Die Schlangenmakrelen (Gempylidae) sind eine Familie von Raubfischen aus der Gruppe der Barschverwandten (Percomorphaceae). Sie leben in wärmeren Bereichen des Atlantiks, Pazifiks, Indischen Ozeans und im Mittelmeer, in tieferen Zonen unter 100 Meter. Nachts wandern sie aufwärts.
Merkmale Schlangenmakrelen haben einen länglichen, abgeflachten oder spindelförmigen Körper. Die mit Fangzähnen besetzte Mundspalte reicht bis zu den Augen, der Unterkiefer des spitzen Mauls steht etwas vor. Das Maul ist nicht vorstülpbar (nicht protraktil). Die Zähne sind lang, die Kiemenspalten groß.
Die erste, von Hartstrahlen getragene Rückenflosse ist lang, die zweite mit Weichstrahlen ist bei vielen Arten viel kürzer. Die Schwanzflosse ist gegabelt, die Bauchflossen sind klein oder fehlen, die Afterflosse steht der zweiten Rückenflosse symmetrisch gegenüber, kann aber auch fehlen. Die Afterflosse wird von drei Flossenstacheln und 8 bis 35 Weichstrahlen gestützt. Wie für Makrelenfische typisch haben die Tiere kleine Flossen zwischen zweiter Rücken- bzw. Afterflosse und der Schwanzflosse. Die Brustflossen setzen hoch an. Der Rücken ist bläulich oder braun, die Seiten silbrig. Die 22 Zentimeter bis 2 Meter langen Tiere sind schnelle Raubfische, die sich von anderen Fischen, Krebsen und Tintenfischen ernähren. Das Fleisch der Schlangenmakrelen ist ölig.
Systematik Es gibt 25 Arten in 15 Gattungen. mini|Kopf von Gempylus serpens mini|Nesiarchus nasutus mini|Promethichthys prometheus mini|Rexea bengalensis mini|Ruvettus pretiosus mini|Thyrsites atun
Diplospinus Diplospinus multistriatus Maul, 1948 Epinnula Epinnula magistralis Poey, 1854 Epinnula pacifica Ho et al., 2017 Gempylus Gempylus serpens Cuvier, 1829 Nealotus Nealotus tripes Johnson, 1865 Neoepinnula Neoepinnula americana (Grey, 1953) Neoepinnula minetomai Nakayama et al., 2014 Neoepinnula orientalis (Gilchrist & von Bonde, 1924) Nesiarchus Nesiarchus nasutus Johnson, 1862 Paradiplospinus Paradiplospinus antarcticus Andriashev, 1960 Paradiplospinus gracilis (Brauer, 1906) Promethichthys Promethichthys prometheus (Cuvier, 1832) Rexea Rexea alisae Roberts & Stewart, 1997 Rexea antefurcata Parin, 1989 Rexea bengalensis (Alcock, 1894) Rexea brevilineata Parin, 1989 Rexea nakamurai Parin, 1989 Rexea prometheoides (Bleeker, 1856) Rexea solandri (Cuvier, 1832) Rexichthys Rexichthys johnpaxtoni Parin & Astakhov, 1987 Ruvettus Ruvettus pretiosus Cocco, 1833 Thyrsites Thyrsites atun (Euphrasen, 1791) Thyrsitoides Thyrsitoides marleyi Fowler, 1929 Thyrsitops Thyrsitops lepidopoides (Cuvier, 1832) Tongaichthys Tongaichthys robustus Nakamura & Fujii, 1983
Fossilbefund Mit Epinnula cancellata aus dem unteren Oligozän des Iran und Hemithyrsites maicopicus aus dem unteren Miozän von Aserbaidschan sind auch zwei fossile Schlangenmakrelen bekannt.Karl Albert Frickhinger: Fossilien-Atlas Fische. Mergus – Verlag für Natur- und Heimtierkunde Baensch, Melle 1991, ISBN 3-88244-018-X.
Nutzung Der Ölfisch (Ruvettus pretiosus) wird in Deutschland unter den Handelsnamen „Butterfisch“ oder „Buttermakrele“ häufig als Räucherfisch, aber auch als gefrorenes oder frisches Filet vermarktet. Er stammt als Beifang aus der Tiefseefischerei vor der südafrikanischen und südostasiatischen Küste. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät zur Vorsicht beim Verzehr dieser Fische, da in Australien Folgewirkungen wie Durchfall, Erbrechen, Kopfschmerzen und Krämpfe beobachtet wurden, die vermutlich durch die schwer oder gar nicht verdaulichen Wachsester, die 90 % des Öls beziehungsweise Fetts dieser beiden Fischarten ausmachen, verursacht werden. Nach dem Verzehr kann es zu orangefarbenem, öligem Stuhlgang kommen.Meldung des BfR Sie sind auch wiederholt durch erhebliche Quecksilbergehalte aufgefallen.
Literatur Kurt Fiedler: Fische (= Lehrbuch der Speziellen Zoologie. Bd. 2: Wirbeltiere. Tl. 2). Gustav Fischer, Jena 1991, ISBN 3-334-00338-8. Siphesihle Mthethwa, Aletta E. Bester-van der Merwe, Rouvay Roodt-Wilding: Addressing the complex phylogenetic relationship of the Gempylidae fishes using mitogenome data. Ecology and Evolution, Juni 2023, doi: 10.1002/ece3.10217 Ikuo Nakamura, Izumi Nakamura, Nikolaĭ Vasilévich Parin: Snake Mackerels and Cutlassfishes of the World (families Gempylidae and Trichiuridae): An Annotated and Illustrated Catalogue of the Snake Mackerels, Snoeks, Escolars, Gemfishes, Sackfishes, Domine, Oilfish, Cutlassfishes, Scabbardfishes, Hairtails, and Frostfishes Known to Date, FAO, 1993, Ausgabe 125, Band 15, ISBN 92-5-103124-X Joseph S. Nelson: Fishes of the World. 4th edition. John Wiley & Sons, Hoboken NJ u. a. 2006, ISBN 0-471-25031-7.
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Makrelenartige