Jörgen Persson (* 22. April 1966 in Halmstad, Schweden) ist ein ehemaliger schwedischer Tischtennisspieler und -trainer. 1991 wurde er Einzel-Weltmeister und war von 1991 bis 1992 knapp ein Jahr lang Weltranglistenerster.
Werdegang Jörgen Persson wurde 1991 in Chiba Weltmeister und 1986 in Prag Europameister im Herreneinzel. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney musste er sich mit dem undankbaren (weil medaillenlosen) 4. Platz begnügen. Das Europäische Ranglistenturnier Europe TOP-12 gewann er 1992. Mit der schwedischen Mannschaft errang er 4 Weltmeistertitel und 6 Europameisterschaften. 1991 siegte er auch im Weltcup. Der vierfache schwedische Meister spielte auch viele Jahre für verschiedene Vereine in der deutschen Bundesliga (Borussia Düsseldorf, ATSV Saarbrücken, CFC Hertha 06, TTF Ochsenhausen, SV Plüderhausen). 1996 erhielt Jörgen Persson den Fair-Play-Preis des Verbandes der schwedischen Sportjournalisten. In der Saison 2007/2008 schloss sich Persson dem deutschen Bundesligisten TTC Rhön-Sprudel Fulda-Maberzell an, wo er zusammen mit seinem Freund Jan-Ove Waldner im Doppel spielte. Bemerkenswert war seine Leistung bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking, als er im Alter von 42 Jahren erneut Platz 4 erreichen konnte. 2012 nahm er zum siebten Mal an Olympischen Spielen teil.
2003 wurde Persson in die ITTF Hall of Fame aufgenommen, 2015 in die ETTU Hall of Fame.
Von Oktober 2020 bis Mitte 2024 war Jörgen Persson schwedischer Herren-Nationaltrainer. 2023 wurde er mit dem Team bestehend aus Truls Möregårdh, Mattias Falck, Anton Källberg, Kristian Karlsson sowie Jon Persson Europameister und gewann damit den ersten Titel für Schweden seit 21 Jahren.
Spielsystem und Material Aggressives Block- und Konterspiel, Shakehandschlägerhaltung
Stärken: Block- und Konterspiel, Beweglichkeit, Rückhandschuss, VH Topspin
Material: DONIC Persson Powercarbon mit 2-mal DONIC Coppa Platin maximun sponge
Privat Persson ist seit 1994 mit der früheren norwegischen Nationalspielerin Madeleine Thomasen verheiratet, mit der er einen Sohn (* 1993) hat.Zeitschrift DTS, 1994/6 S. 38 Er hat noch ein zweites Kind.
Erfolge
Teilnahme an Tischtennisweltmeisterschaften 1987 in New Delhi 2. Platz mit Herrenteam 1989 in Dortmund 1. Platz mit Herrenteam 2. Platz Einzel 1991 in Chiba (Japan) 1. Platz Einzel 1. Platz mit Herrenteam 3. Platz Doppel mit Erik Lindh (SWE) 1993 in Göteborg 1. Platz mit Herrenteam 1995 in Tianjin (China) 2. Platz mit Herrenteam 1997 in Manchester 2. Platz Doppel mit Jan-Ove Waldner 2000 in Kuala Lumpur (Malaysia) 1. Platz mit Herrenteam
Teilnahme an Europameisterschaften 1986 in Prag 1. Platz Einzel 1. Platz mit Herrenteam 1988 in Paris 1. Platz mit Herrenteam 1990 in Göteborg 1. Platz mit Herrenteam 1992 in Stuttgart 1. Platz Doppel mit Erik Lindh 1. Platz mit Herrenteam 1996 in Bratislava 2. Platz Einzel 1. Platz Doppel mit Jan Ove Waldner 1. Platz mit Herrenteam 1998 in Eindhoven 3. Platz Doppel 2000 in Bremen 1. Platz mit Herrenteam 2007 in Belgrad Achtelfinale Herren-Einzel (verloren gegen Timo Boll) 2011 in Danzig 2. Platz mit Herrenteam
1980 Schüler-Europameisterschaft: Sieg im Einzel und mit der schwedischen Mannschaft 1982 Jugendeuropameisterschaft: Sieg mit der schwedischen Mannschaft 1983 Jugendeuropameisterschaft: Sieg im Mixed (mit Olga Nemes), 3. Platz im Einzel 1984 Jugendeuropameisterschaft: Sieg im Mixed (mit Olga Nemes), 3. Platz im Einzel
Teilnahme am Europäischen Ranglistenturnier Top-12 1986 6. Platz 1987 3. Platz 1988 2. Platz 1989 3. Platz 1990 4. Platz 1991 3. Platz 1992 1. Platz 1993 5/6. Platz 1994 7/8. Platz 1995 11/12. Platz 1997 9/10. Platz 1998 7/8. Platz 1999 9/10. Platz 2003 9/12. Platz 2004 9/12. Platz 2009 5/8. Platz 2010 9/12. Platz
Schwedische Meisterschaften im Herreneinzel 1984 2. Platz (Endspiel gegen Jan-Ove Waldner) 1985 2. Platz (Endspiel gegen Erik Lindh) 1987 1. Platz (Endspiel gegen Mikael AppelgrenZeitschrift DTS, 1987/4 S. 21) 1988 1. Platz (Endspiel gegen Mikael Appelgren) 1990 1. Platz (Endspiel gegen Erik LindhZeitschrift DTS, 1990/4 S. 16) 1997 2. Platz (Endspiel gegen Jan-Ove Waldner) 1999 1. Platz (Endspiel gegen Fredrik Håkansson) 2000 2. Platz (Endspiel gegen Fredrik Håkansson) 2007 1. Platz (Endspiel gegen Johan Axelqvist)
Olympische Spiele 1988 in Seoul – 7. Platz im Herreneinzel 1992 in Barcelona – Viertelfinale (verloren gegen Ma Wenge) 1996 in Atlanta – 1. Runde (verloren gegen Hugo Hoyama) 2000 in Sydney – 4. Platz im Herreneinzel (verloren gegen Liu Guoliang) 2004 in Athen – Achtelfinale (verloren gegen Ko Lai Chak) 2008 in Peking – 4. Platz im Herreneinzel (verloren gegen Wang Liqin) 2012 in London – 2. Runde (verloren gegen Andrej Gaćina)
Energis Masters Bei diesem stets hochklassig besetzten Preisgeldturnier konnte sich Jörgen Persson zweimal den Titel sichern: 2005 gegen Jan-Ove Waldner und 2007 im Endspiel gegen Dimitrij Ovtcharov. 2008 scheiterte er erst im Halbfinale an Vladimir Samsonov. 2011 schaffte Jörgen Persson erneut den Einzug ins Endspiel, scheiterte aber an dem Chinesen Li Ping.
Super Circuit Jan 2005 in Tokio: 1. Platz Mrz 2005 in Osaka: 1. Platz Mai 2005 in Osaka: 2. Platz
World All-Stars Circuit 1990 in Akita/Japan: 2. Platz 1990 in Västerås/Schweden: 1. Platz 1990 in Manila/Philippinen: 2. Platz 1990 in Hamamatsu/Japan: 2. Platz 1992 in Charleroi/Belgien: 1. Platz 1993 in Seoul/Südkorea: 2. Platz 1993 in Taiwan: 2. Platz
Internationale Meisterschaften/Turniere 1984 Yugoslavia Open in Ljubljana: 2. Platz 1985 Safir Masters in Örebro/SWE: 1. Platz 1987 Pondus Cup in Dänemark: 1. Platz 1987 Deutschland Cup in Trier: 1. Platz 1988 English Open in Brighton: 1. Platz 1989 Czech Open in Ostrava: 1. Platz 1989 Int. Turnier in Barcelona/ESP: 2. Platz 1989 Polish Open in Poznań: 1. Platz 1990 German Open in Karlsruhe: 2. Platz 1992 Anjou Europing in Angers/FRA: 1. Platz 2005 Harbin Tournament in Heijlongjiang/CHN: 2. Platz 2008 European Olympic Preparation in Düsseldorf: 2. Platz
Vereine 1973–1985 Halmstad BTK (Schweden) 1985–1987 Borussia Düsseldorf 1987–1991 Malmö FF, (Schweden) 1991–1992 ATSV Saarbrücken 1992–1993 Halmstad BTK (Schweden) 1993–1995 CFC Hertha 06, später Super Donic Berlin 1995–1996 Falkenbergs BTK (Schweden) 1996–1998 TTF Liebherr Ochsenhausen 1998–1999 Kalmar BTK (Schweden) 1999–2002 TTC Caen (Frankreich) 2002–2002 Heilongjiang Sanjing (China) 2003–2004 Halmstad BTK (Schweden) Champions League 2004–2005 SV Plüderhausen 2005–2006 ASTT Pieve Emanuele (Italien) 2006–2007 SV Plüderhausen 2007–2008 TTC Rhön-Sprudel Fulda-Maberzell 2008–2009 Budapesti VSC (Ungarn) 2009–2010 SV Plüderhausen 2010–2012 Halmstad BTK (Schweden) 2012–2013 Tianjin (China)
Philatelie Von der schwedischen Post wurde am 28. Januar 1993 ein Postwertzeichen herausgegeben, auf dem Jörgen Persson abgebildet ist (Michel-Katalog Nr. 1763). Diese Briefmarke wurde aus Anlass der Tischtennisweltmeisterschaft 1993 in Göteborg / Schweden ausgegeben.
Turnierergebnisse (abgerufen am 24. Mai 2023)