Grévin & Cie (auch: Grévin et Cie) war ein 1989 gegründetes Unternehmen, das aus dem Parc Astérix bei Paris hervorging. Bis 1999 hieß das Unternehmen Parc Asterix SA. Grévin et Cie hatte sich auf den Kauf von regionalen Themenparks sowie Naturparks (z. B. Dolphinarien, Autosafari-Parks) spezialisiert. Das dritte Standbein sind die Touristenattraktionen (Wachsfigurenkabinette, Miniaturparks).

Die Muttergesellschaft Compagnie des Alpes (CdA) hielt seit einer Übernahmeaktion im August 2002 mindestens 95,87 % der Anteile. Die Gesellschaft gehörte vollständig zur CdA und war daher nicht mehr an der Börse gelistet. In ihren 21 Parks und Attraktionen empfing die Gruppe 2006 fast 10 Millionen Besucher und generierte dadurch 220 Millionen Euro Umsatz.

Geschichte Die Geschichte der Grévin & Cie begann in den 1980er-Jahren mit dem Bau des "Parc Asterix" bei Paris, der schließlich 1989 eröffnet wurde. Der Park war eine eigenständige Gesellschaft, aus der später die Grévin & Cie entstand.

mini|links|Achterbahn im Parc Asterix mini|links|Der Miniaturpark France miniature Im Jahr 1996 kaufte der Parc Asterix das "Grand Aquarium Saint-Malo" (Bretagne) und investierte in einen Unterwassersimulator und weitere Aquarien. Damit war Parc Asterix als Betreibergesellschaft nicht mehr allein im Parc Asterix aktiv, sondern auch in anderen Parks tätig. 1997 folgte dann der Börsengang des Parc Asterix.

1999 übernahm die junge Aktiengesellschaft Parc Asterix SA das traditionsreiche Pariser Wachsfigurenkabinett Musée Grévin und benannte sich umgehend in Grévin et Cie um. Parallel wurde weiter expandiert und so der Miniaturpark France miniature 25 km westlich von Paris übernommen. Dazu wurde in Indoorausstellungen und weitere Attraktionen investiert. So gelang es dem bis dahin defizitären Park "France miniature", innerhalb von zwei Jahren in die Gewinnzone vorzustechen und eine Entwicklung zum größten Miniaturenpark Europas hinzulegen. Zusätzlich übernahm das durch den Börsengang kapitalstarke Unternehmen Grévin et Cie den "Parc Bagatelle" in der Bretagne mit 375.000 Besuchern im Jahr.

Im Jahr 2001 wagte Grévin sich bei der Expansion erstmals ins Ausland und übernahm Europas größtes Dolphinarium, das "Dolfinarium Harderwijk" und den "Avonturenpark Hellendoorn" nahe der deutschen Grenze mit ca. 350.000 Besuchern. 2002 tätigte das Unternehmen auch neu Investitionen in Deutschland durch den Kauf des im Sauerland gelegenem Themenparks Fort Fun Abenteuerland. Es folgte ebenfalls 2002 die Übernahme des "Aquarium Val du Loire" sowie des dazugehörenden Miniaturenparks "Mini Chateux Val du Loire", der alle Loireschlösser im Maßstab 1:32 bietet.

Mitte 2002 wurde die stark wachsende Grévin et Cie selbst geschluckt, und zwar von der Compagnie des Alpes (CdA), dem weltgrößten Betreiber von Skistationen. Die Compagnie des Alpes übernahm 60 Prozent der Anteile an Grévin & Cie. CdA wiederum ist ein Unternehmen der "Caisse de Dépôts". Die Übernahme änderte am Übernahmekurs wenig, 2003 wurde mit dem "Aquaparc" in Le Bouveret am Genfersee (Schweiz) mit 7 Rutschen das erste Erlebnisbad übernommen. Nach der Übernahme wurde eine Trichterrutsche errichtet. Zum Ende des Jahres 2003 zeigte Grévin Interesse am seit 2001 geschlossenen Spreepark in Berlin. Geplant war, den Park, so wie er zurückgelassen wurde, im Jahr 2004 wieder in Betrieb zu nehmen, jedoch sollte von der Gesamtfläche lediglich 15 Hektar für den Park und 4 bis 5 Hektar für Parkmöglichkeiten genutzt werden. In den drei Folgejahren sollten weitere Attraktionen entstehen. Die Übernahme scheiterte, weil der Berliner Senat nicht damit einverstanden war, Grévin das nicht zum Parkgelände gehörende angrenzende Waldgrundstück mit Uferlinie vergünstigt zu verkaufen. Argumentiert wurde damit, dass dieses erheblich wertvollere Grundstück den Wert der Anlage steigern würde und der angebotene Übernahmepreis nicht gerecht sei.

Anfang 2004 übernahm Grévin den defizitären Panorama-Park Sauerland in Kirchhundem bei Olpe aus der Insolvenz. Ebenfalls 2004 übernahm die Gesellschaft "Pleasurewood Hills", einen Freizeitpark in England. Im April des Jahres 2005 übernahm Grévin den Planète Sauvage in der Bretagne, einem großen Tierpark mit Delfinarium und Autosafari. Der Park kann auf beachtliche Zuchterfolge zurückblicken. Die Compagnie des Alpes besaß irgendwann 99 Prozent des Kapitals von Grévin et Cie und plante das Unternehmen vollständig zu übernehmen. Im Jahr 2005 arrangierte Grévin mit der Übernahme des "La Mer de Sable", einem Freizeitpark in einer natürlichen Wüste nahe Paris eine zweite Übernahme. Dieser Park liegt nur 3 Kilometer vom Parc Asterix entfernt.

mini|Eine Achterbahn im 2006 übernommenen Park Bellewaerde 2006 wurde mit der Eröffnung des in zwei Bauabschnitte unterteiltem Biologie- und Wissenschaftserlebnisparkes Le Bioscope bei Straßburg nahe dem deutschen Kehl erstmals seit dem Parc Asterix ein in Eigenregie geplanter und gebauter Park eröffnet. Anfang Mai desselben Jahres verkündete Grévin die Übernahme von verschiedenen Parks der Star Parks Gruppe, lediglich der Moviepark und Walibi Lorraine wurden nicht übernommen. Die fünf übernommenen Themen- und Freizeitparks liegen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden und hatten gemeinsam mehr als 3,8 Millionen Besucher jährlich. Bis auf Bellewaerde liefen die restlichen vier Parks unter dem Namen Walibi, für den man auch die Namensrechte übernahm.

Im Jahr 2007 zog man sich aus dem Panorama-Park Sauerland zurück und verkaufte die Anlage an den einheimischen Unternehmer Siegfried Hamm. Außerdem zog Grévin ihr Übernahmeangebot für das Marineland in Antibes zurück, Europas größtem Dolphinarium, nachdem im Park Probleme mit einigen Gebäuden aufgetreten waren. Aussagen der Unternehmensleitung zufolge wollte die Gruppe in naher Zukunft keine weiteren Übernahmen tätigen und sich um die Integration der 5 übernommenen "StarParks" kümmern. Mittelfristig, hieß es jedoch, werde man sich an der Konsolidierung der Branche beteiligen. Stand August 2026 scheint die Gesellschaft nicht mehr zu existieren und in der Mutter Compagnie des Alpes aufgegangen.https://www.compagniedesalpes.com/en/les-marques/parc-asterix

Unternehmensstruktur Grévin & Cie war in mehrere länderbezogene Tochterunternehmen gegliedert.

Grévin Deutschland GmbH Grévin war auf dem deutschen Markt seit 2002 mit der Übernahme des Fort Fun Abenteuerland in Bestwig im Sauerland vertreten. In den ersten beiden Jahren investierte die Gruppe nur wenig in den Park doch seit 2004 wurde in einige neue Shows und Attraktionen investiert. Ende 2003 verkündete man ebenfalls die Übernahme des defizitären Panorama-Park Sauerland in Kirchhundem, der sehr nahe am Fort Fun liegt. Man investierte in neue Fahrgeschäfte, die der Park aus eigenen finanziellen Mitteln erwarb (u. a. durch den Verkauf der ehemaligen Hauptverwaltung in Kirchhundem-Rinsecke) und verkürzte die Öffnungszeiten (Saison von Mai bis Oktober) und brachte den Park 2006 in die Gewinnzone zurück. Zuvor wurden jedoch einige Arbeitsplätze abgebaut, Attraktionen reduziert und das Showprogramm ausgedünnt. Vor der Saison 2008 wurde der Panorama-Park weiterverkauft. Beide Parks zusammen kamen auf geschätzte 650.000 Besucher jährlich. Der Hauptsitz der Deutschlandgruppe befand sich in Bestwig.

Am 23. Dezember 2011 wurde die Gesellschaft von der One World Holding GmbH & Co. KG, ebenfalls mit Hauptsitz in Bestwig, übernommen.

Dieser Vertrag wurde einige Wochen später rückgängig gemacht, da es sich bei dem Käufer um einen Betrüger handelte.

Grévin France SA Die Grévin France war die größte Einheit innerhalb des Konzerns. Sie war der zweitgrößte Parkbetreiber Frankreichs nach Disney. Ihr gehörten neun Parks/Touristenattraktionen an, allen voran der Parc Asterix mit 1,8 Mio. Besuchern im Jahr, dem ein parkeigenes Hotel angeschlossen ist. Im Gegensatz zu seinem großen Nachbarn Disneyland arbeitet der Parc Asterix hoch profitabel. In direkter Nachbarschaft zum Parc Asterix befand sich mit Mer de Sable ein weiterer Park der Gruppe. Außerdem betrieb man noch das Musée Grévin, mit 600.000 Besuchern im Jahr die größte private Touristenattraktion von Paris, sowie diverse Aquarien, Miniaturenparks und Themenparks, darunter zum Beispiel den Parc Bagatelle, die französischen Walibi-Ableger Walibi Rhône-Alpes und Walibi Aquitaine oder den Wissenschaftspark Bioscope nahe der deutschen Grenze bei Kehl.

Grévin Belgium B.V. In Belgien war man Marktführer mit insgesamt knapp 2,1 Mio. Besuchern jährlich. Die betriebenen Parks waren Bellewaerde Park sowie Walibi Belgium mit dem angeschlossenen Erlebnisbad Aqualibi. Walibi hatte hierbei in Belgien eine Markenbekanntheit von über 90 Prozent, daher sehen viele Belgier Walibi als ihr eigenes Disneyland, wenngleich auch der Vergleich in puncto Größe der Anlagen etwas hinkt. Beide Parks waren Bestandteil der ehemaligen Six Flags European Division (später Star Parks).

Grévin Nederlands N.V. Hier betrieb man das Dolfinarium Harderwijk mit 800.000 Besuchern, den Avonturenpark Hellendoorn mit 500.000 Besuchern sowie den Themenpark Walibi World mit 800.000 Besuchern pro Jahr. Laut eigenen Aussagen war man in den Niederlanden Marktführer und diese das zweitwichtigste Standbein nach Frankreich.

Rest Außerdem betrieb man noch den Aquaparc in Le Bouveret in der Schweiz mit ca. 315.000 Besuchern sowie den englischen Freizeitpark Pleasurewood Hills mit 250.000 Besuchern pro Jahr.

Weblinks Offizielle Website von Grévin et Cie Offizielle Seite der Muttergesellschaft CdA

Einzelnachweise

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