Joy Division war eine Post-Punk-Band aus Manchester, die 1976 von Peter Hook und Bernard Sumner gegründet wurde. Zu ihrem ersten Konzert wurde sie noch als Stiff Kittens angekündigt, trat zeitweise als Warsaw auf und benannte sich 1978 in Joy Division um. Die Band gilt als einer der frühen Protagonisten des Post-Punks und als Bezugspunkt für nachfolgende Entwicklungen, besonders im Pop, Rock und Metal. Ebenso gilt sie als direkter Wegbereiter der Genres Dark Wave und Gothic Rock, denen die Band teilweise zugeordnet wird. Nach dem Suizid ihres Sängers Ian Curtis löste sie sich auf, woraufhin sich Hook, Sumner und Stephen Morris 1980 zusammen mit Gillian Gilbert als New Order neu formierten.
Geschichte Gründung 1976 gründeten Peter Hook, Bernard Sumner und Terry Mason, nach dem Besuch eines Sex-Pistols-Konzerts in Manchester 1976, eine Band, die zu Beginn noch ohne Namen blieb. Sumner ließ zur Gründung verlauten, dass für ihn die Sex Pistols den Mythos des Popstars als eine Art von anzubetendem Gott demontiert hätten. Weihnachten 1975 hatte er eine Gitarre von seinen Eltern geschenkt bekommen, und Hook bot sich als Bassist an. In ihrer ersten Besetzung probte die Band mit Mason als Sänger, der nach kurzer Zeit jedoch zur Rhythmusgitarre und dann an das Schlagzeug wechselte. Per Anzeige am schwarzen Brett des lokalen Virgin-Records-Stores suchte die Band erfolglos nach einem neuen Sänger. Zunächst wurden Freunde und Bekannte für die vakante Position ausprobiert, die Suche scheiterte aber weiterhin. Unterdessen wurde Mason aufgrund mangelnden Talents auch als Schlagzeuger entlassen und vorerst als Manager eingesetzt. So bestand die Band vorübergehend ausschließlich aus Sumner und Hook und verschliss in den folgenden Wochen diverse potentielle Schlagzeuger und Sänger.
Neuer und finaler Sänger der Band wurde schließlich Ian Curtis. Hook zufolge begegneten sich die Bandmitglieder und Curtis in ihrer Anfangsphase einige Male, sprachen aber nicht oder nur sehr wenig miteinander. Beim dritten Manchester-Konzert der Sex Pistols, im Dezember 1976, änderte sich jedoch der Kontakt. Sumner und Hook wurden durch das neon-orange Tag Hate auf Curtis’ Jacke auf ihn aufmerksam und eine lose Freundschaft entstand. Curtis hatte zu diesem Zeitpunkt bereits selbst eine Band gegründet und probte mit dem Schlagzeuger Martin Jackson, der später zu den Gründungsmitgliedern von Magazine gehören sollte, dem Gitarristen Iain Gray, einem engen Freund, sowie mit dem späteren Morrissey-Bassisten Richard Kedzior unter dem Namen Wild Ram. Nachdem seine Band zerfiel, trat er dem Projekt, aus dem Joy Division werden sollte, bei. Die genauen Umstände des Bandeinstiegs sind nicht eindeutig nachvollziehbar. Entweder meldete er sich auf eine weitere Anzeige bei Virgin Records oder der Beitritt ergab sich aus einem direkten Gespräch zwischen Curtis, Hook und Sumner beim vierten und letzten Manchester-Konzert der Sex Pistols am 19. Dezember 1976.
Als Warsaw Konzerte als Warsaw 29. Mai 1977 Electric Circus, Manchester 31. Mai 1977 Rafters, Manchester 3. Juni 1977 The Squat, Manchester 6. Juni 1977 Guild Hall, Newcastle 16. Juni 1977 The Squat, Manchester 25. Juni 1977 The Squat, Manchester 30. Juni 1977 Rafters, Manchester 20. Juli 1977 Stocks, M. (A Talent Contest) 20. Juli 1977 Tiffany’s, Leicester 27. Aug. 1977 2x Eric’s, Liverpool 14. Sept. 1977 Rock Garden, Middlesbrough 24. Sept. 1977 The Electric Circus, Manchester 2. Okt. 1977 Electric Circus, Manchester 7. Okt. 1977 Salford College of Technology, M. 8. Okt. 1977 Manchester Polytechnic, Manchester 13. Okt. 1977 Rafters, Manchester 19. Okt. 1977 Pipers, Manchester 24. Nov. 1977 Rafters, Manchester 31. Dez. 1977 The Swingin’ Apple, Liverpool In dieser Konstellation und weiterhin ohne Schlagzeuger bot Pete Shelley von den Buzzcocks Hook und Sumner an, im Vorprogramm eines Konzerts der Buzzcocks mit der Band Penetration am 29. Mai 1977 im Electric Circus zu spielen. Die Musiker sagten zu und staffierten sich neu aus, um ihren Wiedererkennungswert zu erhöhen. Hook besorgte sich ein Plastikkäppi, deutsche Militärstiefel und ließ sich einen Oberlippenbart wachsen, Sumner beschaffte sich wieder Pfadfinderkleidung. Die Band suchte inzwischen auch verstärkt nach einem neuen Schlagzeuger, den sie in John ‘Tony’ Tabac einen oder zwei Abende vor dem Konzert fanden. Etwa zeitgleich erfolgte die Umbenennung der Stiff Kittens in Warsaw. Plakate und Flugblätter für das Konzert wurden vom Buzzcocks-Manager Richard Boon dennoch unter Aufführung des alten Namens gedruckt, was zu nachhaltigen Spannungen zwischen Warsaw und den Buzzcocks führte. Curtis eröffnete den Abend mit der Ansage Das Konzert wurde von Paul Morley im NME besprochen, der einen positiven Eindruck vermittelte. Zwei Tage später spielte die Band, dieses Mal richtig als Warsaw angekündigt, als Vorband von den Heartbreakers.
Im weiteren Verlauf des Jahres 1977 spielte Warsaw eine Reihe von Konzerten, bei denen sie zum Teil als Eröffnungsakt renommierter Bands auftraten. Einige dieser Auftritte verdankten sie, dem Musikjournalisten Dave Thompson zufolge, ihrem späteren Produzenten Martin Hannett, der 1977 an der Booking-Agentur Music Force beteiligt war. Er soll, so Thompson, Warsaw bei ihrem ersten Konzert gesehen haben und sei von ihnen angetan gewesen. Laut Hook sah Hannett Warsaw allerdings erst am 7. Oktober 1977 bei ihrem Auftritt am Salford College of Technology. Das Jahr bestritt Warsaw unter anderem mit Auftritten mit den Drones, The Fall, The Negative, Generation X, The Worst, den Adverts und Slaughter and the Dogs. Der zweite Auftritt im Squads am 25. Juni 1977 mit The Worst wurde von Tony Moon im Sounds positiv besprochen. Kurz nach diesem Auftritt wurde Tony Tabac wegen Drogendelikten verhaftet, und Warsaw blieben erneut ohne Schlagzeuger zurück. Fünf Tage später übernahm Steve Brotherdale die Position des Drummers, konnte sich aber nicht in das soziale Gefüge der Band einfinden. Brotherdale besetzte die Position, bis er Ende August von Rob Gretton für The Panik abgeworben wurde.
Zum Teil wurden Warsaws Konzerte von Ausschreitungen begleitet. Der erste Auftritt, der eskalierte, war ein Konzert am 30. Juni 1977 im Rafters in Manchester, bei dem Curtis betrunken das Mobiliar des Lokals zerschlug und sich in Scherben auf dem Boden wälzte. Hook interpretierte den Ausbruch später als eine Reminiszenz an den von Curtis verehrten Iggy Pop. Weitere Ausschreitungen wurden durch lokale Rivalitäten der Bands und ihrer Freundes- und Fankreise begründet.
Warsaw spielte vornehmlich in Manchester und verdienten kaum an ihren Auftritten. Aus diesem Grund wurde, zu der Zeit noch mit Steve Brotherdale, am 18. Juli 1977 ein erstes Demoband in den Pennine Sound Studios eingespielt, um die Band bei Konzertveranstaltern in anderen Städten zu promoten. Das Demo enthielt die Stücke Inside the Line, Gutz for Garters, At a Later Date, The Kill und You’re No Good for Me. The Kill und Inside the Line wurden von Curtis geschrieben, die anderen drei Stücke von Hook. Mason kopierte die Demobänder, indem er zwei Kassettenrekorder einander gegenüberstellte, und nahm auf diese Weise auch Hintergrundgeräusche aus dem laufenden Fernsehprogramm und Fragmente aus Unterhaltungen mit seiner Mutter auf. Als Reaktion auf das derart gestörte Band wurde die Gruppe von den angeschriebenen Konzertveranstaltern rundum abgelehnt. Erst als Hook und Sumner das Demoband kontrollierten, fiel die mangelhafte Überspielung auf, Mason wurde als Manager entlassen und zum Roadie ernannt. Danach teilten sich die Musiker die Aufgaben des Managements vorerst. Es wurden neue Kopien des Masterbands angefertigt und als Demos verschickt, und schließlich wurde Warsaw auch gebucht. Das ursprüngliche Demoband erschien nach der Auflösung von Joy Division als Bootleg. Der Titel The Kill wurde in der Aufnahmesession zum Joy-Division-Debütalbum Unknown Pleasures (1979) erneut eingespielt, jedoch nicht mit auf das Album genommen und in dieser Version erst 1981 auf der Compilation Still veröffentlicht.
Nach dem ersten Konzert außerhalb von Manchester hatte Rob Gretton Steve Brotherdale als Schlagzeuger abgeworben, und die Band platzierte erneut Anzeigen in Musikgeschäften, um ihn zu ersetzen. Auf eine der Anzeigen reagierte Stephen Morris und wurde nach einem Vorspiel, das Hook und Sumner sofort begeisterte, engagiert. Bis zum Ende von Joy Division sollte die Band in dieser Konstellation fortbestehen. Das zweite Konzert mit Morris, am 14. September 1977 im Rock Garden in Middlesbrough, wurde vom Konzertveranstalter Bob Last aufgezeichnet und später als einziges Live-Bootleg von Warsaw zu einem begehrten Sammlerstück. Der nächste Auftritt fand im Rahmen des Abschiedsfestivals des Electric Circus statt und wurde von Virgin Records dokumentiert. Warsaw eröffnete den zweiten Tag des zweitägigen Festivals. Durch eine Panne des Aufnahmewagens wurde ausschließlich das Stück At A Later Day aufgenommen. Der Auftritt begann damit, dass Sumner mit den Worten an Curtis’ Mikrofon ging. Ein Teil der Festivalaufnahmen wurde als 10" unter dem Titel Short Circuit: Live at the Electric Circus 1978 veröffentlicht. Warsaw hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits umbenannt und ist auch als Warsaw auf dem Sampler aufgeführt.
Trotz langsam steigender Popularität als Liveband hatte die Band Hook zufolge Besonders Curtis litt unter dem Stillstand. Als Manager von Warsaw ermöglichte er es schließlich, für 600 £ insgesamt 1000 Kopien einer Single pressen zu lassen und nahm einen Kredit auf, um die Summe aufzubringen. Am 14. Dezember 1977 wurden No Love Lost, Leaders of Men, Failures und Warsaw aufgenommen. Sie wurden als 7"-EP mit dem Titel An Ideal for Living und unter dem Namen Joy Division am 3. Juni 1978 veröffentlicht. Nach den Aufnahmen und noch bevor Sumner ein Cover entworfen hatte, beschloss Warsaw, ihren Namen erneut zu ändern. In der Zwischenzeit hatte die Londoner Punkband Warsaw Pact mit der in 24 Stunden aufgenommenen, produzierten und veröffentlichten Platte Needle Time für Schlagzeilen gesorgt, was zu häufigen Verwechslungen führte und es der Band unter dem Namen Warsaw erschwerte, Auftrittsmöglichkeiten zu erhalten. Nach längeren Diskussionen um den Namen vollzogen sie den Wechsel hin zu Joy Division. Am 31. Dezember 1977 gab die Band im The Swingin’ Apple in Liverpool ihr letztes Konzert unter dem Namen Warsaw.
1978: Die Anfänge als Joy Division Konzerte 1978 25. Jan. 1978 Pips, Manchester 14. Apr. 1978 Battle of the Bands im Rafters, M. 20. Mai 1978 Mayflower Club, Manchester 9. Juni 1978 Russell Club, Manchester (Factory) 12. Juli 1978 Band on the Wall, Manchester 27. Juli 1978 Roots Club, Manchester 28. Juli 1978 Russell Club, Manchester (Factory) 29. Aug. 1978 Band on the Wall, Manchester 4. Sept. 1978 Band on the Wall, Manchester 4. Sept. 1978 Eric’s, Liverpool 10. Sept. 1978 Royal Standard, Bradford 22. Sept. 1978 Coach House, Huddersfield 26. Sept. 1978 Band on the Wall, Manchester 2. Okt. 1978 Institute of Technology, Bolton 12. Okt. 1978 Kelly’s, Manchester (RAR) 20. Okt. 1978 Factory, Manchester 24. Okt. 1978 Fan Club, Leeds 26. Okt. 1978 Band on the Wall, Manchester 4. Nov. 1978 2x Eric’s, Liverpool 14. Nov. 1978 The Odeon, Canterbury 15. Nov. 1978 Brunel University, Uxbridge 20. Nov. 1978 Check Inn, Altrincham 26. Nov. 1978 New Electric Circus, Manchester 1. Dez. 1978 College of Technology, Salford 22. Dez. 1978 Revolution Club, York 27. Dez. 1978 Hope & Anchor, London Erste Auftritte und Aufnahmen als Joy Division