mini|hochkant=0.8|Charles Hoguet; Selbstbildnis mini|hochkant=0.8|Charles Hoguet; Markt in Rouen, 1859 Charles Hoguet (* 21. November 1821 in Berlin; † 4. August 1870 ebenda) war ein preußischer Landschafts- und Marinemaler hugenottischer Herkunft.

Ausbildung Charles Hoguet wuchs als Sohn des in Paris geborenen Michel François Hoguet (1793–1871) und dessen Frau Emilie Hoguet-Vestris (1801–1869) in der hugenottische Gemeinschaft in Berlin auf. Er studierte ab 1839 Malerei bei Wilhelm August Krause an der Akademie der Künste in seiner Heimatstadt, ging aber 1840 als Achtzehnjähriger zur weiteren Fortbildung nach Paris. Dor war er zunächst Schüler von Eugène Cicéri und dann ab 1842 von Eugène Isabey. Anerkanntermaßen erwarb er sich in Frankreich großes handwerkliches Können und entwickelte eine brillante Technik. Künstlerisch wurde er dabei entscheidend von Isabeys Marinemalerei beeinflusst. Von 1842 bis 1853 stellte er seine Bilder im Pariser Salon aus und wurde dort für seine Arbeit 1848 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Dies veranlasste jedoch einige Kritiker in Berlin, ihn der französischen Schule zuzurechnen.

Wirken in Berlin Nach einigen Reisen durch Westeuropa kehrte Hoguet 1848 schließlich nach Berlin zurück. Er lebte und arbeitete dort bis zu seinem Tode und schuf in dieser Zeit nach eigenen Aufzeichnungen insgesamt 423 Ölgemälde; Meeresküsten und das Meer, Marinen, die Normandie oder Helgoland und auch Stillleben gehörten bis zum Schluss zu seinen bevorzugten Darstellungen.

Hoguet nahm regelmäßig an den akademischen Kunstausstellungen in Berlin teil. Nach Paris 1848 wurde seine Arbeit 1859 auch in Berlin mit einer Goldmedaille geehrt. 1869, ein Jahr vor seinem frühen Tod, wurde er als Mitglied in die Berliner Akademie aufgenommen.

Fontane schrieb anlässlich der Berliner Kunstausstellung von 1863:

Zu seinen Schülern gehörte seine Stieftochter Elise Hedinger (1854–1923).

Werke in öffentlichen Sammlungen mini|The Windmill, Victoria and Albert Museum mini|Pont de l'Archeveché, Paris - Cultural Heritage Agency of the Netherlands Art Collection Stillleben mit Trappe, Ente und Kammetsvögel, 1862, 115,5 × 164 cm, Alte Nationalgalerie Berlin Letzte Mühle auf dem Montmartre, 1868, 111 × 99 cm, Alte Nationalgalerie Berlin Kürbis auf Bauernstuhl, 1853, 53 × 36,5 cm, Alte Nationalgalerie Berlin Selbstbildnis, 53 × 43 cm, Alte Nationalgalerie Berlin Sturm an der Küste, 1870, 32,5 × 48,5 cm, Pastell, Kunsthalle Hamburg Die Windmühle, 42,9 × 60,3 cm, Victoria and Albert Museum, London Boote am Strand, 14 × 35,2 cm, Victoria und Albert Museum, London Die Brücke, 15,2 × 24,8 cm, Victoria und Albert Museum, London Boot am Ufer 11,4 × 14,6 cm, Victoria und Albert Museum, London Flusslandschaft bei Sonnenuntergang, 1857, 69 × 100 cm, Nationalmuseum Warschau Pont de l'Archeveché in Paris, 37 × 60,5 cm, Dordrechts Museum Stillleben mit Wild, 32,5 × 43 cm, Cultural Heritage Agency of the Netherlands Art Collection, Den Haag

Literatur

Frauke Josenhans: Hoguet, Charles. In: Bénédicte Savoy, France Nerlich (Hrsg.): Pariser Lehrjahre. Ein Lexikon zur Ausbildung deutscher Maler in der französischen Hauptstadt. Band 1: 1793-1843. Berlin / Boston 2013, S. 117–120.

Egbert Lammers: Charles Hoguet. Ein Beitrag zur Berliner Kunstgeschichte im 19. Jahrhundert. Berlin: Ebering, 1933. Irmgard Wirth: Berliner Malerei im 19. Jahrhundert. Siedler Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-572-10011-9, S. 370.

Weblinks

Daten beim Kalliope-Verbund

Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Geboren 1821 Kategorie:Gestorben 1870 Kategorie:Mann