mini|Gründer Eli Lilly mini|Apotheke von Eli Lilly 1885 mini|Zentrale in Indianapolis mini|Deutschlandzentrale in Bad Homburg Eli Lilly and Company (kurz Lilly) ist ein international tätiges forschendes Pharmaunternehmen mit mehr als 51.100 Mitarbeitern, davon über 12.700 im Bereich Forschung und Entwicklung (Stand Juni 2026). Namensgeber des Unternehmens ist der Apotheker Eli Lilly, der den Konzern 1876 in Indianapolis (Indiana, USA) gründete. Lilly erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 65,179 Milliarden US-Dollar.
Geschichte 1923 brachte Lilly das erste Insulinpräparat (Iletin) für den bis dahin tödlichen Diabetes mellitus auf den Markt. In den Dreißigerjahren produzierte das Unternehmen auch Phagentherapeutika, bis Lilly im Jahr 1943 als erstes Unternehmen mit der Massenproduktion des Antibiotikums Penicillin begann, welches die Phagentherapeutika ersetzte. In den Fünfzigerjahren wirkte Lilly an der Produktion des von Jonas Salk entwickelten ersten Impfstoffs gegen Kinderlähmung (Polio) mit.Ralf Heidenreich: Wer ist das Pharmaunternehmen Eli Lilly?. In: Wiesbadener Kurier. 8. Dezember 2023. 1958 brachte das Unternehmen das selbst entwickelte Antibiotikum Vancomycin auf den Markt, welches seitdem zu den wichtigsten Mitteln gegen schwere bakterielle Infektionen zählt.
Im Jahr 1982 führte Lilly das weltweit erste gentechnisch hergestellte Insulinpräparat ein. Vier Jahre später wurde der selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Fluoxetin unter dem Handelsnamen Prozac (in Deutschland Fluctin) erstmals zur Behandlung von Depressionen zugelassen (zunächst in Belgien, ein Jahr später dann auch in den USA). In den Folgejahren stieg Lilly zu einem der führenden Pharmaunternehmen auf.Siegfried Hofmann: Eli Lilly will Biotech-Sparte ausbauen. In: Handelsblatt. 17. Mai 2004.
Im Jahr 1995 erhielt das Zytostatikum Gemcitabin die europäische Zulassung für die Behandlung von bestimmten fortgeschrittenen Pankreaskarzinomen. Das Medikament galt lange Zeit als Standardtherapeutikum für diese Indikationen. Im Folgejahr brachte Lilly das atypische Neuroleptikum Olanzapin auf den Markt, welches in bestimmten Bereichen weniger Nebenwirkungen als Neuroleptika der ersten Generation zur Behandlung von Schizophrenie aufweist.
2002 wurde das von Lilly hergestellte Medikament Cialis (Tadalafil) zur Behandlung von erektiler Dysfunktion in der EU zugelassen. Zwei Jahre später, im September 2004, wurde der Arzneistoff Pemetrexed (Alimta) zur Behandlung von Krebserkrankungen zugelassen. Im Jahr 2008 übernahm Lilly nach einem Bieterwettstreit mit Bristol-Myers Squibb das amerikanische Biotech-Unternehmen ImClone. Das Unternehmen entwickelte unter anderem einen monoklonalen Antikörper (Cetuximab) für die Krebstherapie.Imclone Systems Kampf gegen den Krebs. In: Wirtschaftswoche. 20. April 2000.
Im November 2002 gaben Boehringer Ingelheim und Eli Lilly and Company eine internationale Vereinbarung für die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung von Duloxetin zur Behandlung von Belastungsinkontinenz und Depression bekannt. Die Allianz wurde im März 2010 beendet. Im Januar 2011 starteten die beiden Unternehmen eine Entwicklungs- und Vermarktungsallianz für Diabetesmedikamente. 2014 kam der SGLT-2-Inhibitor Empagliflozin (Jardiance) auf den Markt.
Am 22. April 2014 übernahm Lilly für 5,4 Milliarden US-Dollar die Tierarzneimittelsparte von Novartis. Drei Jahre später begann Eli Lilly and Company mit den Planungen zur Abspaltung seiner Tiergesundheitssparte Elanco Animal Health. Zunächst wurden 2018 knapp 20 % der Anteile an die Börse gebracht. Seit März 2019 ist Elanco komplett unabhängig.
2016 wurde der Wirkstoff Ixekizumab unter dem Namen Taltz zur Behandlung von Schuppenflechte bei Erwachsenen zugelassen. 2017 erhielt Taltz ebenfalls die Zulassung für aktive Psoriasisarthritis und 2020 wurde es für die Behandlung von axialer Spondyloarthritis zugelassen. Taltz ist seit 2025 in der EU auch für die Behandlung der Juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) bei Kindern ab 6 Jahren zugelassen.Ixekizumab mit erweitertem Behandlungsspektrum, in: Ärzte Zeitung, Heft 44-45/2025, S. 42
Ab dem Jahr 2017 stand mit Baricitinib in Europa erstmals ein Vertreter der Januskinasen-Hemmer zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis zur Verfügung. Der von Lilly entwickelte Arzneistoff hemmt ein Enzym, das am Entzündungsgeschehen beteiligt ist. Später wurden mit Atopischer Dermatitis und Alopecia areata weitere Anwendungsgebiete zugelassen. Abemaciclib wurde seit dem 27. September 2018 in der Europäischen Union als dritter CDK4/6-Inhibitor zur Behandlung von Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs zugelassen. Die Zulassung zur Therapie der Juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) erfolgte in der EU 2023.
Im Jahr 2021 entwickelte Lilly zwei neue Medikamente für die Behandlung von Patienten mit einem hohen Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf: den neutralisierenden Antikörper Bamlanivimab sowie eine Kombination von Bamlanivimab und Etesevimab. Da das Unternehmen nicht mit einer steigenden Nachfrage für den Antikörper-Cocktail in Europa rechnete, stoppte die Europäische Arzneimittel-Agentur auf Bitte des Unternehmens das Rolling-Review-Verfahren. Dadurch wurde keine reguläre Zulassung erteilt, die monoklonalen Antikörper dürfen jedoch nach nationalen Vorgaben weiterhin verwendet werden.
2022 wurde mit dem Lilly-Wirkstoff Tirzepatid, ein dualer GLP-1/GIP-Rezeptoragonist, eine neue Klasse von Medikamenten entwickelt, um dem Typ-2-Diabetes sowie den Begleit- und Folgeerkrankungen entgegenzuwirken. Tirzepatid ist unter dem Handelsnamen Mounjaro sowohl in den USA als auch in Europa als Ergänzung zu Diät und Bewegung zugelassen, um die glykämische Kontrolle bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes zu verbessern. Abemaciclib war am dem 27. September 2018 in der Europäischen Union als dritter CDK4/6-Inhibitor zur Behandlung von Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs zugelassen worden. Im Jahr 2022 erhielt Abemaciclib eine Zulassungserweiterung für Patienten mit Brustkrebs mit einem positiven Status für den Hormonrezeptor und negativen Status für den humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor im frühen Stadium.
Im Jahr 2023 erfolgte die EU-Zulassung für Mirikizumab, das erste Medikament des Unternehmens in der Gastroenterologie. Mirikizumab ist für die Behandlung von Colitis ulcerosa bei erwachsenen Patienten indiziert. Im selben Jahr begann Lilly seine Tätigkeit im Bereich der Hämato-Onkologie, indem Pirtobrutinib die EU-Zulassung für Patienten mit Mantelzelllymphom, einer seltenen, aber oft aggressiven Form von Blutkrebs, erhielt.
Lilly kündigte im November 2023 auf Pressekonferenzen in Berlin und Alzey an, 2,3 Milliarden Euro in den Bau einer Produktionsanlage in Alzey (Rheinland-Pfalz) investieren zu wollen. Der neue Produktionsstandort soll 2027 in Betrieb genommen werden und bis zu 1000 Arbeitskräfte beschäftigen. Am 8. April 2024 wurde der symbolische Spatenstich für das Bauvorhaben gesetzt. Die eigentlichen Bauarbeiten begannen am 1. Juli 2024. Im Dezember 2024 wurde mit dem Rohbau einiger Gebäude begonnen.
Zudem wurde im Jahr 2023 Tirzepatid (Zepbound) in den USA für die Indikation Gewichtsmanagement bei Personen mit Adipositas sowie Übergewicht mit weiteren gewichtsbedingten Erkrankungen zugelassen. Im selben Jahr erfolgte die EU-Zulassung in der Indikation Gewichtsmanagement, einschließlich Gewichtsabnahme und Gewichtserhaltung, hier unter dem Handelsnamen Mounjaro. Im Juli 2024 erfolgte die Zulassung für Donanemab (Handelsname Kisunla) durch die U.S. Food and Drug Administration (FDA). Das Medikament wird zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit eingesetzt. Die EU-Zulassung folgte im Jahr 2025.
2024 schloss Lilly eine Kooperation mit der britischen Regierung. Diese will in den kommenden zehn Jahren übergewichtige Briten auf Staatskosten mit Tirzepatid zur Gewichtsreduktion behandeln, um das Gesundheitssystem zu entlasten.Bettina Knipp: Staatlich verordnete Abnehmspritze. In: Die Zeit. 18. Oktober 2024. Hennrik Bahlmann: Britische Regierung empfiehlt übergewichtigen Arbeitslosen Abnehmspritze. In: Der Spiegel. 15. Oktober 2024.
Seit 2025 ist das Medikament Omvoh (Mirikizumab) auch für die Behandlung von Morbus Crohn zugelassen. Im selben Jahr erhielt Lilly die Zulassung für den Östrogenrezeptor-Antagonisten Imlunestrant (Inluriyo) für Erwachsene mit ER-positivem, HER2-negativem, ESR1-mutiertem, fortgeschrittenem bzw. metastasiertem Brustkrebs, deren Erkrankung nach mindestens einer Linie einer endokrinen Therapie weiter fortgeschritten ist.
Unternehmensstruktur Eli Lilly and Company gilt als der wertvollste internationale Pharmakonzern (Stand 2025; gemessen am Börsenwert). Der Hauptsitz ist in Indianapolis, USA. Insgesamt unterhält Eli Lilly and Company Forschungseinrichtungen in acht und Produktionsstandorte in neun Ländern. Darüber hinaus werden klinische Studien in mehr als 55 Ländern durchgeführt.
Mit einer Marktabdeckung in rund 90 Ländern erwirtschaftete der Konzern 2025 einen internationalen Umsatz in Höhe von 65,179 Milliarden US-Dollar. Etwa 20,5 % (2025: 13,3 Mrd. USD) des jährlichen Umsatzes investiert Lilly in den Bereich Forschung und Entwicklung. Größte Anteilseigner neben dem Lilly Endowment sind Vanguard (8,96 Prozent) und BlackRock (7,33 Prozent).
Im Geschäftsjahr 2024 waren die umsatzstärksten Wirkstoffe des Unternehmens Mounjaro (Tirzepatid), Verzenio (Abemaciclib), Trulicity (Dulaglutid), Zepbound (Tirzepatid), Jardiance (Empagliflozin), Taltz (Ixekizumab), und Humalog (Insulin lispro). Wie Karim Serrar in den Schweizer Aktien schreibt, übertreffe Lilly durch seine biotechnologischen Innovationen größere Pharmaunternehmen wie Merck & Co. sowie Pfizer bezüglich der Marktkapitalisierung.
Lilly Deutschland Die Lilly Deutschland GmbH ist ein Tochterunternehmen von Eli Lilly and Company mit Hauptsitz in Bad Homburg vor der Höhe (Hessen).Lilly Deutschland Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Bad Homburg v. d. Höhe, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1.1.2022 bis zum 31.12.2022, veröffentlicht im Bundesanzeiger am 17. August 2023, abgerufen am 26. Februar 2024. Die deutsche Niederlassung wurde am 12. Mai 1960 zunächst in Frankfurt am Main gegründet; aus Kostengründen wurde der Sitz dann nach Gießen, später nach Bad Homburg verlegt (wobei das Distributionszentrum in Gießen bis 2014 unterhalten wurde).kw: Standort Gießen hatte Schlüsselrolle beim Erfolg. In: Gießener Allgemeine, Nummer 234, 8. Oktober 2010, S. 26.
Lilly Deutschland beschäftigt in Deutschland 1273 Mitarbeiter (Stand: 31. Dezember 2025). Im selben Geschäftsjahr erwirtschaftete das Unternehmen einen Jahresumsatz in Höhe von 2300 Millionen Euro. Seit Juni 2023 ist Alexander Horn Geschäftsführer des Unternehmens.
Das 2024 verabschiedete Medizinforschungsgesetz sah in der Entwurfsfassung entgegen Positionen früherer Bundesregierungen die Vertraulichkeit von Erstattungsbeträgen vor und löste entsprechende Irritationen unter Krankenversicherungsverbänden aus. In einigen Medienberichten zum Gesetzesentwurf wurde mit dem Begriff „Lex Lilly“ auf eine mutmaßlich einseitige Veränderung der Rechtslage zugunsten des Unternehmens im Zusammenhang mit seiner Investition am Standort Alzey hingewiesen. In der letztlich verabschiedeten Version des Medizinforschungsgesetzes wurde die Vertraulichkeit von Erstattungsbeträgen an strengere Voraussetzungen gekoppelt. Aus Sicht der pharmazeutischen Industrie sei die Regelung damit so unattraktiv, dass sie in der Praxis keine Rolle spiele und zum Nischenthema herabgestuft werde.
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