mini|hochkant=1.1|Hazarduari Palace und Uhrturm mini|hochkant=1.1|Kathgola Palace Murshidabad (Bengalisch: , , ursprünglich Makhsudabad) ist eine ca. 50.000 Einwohner zählende Stadt im gleichnamigen Distrikt des nordostindischen Bundesstaates Westbengalen.
Lage und Klima Murshidabad liegt an der Bhagirathi, einem Seitenarm am Unterlauf des Ganges, etwa 220 km (Fahrtstrecke) nördlich von Kolkata in einer Höhe von ca. 10 bis ; die Grenze zum Nachbarland Bangladesh ist etwa 50 km entfernt. Das Klima ist meist schwülwarm; Regen (ca. 1200–1500 mm/Jahr) fällt hauptsächlich während der sommerlichen Monsunmonate Mai bis Oktober.
Bevölkerung Jahr 1991 2001 2011 Einwohner 30.327 36.927 44.019Murshidabad – Bevölkerung Das deutliche Bevölkerungswachstum der Stadt beruht im Wesentlichen auf der immer noch anhaltenden Zuwanderung von Familien und Einzelpersonen aus der näheren Umgebung.
Wirtschaft Murshidabad und sein Umland sind in hohem Maße landwirtschaftlich orientiert, aber auch die Seidenproduktion und-verarbeitung spielten eine nicht unerhebliche Rolle. Darüber hinaus galt die Stadt als eines der Zentren für Elfenbeinschnitzerei in Westbengalen. Seit dem Handelsverbot für Elfenbein haben sich viele der Handwerker auf das Schnitzen von Palisander oder Sandelholz verlegt. Im 19. Jahrhundert erlebte die örtliche Wirtschaft durch den Handel mit den Briten einen enormen Aufschwung; vor allem mehrere Jain-Familien bauten Stadtpaläste im indo-europäischen Stil. mini|hochkant=1.1|Königliches Ruderboot, Elfenbeinarbeit, 19. Jahrhundert
Geschichte Die Besiedlung der Region dürfte bis in vorchristliche Zeiten zurückreichen. Von 1705 bis 1773 war Murshidabad, das nach dem damaligen Nawab Murshid Quli Khan benannt wurde, die Hauptstadt des vom Mogulreich unabhängigen Bengalen. Im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beherrschten die Briten Bengalen und Indien.
Sehenswürdigkeiten Der Nawab-Palast Hazarduari wurde im Jahr 1837 fertiggestellt. Die Ruinen der Katra-Moschee von 1724, in der sich auch das Grab des Nawab Murshid Quli Khan befindet, aber auch weitere Moscheen des 19. und 20. Jahrhunderts prägen das Stadtbild. Der Kathgola Palace ist ein repräsentatives Gebäude einer Jain-Familie am Stadtrand. Umgebung Im Ort Badanagar, etwa 12 km nördlich der Stadt, befinden sich vier eng beieinander stehende Bengalische Tempel mit zum Teil figürlichen Terrakotta-Dekor (Char Bangla).
Persönlichkeiten Siraj-ud-Daula (1733–1757), letzter unabhängiger Nawab von Bengalen Insha Allah Khan (1756–1818), Pionier der Hindiliteratur Muzharul Islam (1923–2012), Architekt Jahanara Imam (1929–1994), Schriftstellerin, Pädagogin und politische Aktivistin
Literatur J. H. Tull Walsh: A History of Murshidabad District (Bengal). With Biographies of Some of its Noted Families. Legare Street Press 2022, ISBN 978-1016849968
Weblinks
Murshidabad und Umgebung, Sehenswürdigkeiten – Fotos + Infos (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Westbengalen Kategorie:Municipality in Westbengalen Kategorie:Distrikt Murshidabad