Königslutter am Elm ist eine Stadt im Osten von Niedersachsen im Landkreis Helmstedt.

Geografie

Lage Die Stadt liegt mitten im Naturpark Elm-Lappwald und an der Nord-Ost-Seite des bewaldeten Höhenzugs Elm. Die nächsten Großstädte sind Braunschweig etwa 23 km westlich und Wolfsburg etwa 20 km nördlich; die Kreisstadt Helmstedt liegt etwa 15 km östlich von Königslutter. Durch Königslutter führt die Deutsche Fachwerkstraße. Höchster natürlicher Punkt der Gemeinde und zugleich vom Landkreis Helmstedt ist mit 312 m ü. NHN der Nordhang des Drachenberges, dessen Gipfel sich schon im Landkreis Wolfenbüttel befindet.

Nachbargemeinden Folgende Städte und Gemeinden grenzen an Königslutter (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend):

Wolfsburg, Groß Twülpstedt, Rennau, Süpplingenburg, Süpplingen, Räbke, Schöppenstedt, Evessen, Erkerode, Cremlingen und Lehre.

Stadtgliederung Die Stadt Königslutter am Elm ist eine Einheitsgemeinde und besteht aus folgenden Stadtteilen: Beienrode Boimstorf Bornum am Elm Glentorf Groß Steinum Klein Steimke Königslutter (Kernstadt mit Hagenhof und Schoderstedt) (PDF), abgerufen am 28. Oktober 2014. Lauingen Lelm Ochsendorf Rhode (mit Bisdorf) Rieseberg Rotenkamp Rottorf Scheppau Schickelsheim Sunstedt Uhry

Zu Königslutter am Elm gehört ferner auch die Siedlung Langeleben im Elm.

Geschichte Name Die Stadt Königslutter am Elm war ursprünglich ein Dorf mit dem Namen Lutter. 1135 wurde es erstmals urkundlich als Lûtere erwähnt, ist aber vermutlich wesentlich älter. Die Benennung erfolgte nach dem Bach Lutter, der in Ortsnähe einer starken Quelle entspringt. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts setzte sich der Name Königslutter als Konnigesluttere durch, wobei das König an den König und späteren Kaiser Lothar von Süpplingenburg erinnert.

Entwicklung mini|hochkant=1.6|Merian-Kupferstich von Königslutter um 1650: Links der Ort, rechts Kaiserdom Königslutter Um 1200 entstand die Burg Lutter im Bereich des heutigen Amtsgerichtes. 1318 wurde das Dorf Lutter Marktflecken unter der Bezeichnung forum Luttere und erhielt von den Braunschweiger Herzögen um 1400 die Stadtrechte verliehen. Zwischen dem Stift mit dem Kaiserdom und dem Dorf gab es die Ansiedlung Oberlutter. Vermutlich im späten 13. oder frühen 14. Jahrhundert entstand eine Stadtmauer. Sie umgab anfangs nur den Bereich um den Markt, wurde aber nach einer Stadterweiterung im 15. Jahrhundert ausgeweitet. Nachdem die Mauer keine praktische Bedeutung mehr hatte, wurde sie bis auf ein etwa 100 Meter langes, heute denkmalgeschütztes Stück abgetragen. bei Stadt Königslutter. Im Jahr 2017 entstand eine öffentliche Diskussion um Pläne zum Abriss eines weiteren Stücks der Mauer, um einen Discountladen zu bauen.Tino Nowitzki: Aldi statt Stadtmauer in Königslutter? ndr.de, 29. Dezember 2017. Die Pläne wurden fallengelassen.Königslutter: Aldi-Neubau steht vor dem Aus. ndr.de, 21. November 2018.

Die günstige Verkehrslage an der Handelsstraße Braunschweig–Magdeburg (der heutigen B 1), der Elmkalksteinhandel, die Wallfahrten zum Kaiserdom und das Duckstein-Bier haben die Entwicklung Königslutters begünstigt. 73 Brauhäuser waren berechtigt, das obergärige Weizenbier mit dem kalkhaltigen Bachwasser der Lutter zu brauen. Viele der alten Fachwerkhäuser sind heute aufgrund ihrer geräumigen Diele und großen Gewölbekeller als frühere Brauhäuser zu erkennen. Duckstein-Bier wurde in großen Mengen in die Städte Magdeburg, Halle, Leipzig, Berlin, Hamburg und Kassel sowie bis in die Niederlande exportiert. Sehr geschätzt wurde es am Hof des preußischen Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I.

Die Rats-Apotheke besteht seit 1561. Im Jahre 1571 wurde beim Brand des Rathauses das Stadtarchiv vernichtet, was größere Lücken in der Überlieferung der örtlichen Siedlungsgeschichte hinterließ.

Eine Postexpedition bestand in Königslutter seit dem 17. Jahrhundert. Zur Darstellung der Postgeschichte siehe: Postroute Braunschweig–Helmstedt–Magdeburg.

Von 1796 bis 1799 betrieb der Begründer der Homöopathie Samuel Hahnemann eine Arztpraxis im Ort, verließ Königslutter aber bald, da er wegen seiner selbst hergestellten Medikamente von Apothekern angefeindet wurde.

1865 wurden das erste Gebäude des heutigen AWO Psychiatriezentrums eröffnet.

Am 1. Januar 1924 wurden die beiden bis dahin selbstständigen Gemeinden Oberlutter und Stift Königslutter nach Königslutter eingemeindet. Am 17. August 1936 bekam Königslutter einen Autobahnanschluss durch die Reichsautobahn Nr. 6, die heutige Bundesautobahn 2.

Infolge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa von 1945–1950 hatte sich die Einwohnerzahl Königslutters von 5823 (1939) auf 9096 (1950) vergrößert, davon waren 1950 2909 Heimatvertriebene.

Eine weitere große Eingemeindung fand 1974 statt, als die 17 Ortsteile Beienrode, Boimstorf, Bornum am Elm, Glentorf, Groß Steinum, Klein Steimke, Lauingen, Lelm, Ochsendorf, Rhode, Rieseberg, Rotenkamp, Rottorf, Scheppau, Schickelsheim, Sunstedt und Uhry hinzukamen und die Bevölkerung damit auf mehr als 16.000 Einwohner anstieg. koenigslutter.de; abgerufen am 20. Januar 2020

Im Jahr 2008 war Königslutter Ausrichter des Kulturfestes Tag der Braunschweigischen Landschaft.

Einwohnerentwicklung Jahr 1821 1849 1871 1905 1925 1939 1950 1956 1974 2002 2020 Einwohner 2.707 2.983 4.112 6.286 5.718 5.823 9.096 8.843 9.532/16.812 16.582 15.930 Die Einwohnerzahlen von 1974 beziehen sich auf den Stand vor/nach der Eingemeindung.

Konfessionsstatistik Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung sinkt. Gemäß dem Zensus 2022 waren (Stand Mai 2022) 43,1 % der Einwohner evangelisch, 7,9 % katholisch und 49,0 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bevölkerung kompakt (Gebietsstand 15.05.2022, Religion)

Kaiserdom

mini|Kaiserdom Königslutter (Westseite) Wahrzeichen des Ortes ist der Kaiserdom Königslutter, die ursprüngliche Benediktiner-Abteikirche St. Peter und Paul.

Kaiser Lothar III. ließ das Kirchengebäude 1135 als Klosterkirche des von ihm gleichzeitig gegründeten Benediktinerklosters errichten. Der Bauherr, der dort mit seiner Gattin Richenza und seinem Schwiegersohn Heinrich dem Stolzen begraben liegt, schuf ein monumentales Gotteshaus.

Vom Gründer mit vielen Reliquien ausgestattet, entwickelte sich die Kirche im späten Mittelalter zu einem bekannten Wallfahrtsort. Hauptwallfahrtstag war der 29. Juni, der Peter-und-Pauls-Tag als Namenstag der beiden Kirchenheiligen. Wallfahrer kamen aus Lübeck, Lüneburg, dem Rheinland und Thüringen.

Die heute Kaiserdom genannte Abteikirche ist eine kreuzförmige Pfeilerbasilika, die das erste Großgewölbe nördlich des Harzes darstellt. Sehenswert sind die Bildhauerarbeiten lombardischer Steinmetze und der Kreuzgang, der mit seinem Reichtum an ornamentierten Säulen und Kapitellen zu den schönsten Deutschlands zählt.

mini|Kaiser-Lothar-Linde Die fast 900 Jahre alte Kaiser-Lothar-Linde vor dem Dom ist ein Naturdenkmal von überregionaler Bedeutung. Ihr Stammumfang beträgt 12,37 m (2015). Seit 1986 besteht das Kaiserdom-Museum in einer ehemaligen Steinmetzschule.

Politik Rat Der Rat der Stadt Königslutter setzt sich derzeit aus 30 Ratsmitgliedern zusammen. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 12. September 2021 wie folgt dar:

Parteien und Wählergemeinschaften % 2021 Sitze 2021 % 2016 Sitze 2016 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 33,95 10 37,11 11 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 33,11 10 36,43 11 GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,56 4 4,08 3 AfD Alternative für Deutschland 6,59 2 0,00 0 UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 7,17 2 10,69 3 FDP Freie Demokratische Partei 6,61 2 4,30 1 EB Einzelbewerber Weihe - - 2,36 1 gesamt 100 30 100 30 Wahlbeteiligung in % 62,27 % 57,55 % Es wurden folgende Gruppen gebildet:

CDU / FDP / UWG SPD / Grüne

Bürgermeister Seit dem 1. November 2011 ist Alexander Hoppe (SPD) Bürgermeister der Stadt Königslutter. Hoppe gewann im Jahr 2011 die Wahl zum Bürgermeister mit 31,32 %. Sein Gegenkandidat Martin Knof (CDU) erreichte 31,11 %, bei einem Unterschied von 17 Stimmen. Am 26. Mai 2019 wurde Alexander Hoppe erneut zum Bürgermeister der Stadt Königslutter gewählt.

Liste der Bürgermeister:Ernst Nast: Die Bürgermeister (auch Schultheiß genannt) der Stadt Königslutter und ihre Amtszeiten nach der Reformation. 1999.

Die Direktwahl zum Bürgermeister in der Stadt Königslutter vom 26. Mai 2019 stellt sich wie folgt dar: Parteien und Wählergemeinschaften % 2019 Hoppe, Alexander (SPD) Sozialdemokratische Partei Deutschlands 57,88 Thiele, Stefan (CDU) Christlich Demokratische Union Deutschlands 42,12 gesamt 100,00 Wahlbeteiligung in % 66,69

Ortschaft Königslutter Seit dem 10. November 2016 ist Kurt Bötel (CDU) Ortsbürgermeister von Königslutter.

Der Ortsrat von Königslutter setzt sich derzeit aus elf Ratsmitgliedern zusammen. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 12. September 2021 wie folgt dar: Parteien und Wählergemeinschaften % 2021 Sitze 2021 % 2016 Sitze 2016 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 34,67 4 35,47 4 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,40 4 36,02 4 GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,50 1 10,75 1 UWG Unabhängige Wählergemeinschaft 16,43 2 17,75 2 gesamt 100 11 100 11 Wahlbeteiligung in % 56,00 % 51,31 %

Geplante Fusion Der Rat der Stadt beschloss am 14. März 2013 einstimmig die Aufnahme von Verhandlungen über einen Zusammenschluss mit der Stadt Wolfsburg. Der Rat der Stadt Wolfsburg stimmte am 13. März 2013 ebenfalls einstimmig für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen. 2014 wurden die Fusionspläne fallen gelassen.

Wappen Das Wappen von Königslutter ist zum ersten Mal in einer Urkunde vom 10. August 1470 nachgewiesen. Wahrscheinlich ist es noch älter und stammt aus der Zeit zwischen 1400 und 1409. links|75px Im goldenen Schild erhebt sich aus den silbernen Wellen der Lutter ein blauer Löwe. Es ist der landesherrlich-welfische Löwe in seiner lüneburgischen Gestalt, obwohl Königslutter nicht zum lüneburgischen Teil der welfischen Lande gehörte.

Zwischenzeitlich färbte man den Löwen rot auf weißem Hintergrund. Womöglich stand das Wappen der Stadt Braunschweig als Vorbild. Diese Färbung war historisch unbegründet, da nicht die Stadt, sondern der Herzog der Erteiler aller Privilegien und Förderer des Ortes war.

Ein Beschluss des braunschweigischen Prinzregenten Albrecht vom 14. August 1905 bereinigte die Situation und setzte Gestalt und Färbung des Wappens in der heutigen Form fest.Arnold Rabbow: Neues Braunschweigisches Wappenbuch. Braunschweiger Zeitungsverlag, Meyer Verlag, Braunschweig 2003, ISBN 3-926701-59-5, S. 107.

mini|hochkant=0.7|Kirche St. Sebastian nahe Marktplatz mit Rathaus

Städtepartnerschaften Gommern, Deutschland, seit 29. Juni 1990 Taunton, Vereinigtes Königreich, seit 4. September 1992 Opalenica, Polen, seit 3. Oktober 1998 Reinbek, Deutschland, seit 1961

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen Museen der Stadt Königslutter mit: Museum zur Stadtgeschichte Dombauhütte Museum Mechanischer Musikinstrumente (MMM) und Dom- und Steinmetzmuseum Otto-Klages-Sammlung (geologische Privatsammlung) Geopark-Informationszentrum (GeoPark Harz. Braunschweiger Land. Ostfalen – Teilgebiet Braunschweiger Land) Freilicht- und Erlebnismuseum Ostfalen (FEMO) e. V. Frauenkulturmuseum (2010 gegründet) koenigslutter.de, abgerufen am 21. August 2020.

Bauwerke mini|Lutterquelle mit Quellenhaus Marktplatz mit Stadtkirche Stiftskirche St. Peter und Paul (Kaiserdom) mit Kaiser-Lothar-Linde