genannt) und zählt zu den Gemeinden des oberen Warmetals.
Vom Burghasunger Berg, auf dem einst das Kloster Hasungen stand, geht die Aussicht unter anderem auf den Hohen Habichtswald, den Dörnberg und ins Wolfhager Land mit der Weidelsburg.
Geschichte mini|Burghasungen, 1850 mini|Ruine des Klosters Hasungen
Ortsgeschichte Die Geschichte Burghasungens ist eng mit dem Kloster Hasungen verbunden, in dessen Gründungsurkunde im Jahr 1074 der Ort erstmals erwähnt wird. Doch in der Vita Haimeradi, der Lebensbeschreibung des heiligen Heimerad, der im Jahr 1016 auf dem Burghasunger Berg die Unterhaltung einer kleinen Kapelle übernommen hatte, wird bereits von Einwohnern gesprochen, die der Heilige um Erlaubnis zur Bewirtschaftung der Kapelle befragt. Im 11. Jahrhundert wurde das Benediktinerkloster über dem Grab Heimerads gegründet. Das Kloster existierte bis zur Reformation, die 1527 durch Philipp den Großmütigen in Hessen-Kassel eingeführt wurde. Bis dahin war das Kloster eine Wallfahrtsstätte zu dem als Heiligen verehrten Heimerad. Nach Einführung der Reformation verfiel das Kloster zur Ruine und wurde im Dreißigjährigen Krieg mehrfach geplündert. Bevor im Jahr 1800 eine neue Kirche eingeweiht wurde, benutzten die Burghasunger die letzte verbliebene Klosterkirche. 1876 schlug ein Blitz in den noch erhaltenen Klosterturm und zerstörte diesen. Seitdem sind nur noch wenige Steinreste vorhanden, aus denen eine Mauer vom Umriss der Westseite des Turmes rekonstruiert wurde.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Burghasungen am 1. Februar 1971 auf freiwilliger Basis in die Stadt Zierenberg eingemeindet. Für Burghasungen wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Burghasungenangehört(e):
vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Vogtei Hasungen ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Vogtei Hasungen 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Vogtei Hasungen ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Vogtei Hasungen 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Hoof ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Vogtei Hasungen ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis WolfhagenVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 71. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis WolfhagenTrennung zwischen Justiz (Amtsgericht Zierenberg) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Wolfhagen ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011 in Burghasungen 948 Einwohner. Darunter waren 21 (2,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 138 Einwohner unter 18 Jahren, 345 zwischen 18 und 49, 237 zwischen 50 und 64 und 228 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 396 Haushalten. Davon waren 108 Singlehaushalte, 114 Paare ohne Kinder und 135 Paare mit Kindern, sowie 30 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 69 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 282 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon 1510: 22 Haushaltungen 1585: 33 Haushaltungen 1747: 44 Haushaltungen
Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1885: 422 evangelische (= 99,53 %), zwei katholische (= 0,47 %) Einwohner • 1961: 551 evangelische (= 96,50 %), 18 katholische (= 3,15 %) Einwohner
Kultur und Sehenswürdigkeiten Burghasungen verfügt über ein auf dem alten Feuerwehrhaus errichtetes Heimatmuseum zur Geschichte des Dorfes und des Klosters Hasungen sowie eine Freilichtbühne Bergbühne Burghasungen an der Westflanke des Burghasunger Bergs. Sehenswert sind die Reste der Klosterruine und die evangelische Dorfkirche von 1800 mit historischem Grabstein, dem Grabmal des Siegfried von Eppstein, 25. Abt des Klosters Fulda (1058–1060) und Erzbischof von Mainz (1060–1084).
Wirtschaft und Infrastruktur Öffentliche Einrichtungen Burghasungen verfügt unter anderem über ein Dorfgemeinschaftshaus mit Bücherei und einen Kindergarten.
Verkehr Burghasungen befindet sich ungefähr 500 m nordwestlich der Anschlussstelle Zierenberg der in Nord-Süd-Richtung das Dorf passierenden Bundesautobahn 44 (Dortmund–Kassel), die dort Anbindung an die südlich verlaufende Bundesstraße 251 (Brilon–Kassel) hat. Von der B 251 führt die Kreisstraße K 99 nordnordwestwärts durch das Dorf.
Außerdem verkehrt des Tags stündlich die Buslinie 110 in Richtung Kassel sowie abends und nachts auch Richtung Wolfhagen.
Persönlichkeiten Anton Wilhelm Horst (1714–1789), Baubeamter
Literatur
Weblinks
Kernstadt und Stadtteile. In: Webauftritt der Stadt Zierenberg.
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Kassel Kategorie:Ortsbezirk von Zierenberg Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kassel) Kategorie:Ersterwähnung 1074 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971