Metropolitan Manila (im lokalen Sprachgebrauch kurz Metro Manila, oder Kamaynilaan) oder die National Capital Region (NCR) (Filipino Pambansang Punong Rehiyon; ) ist die Metropolregion um die Stadt Manila, die Hauptstadt der Philippinen, und zugleich eine Region auf der philippinischen Hauptinsel Luzon. Ihre Gesamteinwohnerzahl beträgt 12.877.253 Menschen (Volkszählung 1. August 2015). Sie ist eine von insgesamt zwölf Metropolregionen auf den Philippinen. Sie umfasst die eigentliche Stadt Manila, 15 weitere Städte (Caloocan, Las Piñas, Makati, Malabon, Mandaluyong, Marikina, Muntinlupa, Navotas, Parañaque, Pasay, Pasig, Quezon, San Juan, Taguig, Valenzuela) und die Gemeinde Pateros. Metro Manila ist das politische, wirtschaftliche, kulturelle und industrielle Zentrum des Landes.

Geografie Klima mini|Am 26. September 2009 fiel in Metro Manila die höchste Regenmenge der Geschichte.

Metro Manila liegt in den wechselfeuchten Tropen, die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 26,7 Grad Celsius und schwankt im Laufe des Jahres nur um knapp vier Grad Celsius. Von Januar bis April herrscht ein arides, von Mai bis Dezember ein humides Klima.

Durchschnittlich fallen in einem Jahr 2069 Millimeter Niederschlag, fast drei Viertel davon allein in den Monaten Juni bis September, wenn Manila sich im Einflussbereich des Südwest-Monsuns befindet. Schwere Regenfälle führen während des Monsuns immer wieder zu Überschwemmungen.

Häufig suchen auch Taifune die Stadt heim. Taifune gehören zu den schwersten Naturkatastrophen in Manila. Oft richten sie starke Zerstörungen mit zahlreichen Toten an. Schwere Schäden entstehen nicht nur durch die hohen Windstärken, sondern auch durch die häufig sehr starken Niederschläge in kürzester Zeit, die zu Überschwemmungen führen.

Am 26. September 2009 führte der Taifun „Ketsana“ (auf den Philippinen „Ondoy“ genannt) in Metro Manila zu den schwersten Überschwemmungen seit 42 Jahren. Dabei starben mindestens 337 Menschen, etwa 80 Prozent der Stadt standen unter Wasser., Tagesschau vom 30. September 2009Immer mehr Tote auf den Philippinen, wetter.info vom 11. Oktober 2009 Nach Angaben der Philippine Atmospheric, Geophysical and Astronomical Services Administration (PAGASA) fiel mit 455 Millimetern Niederschlag innerhalb von 24 Stunden die höchste Regenmenge der bekannten Geschichte. Der frühere Rekordwert von 334,5 Millimetern in 24 Stunden war am 7. Juni 1967 gemessen worden.Flood blamed on record rainfall, Manila Bulletin vom 28. September 2009

Umweltprobleme mini|Mülldeponie in Payatas mini|Müllsammler

Manila zählt zu den Städten in der Welt mit der höchsten Luftverschmutzung. Diese übersteigt die zulässigen Grenzwerte der Welthandelsorganisation (WTO) um das Dreifache. Der hohe Gehalt an Feinstaub stellt das größte Problem dar. Die Ursachen liegen sowohl in den zahlreichen Fabrikanlagen und Kraftwerken als auch im Verkehr und der Müllverbrennung.

Täglich werden in der Hauptstadtregion 7000 Tonnen Müll produziert. 1995 schloss die Stadt Manila eine mehr als 50 Meter hohe, direkt am Hafen gelegene Mülldeponie („Smokey Mountain“) und räumte den benachbarten Slum mit rund 20.000 Menschen, die am Müllberg lebten.Die Besteigung des Smokey Mountain, Universität Kassel vom 7. März 2008 Heute befindet sich eine der größten Mülldeponien Metro Manilas in Payatas, Quezon City. Hier leben und arbeiten 40.000 Menschen am und vom Müllberg. Am 10. Juli 2000 stürzte der Abfallberg nach heftigen Regenfällen während des Monsuns zusammen und zerstörte die dicht am Berg stehenden Hütten der Müllsammler. Insgesamt forderte das Unglück mindestens 218 Tote, 300 Familien wurden obdachlos.Justice plea over dump collapse, BBC vom 22. August 2000

Auch sauberes Wasser und unzureichende Entsorgungs- und Reinigungskapazitäten für Abwasser, Abgase und Abfälle stellen ein Problem dar. Die Wasserversorgungslage der Haushalte hat sich seit den 1970er Jahren kaum verbessert, weshalb nur wenige Haushalte über eine Abwasserentsorgung verfügen. So ist der Pasig in Manila eine Kloake und biologisch tot, da hier täglich ungefiltertes Abwasser, Hausmüll und Industrieabfälle in den Fluss entsorgt werden. Diese Verschmutzung setzt sich in der Bucht von Manila fort. Müll, Bäume und anderer Unrat, Tierkadaver, werden von den Flüssen und den Regenfällen ins Meer geschwemmt und verwandeln das Wasser der Bucht in eine braune, manchmal unangenehm riechende Brühe. Baumstämme, Plastiktüten und ähnlicher Müll stellen eine Gefahr für kleinere Schiffe dar, da sie Schäden an Rumpf und Propeller verursachen können. Erst außerhalb der Bucht verdünnen sich die Schadstoffe, und das Wasser wird wieder klar.

Öffentliche Busse, Jeepneys und private Personenkraftwagen haben den größten Anteil an der Luftverschmutzung. Der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid nimmt infolge der fortschreitenden Industrialisierung und eines stetig wachsenden Verkehrsaufkommens und Energiebedarfs schnell zu. Die Folgen sind Atemwegs- und Hauterkrankungen unter der Bevölkerung Manilas. Jährlich sterben rund 2000 Menschen an den Auswirkungen der Umweltverschmutzung. Die unzureichenden technischen Anlagen in den Fabriken führen häufig zu Beeinträchtigungen. Programme der Regierung, die Umweltverschmutzung einzudämmen, waren bisher erfolglos. Ursachen sind vor allem die mangelnde Kontrolle, fehlende finanzielle Mittel und die verbreitete Korruption.Luxusgut saubere Umwelt – Manilas Kampf gegen den Müll, Deutsche Welle vom 28. Dezember 2006

Städte, Gemeinden und Verwaltung mini|hochkant|Städte und Gemeinden der Nationalen Hauptstadtregion

1946 wurde Manila Hauptstadt der unabhängigen Republik Philippinen, verlor jedoch diesen Status am 17. Juni 1948 durch den Republic Act Nr. 333 an Quezon. Durch den Presidential Decree Nr. 940 erhielt Manila am 24. Juni 1976 den Status als Hauptstadt der Philippinen zurück. Quezon wurde, zusammen mit Manila und zu diesem Zeitpunkt noch 11 weiteren Städten (insgesamt 13), ein Teil der National Capital Region (NCR), auch Metro(politan) Manila genannt. Verschiedene Regierungsbeamte einschließlich der Batasang Pambansa (ehemaliges Parlament der Philippinen) und letztlich auch das Repräsentantenhaus verblieben in Quezon.

Die Hauptstadtregion wird von der Metropolitan Manila Development Authority (MMDA) verwaltet, deren Exekutivorgan der Metro Manila Council ist. Der Rat besteht aus den Bürgermeistern von allen 17 Städten und Gemeinden von Metro Manila unter der Leitung eines höherrangigen Funktionärsgremiums und untersteht dem Präsidenten der Philippinen. Der Rat verabschiedet Gesetze, legt die Grundsteuer fest und teilt den einzelnen Ressorts der Stadtverwaltung ihre finanziellen Mittel zu.Offizielle Website der

Neben der Metropolregion Metro Manila, auch National Capital Region (NCR) genannt, die sich mit ihren 14 Bezirken der Hauptstadt und 16 weiteren Gemeinden über eine Fläche von 638 Quadratkilometern erstreckt, werden auch größere Gebiete um Manila herum als Greater Manila Area (GMA) bzw. Mega Manila Region (MMR) bezeichnet, die zusätzlich verschiedene Provinzen beinhalten. Allerdings gibt es für diese Bezeichnungen keine offiziellen Definitionen.

Bevölkerung Einwohnerentwicklung Lebten 1876 in der Stadt Manila weniger als 100.000 Menschen, so wuchs diese Zahl stetig und lag 2007 bei 1,7 Millionen., National Statistics Office Durch die eng gezogenen Stadtgrenzen hat sich die Bevölkerungszunahme inzwischen deutlich abgeschwächt, diese findet nun vor allem in den Vororten statt, so dass Metro Manila inzwischen 12,9 Millionen Einwohner aufweist.

Ein erheblicher Teil des Bevölkerungswachstums der Metropolregion ist seit Beginn der kolonialen Entwicklung auf Einwanderung zurückzuführen. Die Zuwanderer kommen, entsprechend der internationalen und überregionalen Bedeutung der Stadt, nicht nur aus dem angrenzenden Hinterland, sondern aus allen Teilen der Philippinen und den benachbarten Staaten. Das Ergebnis ist ein Konglomerat von Menschen mit unterschiedlichem ethnischen und sprachlichen Hintergrund.

+ Bevölkerungsentwicklung der Agglomeration Metro Manila laut Vereinte Nationen Jahr Einwohnerzahl19501.544.00019602.274.00019703.534.00019805.955.00019907.973.00020009.958.000201011.887.000201713.272.000202414.942.000

Die folgende Übersicht zeigt die Volkszählungsergebnisse nach dem jeweiligen Gebietsstand.Metro Manila, Universität Wien (PDF; 170 kB) Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die Gemeinde in ihren politischen Grenzen, ohne politisch selbständige Vororte.

+Daten der Volkszählung vom 1. August 2015 Stadt/GemeindeEinwohner Fläche in km² Einwohner/km² Erster Bezirk (Stadt Manila) Manila, Stadt 1.780.148 38,55 46.178 Zweiter Bezirk (Nordost-Metro Manila) Mandaluyong, Stadt 386.276 11,26 34.305 Marikina, Stadt 450.741 33,97 13.269 Pasig, Stadt 755.300 31,00 24.365 Quezon, Stadt 2.936.116 161,12 18.223 San Juan, Stadt 122.180 5,94 20.569 Dritter Bezirk (Nordwest-Metro Manila) Caloocan, Stadt 1.583.978 53,33 29.701 Malabon, Stadt 365.525 15,76 23.193 Navotas, Stadt 249.463 10,77 23.163 Valenzuela, Stadt 620.422 44,58 13.917 Vierter Bezirk (Süd-Metro Manila) Las Piñas, Stadt 588.894 41,54 14.177 Makati, Stadt 582.602 21,57 27.010 Muntinlupa, Stadt 504.509 46,70 10.803 Parañaque, Stadt 665.822 47,69 13.961 Pasay, Stadt 416.522 19,00 21.922 Pateros, Gemeinde 63.840 2,10 30.400 Taguig, Stadt 804.915 53,67 14.997 Gesamt Metro Manila 12.877.253 638,55 20.166

Wohnsituation mini|Slum in Manila

Die Dynamik durch den immensen Bevölkerungsdruck seit Mitte des 20. Jahrhunderts bewirkte insgesamt eine unkontrollierte Expansion der Agglomeration Manila. Die Planung konnte mit diesen Veränderungen nicht mithalten. Täglich entstanden an der Peripherie informelle Siedlungen (Squatter Camps). Die Folge war eine überproportionale Zunahme der Bevölkerung in diesen Siedlungen, die in Caloocan, Mandaluyong, Navotas, Pateros, Pasay und Tondo einen Anteil von zwei Fünftel bis zu drei Viertel an der Gesamtbevölkerung besitzt., Universität Mainz

Die starke flächenhafte Ausdehnung der Stadt lag nicht nur am Bevölkerungswachstum, sondern auch an der Bauweise. Die meist ein- bis zweigeschossigen Bungalowsiedlungen der Oberschicht und die dicht gedrängten Elendsviertel verbrauchen viel mehr Platz, als für moderne Hochhäuser erforderlich wäre. Während die Hütten in den Squatter Camps von den Zuwanderern ohne rechtliche Erlaubnis der zuständigen Behörde oder des Landbesitzers errichtet wurden, entstanden die Slums in der Kernstadt durch baulichen Verfall und Vernachlässigung der früheren Bewohner.

Auf der anderen Seite wurden seit den 1980er-Jahren zahlreiche Hochhäuser, Luxuswohnsiedlungen, Banken, Versicherungen und Einkaufszentren errichtet. Die wohlhabenden Bewohner verließen das Stadtzentrum und siedelten sich außerhalb des verdichteten Kerngebietes an. So entstanden moderne Wohnviertel der Oberschicht vor allem in Bel Air Village, Dasmariñas Village und Forbes Park, sowie zahlreiche andere Viertel wie Ayala Alabang in Muntinlupa, Greenhills in San Juan, Valle Verde Village in Pasig und die White Plains in Quezon. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung lebt in diesen von Mauern und Wachposten geschützten Wohngebieten (vgl. Gated Community). Diese dienen nicht nur der Trennung von wohlhabender und mittelloser Bevölkerung, sondern auch dem Schutz vor Gewalt und Kriminalität.

Heute erstrecken sich rund um ein hochverdichtetes Stadtzentrum weitläufige zersiedelte Peripherien mit geringer städtischer Infrastruktur. Insgesamt leben etwa die Hälfte der Einwohner von Metro Manila in Slums und Squatter Camps. Die informelle Bautätigkeit ist für einen überwiegenden Teil der Bewohner die einzige Möglichkeit an Wohnraum zu kommen. Die inadäquate Wohnsituation und die zahlreichen ökologischen Probleme haben die Regierenden in die Verantwortung gezogen, über eine neue Stadtplanungspolitik nachzudenken.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft mini|1000px|zentriert|Skyline von Makati, dem Finanzzentrum von Metro Manila