Die Buchsbäume (Buxus) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Buchsbaumgewächse (Buxaceae). Die 70 bis 100 Arten sind auf der Nordhalbkugel in Eurasien, Afrika und in der Neuen Welt weitverbreitet.

Beschreibung mini|links|Stammstücke mit Borke und Holz des Gewöhnlichen Buchsbaum (Buxus sempervirens) links|mini|Buxus sempervirens – Pyrenäen mini|Blütenstand mit männlichen und weiblichen Blüten des Gewöhnlichen Buchsbaum (Buxus sempervirens) mini|Zweig mit offenen Kapselfrüchten und in den drei Fruchtfächern die glänzend schwarzen Samen des Gewöhnlichen Buchsbaum (Buxus sempervirens)

Vegetative Merkmale Buxus-Arten sind immergrüne, kleine, meist gut verzweigte Sträucher und kleine Bäume, die Wuchshöhen von 0,15 bis 6 Metern erreichen. Die oberirdischen Pflanzenteile sind kahl oder behaart. Anfangs sind die Zweige vierkantig.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die Blattstiele sind relativ kurz bis kaum erkennbar. Die einfachen, ledrigen bis dünn-ledrigen Blattspreiten sind oft glänzend. Die Blattränder sind glatt. Es liegt Fiedernervatur vor. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.

Generative Merkmale Buchsbaum-Arten sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Es können Blütenstandsschäfte vorhanden sein. Die Blüten stehen in achsel- oder endständigen, traubigen oder ährigen Blütenständen oder in kopfigen Gruppen zusammen. Es sind Deckblätter vorhanden. Es können Blütenstiele vorhanden sein oder die Blüten sind sitzend. In einem Blütenstand befinden sich im unteren Bereiche einige männliche Blüten und am oberen Ende eine weibliche Blüte.

Die relativ kleinen, eingeschlechtigen Blüten sind radiärsymmetrisch und grünlich gelblich. Die Blütenhüllblätter sind mehr oder weniger gleichgestaltet.

Pro männlicher Blüte gibt es vier Blütenhüllblätter, vier Staubblätter und ein zentrales Pistillodium. Die Staubblätter überragen die Blütenhüllblätter. Die dorsifixen Staubbeutel sind länglich mit einem dicken Konnektiv und sie öffnen sich mit einem Längsschlitz. Pro weiblicher Blüte gibt es fünf bis sechs Blütenhüllblätter vorhanden. Bei jeder weiblichen Blüte sind drei Fruchtblätter zu einem oberständigen, dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen mit zwei Samenanlagen je Fruchtknotenkammer. In den weiblichen Blüten sind drei freie (selten sind sie an ihrer Basis verwachsen), relativ kurze, haltbare Griffel vorhanden, die in breiten, zurückgekrümmten, zweilappigen Narben enden. Zwischen den Griffeln und am Pistillode sind meist Nektarien vorhanden.Claudia Erbar: Nectar secretion and nectaries in basal angiosperms, magnoliids and non-core eudicots and a comparison with core eudicots. In: Plant Diversity and Evolution. 131(2), 2014, S. 63–143, doi:10.1127/1869-6155/2014/0131-0075, online auf researchgate.net.

Auf der Frucht sind noch die haltbaren Griffel vorhanden. Die meist kahlen, trockenen Kapselfrüchte sind kugel- oder eiförmig und öffnen sich fachspaltige = lokulizid mit drei Fruchtfächern, die jeweils zwei „Hörner“ besitzen und jeweils zwei Samen enthalten. Die Samen sind dreikantig oder länglich. Die Samenschalen (Testa) sind schwarz glänzend. Das Endosperm ist fleischig. Die zwei Keimblätter (Kotyledone) sind länglich.

Systematik und Verbreitung mini|Balearen-Buchsbaum (Buxus balearica) mini|Buxus bodinieri mini|Kolchischer Buchsbaum (Buxus colchica) mini|Zweig mit Laubblättern und Blüten von Buxus harlandii mini|Kantige Zweige mit gegenständigen Laubblättern und Früchten von Buxus harlandii mini|Zweig mit gegenständigen Laubblättern und Blüten von Buxus henryi mini|Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxus sempervirens), blühender Zweig mini|Buxus sinica mini|Zweig mit Blüten und jungen Früchten von Buxus vahlii mini|Buxus wallichiana

Die Gattung Buxus (lateinisch, im Mittelalter gleichgesetzt mit Gewöhnlicher BuchsbaumVgl. etwa Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 165 („Buxus – buschbaum“ = Buxus sempervirens L.)) wurde durch Carl von Linné 1753 in Species Plantarum, Tomus II, Seite 983 und 1754 in Genera Plantarum, 5. Auflage, Seite 423 aufgestellt. Typusart ist Buxus sempervirens Synonyme für Buxus sind: Buxella , Crantzia , Notobuxus , Tricera , Macropodandra .

Die Gattung Buxus ist mit (70 bis) etwa 100 Arten in Eurasien, Afrika und in der Neotropis verbreitet. Die meisten Arten stammen aus den Tropen. Die Zentren der Artenvielfalt sind die karibischen Inseln, Ostasien, Afrika und Madagaskar. In China kommen 17 Arten vor, 15 davon nur dort. Die meisten Taxa, 37 Arten und 7 Unterarten, gibt es in Kuba, davon sind 95 % dort Endemiten. In Europa sind nur zwei Arten zu finden, der Gewöhnliche Buchsbaum (Buxus sempervirens) und der Balearen-Buchsbaum (Buxus balearica); beide Arten sind wohl kultiviert worden und dann gelegentlich verwildert.

Es gibt 70 bis 100 Buxus-Arten (Auswahl mit Verbreitung):

Europa, nordwestliches Afrika und Asien

Buxus austroyunnanensis : Sie gedeiht in Höhenlagen von 400 bis 900 Metern nur in Jinghong, Lancang sowie Shuangjiang im südlichen Yunnan. Balearen-Buchsbaum (Buxus balearica , Syn.: Buxus longifolia ): Er kommt auf den Balearen, im südlichen Spanien, auf Sardinien, im nordwestlichen Afrika und im asiatischen Teil der Türkei vor. Buxus bodinieri : Sie gedeiht in Höhenlagen von 400 bis 2700 Metern in den chinesischen Provinzen Gansu, Guangdong, Guangxi, Guizhou, Henan, Hubei, Jiangxi, südliches Shaanxi, Sichuan, Yunnan sowie Zhejiang. Buxus cephalantha : Es gibt zwei Varietäten: Buxus cephalantha var. cephalantha: Sie kommt im nördlichen Guangxi und im südlichen Guizhou nur in Duyun, Longli sowie Pingba vor. Buxus cephalantha var. shantouensis (Syn.: Buxus chaoanensis ): Dieser Endemit gedeiht in Höhenlagen von 300 bis 700 Metern nur in Chao’an sowie Shantou im östlichen Guangdong. Buxus cochinchinensis : Es gibt seit 2014 etwa zwei Varietäten in Malaysia. Sie gedeihen in Wäldern über Kalkstein. Kolchischer Buchsbaum (Buxus colchica ): Er kommt nur im westlichen Kaukasusraum vor. Er wird von manchen Autoren zu Buxus sempervirens gerechnet. Buxus hainanensis : Dieser Endemit gedeiht in Wäldern entlang von Fließgewässern an feuchten Standorten nur in Sanya im südlichen Teil der chinesischen Provinz Hainan. Buxus harlandii : Sie gedeiht in Wäldern an Fließgewässern auf Inseln vor der Küste von Guangdong und Hainan. Buxus hebecarpa : Sie gedeiht in Wäldern auf steinigen Standorten in Höhenlagen von 1500 bis 2000 Metern nur auf dem Emei Shan sowie im Kreis Tianquan in Sichuan. Buxus henryi : Sie gedeiht in Wäldern in Höhenlagen von 1300 bis 2000 Metern in den chinesischen Provinzen Guizhou, westliches Hubei sowie Sichuan. Buxus ichangensis : Sie gedeiht an steinigen Standorten an Fließgewässern in Höhenlagen unterhalb von 100 bis 300 Metern nur in Badong, Yichang sowie Zigui im westlichen Teile der chinesischen Provinz Hubei. Buxus latistyla : Sie kommt in Laos, Nordvietnam und in den chinesischen Provinzen nordwestliches Guangxi sowie südöstliches Yunnan (nur Funing) vor. Buxus linearifolia : Dieser Endemit kommt nur in Shangsi im südlichen Guangxi vor. Buxus megistophylla : Sie gedeiht in Höhenlagen von 500 bis 1400 Metern in den chinesischen Provinzen nordwestliches Guangdong (nur Lianxian), nordöstliches Guangxi, südöstliches Guizhou, südliches Hunan (nur Yizhang) und südliches Jiangxi (nur Anyuan sowie Huichang). Kleinblättriger Buchsbaum (Buxus microphylla ): Er ist nur aus Kultur bekannt und soll in Korea und Taiwan vorkommen; wird schon seit langer Zeit in Japan kultiviert. Es wurden Varietäten beschrieben, die von Autoren anerkannt werden oder abgelehnt werden. Buxus mollicula : Es gibt zwei Varietäten: Buxus mollicula var. glabra : Sie gedeiht in Flusstälern in Höhenlagen von 1700 bis 2100 Metern in den chinesischen Provinzen südwestliches Sichuan (nur in Muli) sowie nordwestliches Yunnan (nur in Lijiang). Buxus mollicula var. mollicula: Sie gedeiht im Dickicht in Flusstälern in Höhenlagen von 1700 bis 2100 Metern nur in Binchuan, Lijiang, Ninglang sowie Yongsheng im nordwestlichen Teil der chinesischen Provinz Yunnan. Buxus myrica : Es gibt etwa zwei Varietäten: Buxus myrica var. angustifolia : Sie kommt in Nordvietnam und in den chinesischen Provinzen nordwestliches Guangxi sowie südwestliches Guizhou vor. Buxus myrica var. myrica: Sie kommt in Vietnam und in den chinesischen Provinzen nordwestliches Guangxi, südliches Guizhou, Hainan, Hunan, Sichuan sowie östliches Yunnan vor. Buxus papillosa : Sie gedeiht im Vorgebirge meist in Höhenlagen von 650 bis 3000 Metern im pakistanischen Punjab, Baluchistan sowie Khyber Pakhtunkhwa. Buxus pubiramea : Dieser Endemit gedeiht in Wäldern an Hängen in Höhenlagen von etwa 700 Metern nur in Baoting in Hainan. Buxus rivularis (Philippinen) Buxus rolfei (Borneo) Buxus rugulosa : Es gibt etwa drei Varietäten: Buxus rugulosa var. prostrata (Syn.: Buxus microphylla var. prostrata , Busus rugulosa var. intermedia , Buxus rugulosa subsp. prostrata ): Sie gedeiht über Kalkstein in Höhenlagen von 2400 bis 4000 Metern im südöstlichen Tibet und in den chinesischen Provinzen südwestliches Sichuan sowie nordwestliches Yunnan. Buxus rugulosa var. rugulosa: Sie gedeiht im Dickicht an Berghängen in Höhenlagen von 1900 bis 3500 Metern in den chinesischen Provinzen westliches Sichuan (nur Barkam sowie Jinchuan) und nordwestliches Yunnan (Dali, Dêqên, Lijiang, Weishan). Buxus rugulosa var. rupicola (Syn.: Buxus microphylla var. rupicola , Buxus rugulosa subsp. rupicola ): Sie gedeiht am Waldrand oder im Dickicht über Kalkstein in Höhenlagen von 2300 bis 3400 Metern im östlichen Tibet und in den chinesischen Provinzen südwestliches Sichuan sowie nordwestliches Yunnan. Buxus rupicola : Sie gedeiht in Wäldern über Kalkstein in Malaysia. Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxus sempervirens , Syn.: Buxus colchica ): Es gibt etwa zwei Unterarten: Buxus sempervirens subsp. hyrcana (Syn.: Buxus hyrcana ): Sie kommt nur in Aserbaidschan einschließlich der Autonomen Republik Nachitschewan vor. Buxus sempervirens subsp. sempervirens: Sie ist von Europa bis Westasien und in Nordafrika weitverbreitet. Buxus sinica : Es gibt etwa sechs Varietäten: Buxus sinica var. aemulans (Syn.: Buxus microphylla var. aemulans , Buxus microphylla var. kiangsiensis , Buxus sinica subsp. aemulans ): Diese Neukombination erfolgte 2008. Sie gedeiht im Dickicht und an steinigen Standorten entlang von Fließgewässern in Höhenlagen von 600 bis 2000 Metern in den chinesischen Provinzen Anhui, Chongqing, Fujian, Guangdong, Guangxi, Hubei, Hunan, Jiangxi, Sichuan sowie Zhejiang. Buxus sinica var. intermedia (Syn.: Buxus intermedia , Buxus microphylla var. intermedia ): Sie kommt in Taiwan vor. Buxus sinica var. parvifolia : Sie gedeiht an steinigen Standorten in Höhenlagen von etwa 1000 Metern in den chinesischen Provinzen südliches Anhui (nur Huang Shan), Chongqing, Hubei, Jiangxi (nur Lu Shan) sowie Zhejiang (nur Longtang Shan). Buxus sinica var. pumila : Dieser Endemit gedeiht in Wäldern an Hängen in Höhenlagen von etwa 2100 Metern nur in Badong im westlichen Hubei. Buxus sinica var. sinica (Syn.: Buxus microphylla var. sinica , Buxus microphylla subsp. sinica ): Sie gedeiht in Wäldern in Gebirgstälern und an Fließgewässern in Höhenlagen von 1200 bis 2600 Metern in den chinesischen Provinzen Anhui, Gansu, Guangdong, Guangxi, Guizhou, Hubei, Jiangsu, Jiangxi, Shaanxi, Shandong, Sichuan sowie Zhejiang. Buxus sinica var. vacciniifolia : Sie gedeiht an steinigen Standorten und im Dickicht in Höhenlagen von 1000 bis 1800 Metern in den chinesischen Provinzen Chongqing, nördliches Guangdong (nur Ruyuan), südliches Hunan (nur Yizhang) sowie Jiangxi (nur Lu Shan).