Der Mann ohne Vergangenheit (Originaltitel: Mies vailla menneisyyttä) ist ein vielfach ausgezeichneter Film des finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki. Es ist der zweite Teil einer Trilogie, die mit Wolken ziehen vorüber begonnen und mit Lichter der Vorstadt abgeschlossen wurde.
Handlung Ein Mann kommt mit dem Zug in Helsinki an und wird kurz darauf überfallen und bewusstlos geschlagen. Als er im Krankenhaus wieder zu sich kommt, hat er sein Gedächtnis verloren. Nicht einmal an seinen Namen kann er sich erinnern. In einer Containersiedlung beginnt er ein neues Leben. Während ihm als Namenlosem von den Behörden nur Steine in den Weg gelegt werden, findet er hauptsächlich unter den sozial Schwachen und Armen Hilfe. Insbesondere wird er von der bei der Heilsarmee arbeitenden Irma unterstützt. Beide werden schließlich ein Paar; zudem klärt sich die Vergangenheit des Mannes.
Einordnung Wie in den meisten seiner Filme übt Kaurismäki auch in diesem Kritik an einer Gesellschaft, die sich um ihre Schwächsten nicht kümmert. Dieser Film ist jedoch viel positiver als seine Vorgänger, in denen die Protagonisten am Ende meist scheitern. Diesem Umstand ist es wohl geschuldet, dass Der Mann ohne Vergangenheit auch als „modernes Märchen“ bezeichnet wurde. Den Film prägen, wie in Kaurismäkis Werken üblich, knappe Dialoge und ein lakonischer Humor.
Kritiken
Auszeichnungen 2002: Internationale Filmfestspiele von Cannes: Großer Preis der Jury und Preis der Ökumenischen Jury 2002: Internationales Filmfestival Flandern: Goldene Spur 2002: Nordische Filmtage Lübeck: Publikumspreis der Lübecker Nachrichten 2002: Nordischer Rat: Filmpreis des Nordischen Rates 2002: Internationales Filmfestival San Sebastián: Grand Prix de la FIPRESCI für den Film des Jahres 2003: Internationales Filmfestival Bangkok: Goldener Kinnaree Award in der Kategorie „Bestes Drehbuch“ 2003: Jussi in den Kategorien „Bester Film“, „Beste Regie“, „Bestes Drehbuch“, „Beste Hauptdarstellerin“ (Kati Outinen), „Beste Kamera“ und „Bester Schnitt“ 2003: Internationales Filmfestival Palm Springs: FIPRESCI-Preis 2003: Robert Festival: Robert für den besten nicht-amerikanischen Film 2003: Europäischer John Templeton Film Preis 2002
Nominierungen 2002: Internationale Filmfestspiele von Cannes: Goldene Palme in der Kategorie „Beste Darstellerin“ (Kati Outinen) 2002: Europäischer Filmpreis in den Kategorien: Publikumspreis „Bester Regisseur“, „Beste Regie“, „Bester Film“ und „Bester Drehbuchautor“ 2003: Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ 2003: Internationales Filmfestival Bangkok: Goldener Kinnaree Award in der Kategorie „Bester Film“ 2003: Bodil für den besten nicht-amerikanischen Film 2003: César für den besten EU-Film 2003: Sindacato Nazionale Giornalisti Cinematografici Italiani: Nastro d’Argento für den besten Regisseur eines ausländischen Films 2004: Preis der argentinischen Filmkritikervereinigung: Silberner Kondor in der Kategorie „Bester ausländischer Film“ 2004: Chlotrudis Award für das beste Originaldrehbuch
Theaterinszenierung 2010 inszenierte Dimiter Gotscheff den Stoff am Deutschen Theater Berlin. Uraufführung war am 17. Dezember 2010.
Weblinks
Homepage des Films vom Verleih Pandora
Einzelnachweise
Kategorie:Filmdrama Kategorie:Filmkomödie Kategorie:Finnischer Film Kategorie:Filmtitel 2002 Kategorie:Independent-Film Kategorie:Obdachlosigkeit im Film Kategorie:Aki Kaurismäki