mini|Jehangir Ratanji Dadabhoy Tata (1955) Jehangir Ratanji Dadabhoy Tata (auch J. R. D. Tata, Jahangir Ratanji Dadabhai Tata; * 29. Juli 1904 in Paris; † 29. November 1993 in Genf) war ein indischer Unternehmer und Luftfahrtpionier, der die Tata Group über mehr als fünf Jahrzehnte prägte und als eine Schlüsselfigur der indischen Zivilluftfahrt gilt. Zu seinen bekanntesten Leistungen zählen der Aufbau von Tata Airlines und Air India sowie die starke Expansion des Tata-Konzerns in der Mitte des 20. Jahrhunderts.
Leben Er wurde als Sohn des Unternehmers Ratanji Dadabhoy Tata und der Französin Suzanne Brière in Paris geboren. Die Familie Tata, ursprünglich eine Familie von parsischen Priestern, hatte sich durch Jamshedji Tata, der sich dem Handel und Unternehmertum zugewandt hatte, zu einer Dynastie Industrieller entwickelt. Ratanji Dadabhoy Tata war ein Cousin von Jamshedji Tata.
„Jeh“ oder J. R. D., wie er bekannt war, verbrachte einen großen Teil seiner Kindheit in Frankreich; seine Kindheit und Jugend verliefen zwischen Frankreich und Indien, Französisch war seine erste Sprache, und der Badeort Hardelot in Nordfrankreich war für seine frühe Faszination für das Fliegen wichtig. Inspiriert wurde er dort durch den französischen Vorreiter der Luftfahrt Louis Blériot, und er lernte fliegen.
Nach seiner Ausbildung leistete er etwa ein Jahr Dienst in der französischen Armee. 1930 heiratete er Thelma Vicaji. Tata starb am 29. November 1993 in Genf; beigesetzt wurde er in Paris.
Wirken Tata-Gruppe Im Jahr 1925 trat Tata als unbezahlter Lehrling in Tata Sons ein und übernahm 1938 im Alter von 34 Jahren den Vorsitz des Unternehmens. J. R. D. Tata entwickelte den Familienkonzern entscheidend weiter und stand damit mehr als 50 Jahre an der Spitze der Tata-Gruppe. Unter seiner Führung wuchs die Tata-Gruppe, die für die Wirtschaft Indiens eine wichtige Rolle spielt, von 14 auf 95 Unternehmen und von einem Konzernwert von rund 100 Millionen US-Dollar auf etwa 5 Milliarden US-Dollar; zugleich stieß sie unter anderem in die Automobil-, Luftfahrt- und IT-Branche vor. Er gilt als einer der Vordenker der indischen Industrialisierung. Nennenswert ist sein Anspruch, Geschäfte nach hohen ethischen Maßstäben zu führen. Sein Nachfolger wurde Ratan Tata.
Luftfahrt Am 10. Februar 1929 erhielt er als erster Inder die erste in Indien ausgestellte Pilotenlizenz. Er gilt als Vater der indischen Luftfahrt: 1932 gründete er mit Tata Airlines die erste indische Luftlinie, aus der 1946 die Air India hervorging. Am 15. Oktober desselben Jahres steuerte er selbst den ersten kommerziellen Flug der Gesellschaft von Karatschi nach Juhu bei Bombay (heute Mumbai); an Bord befanden sich 25 Kilogramm Luftpost. 1948 begann mit Air India International der internationale Ausbau auf der Strecke Bombay–London. Nach der Verstaatlichung 1953 blieb Tata auf Wunsch der Regierung Vorsitzender von Air India und saß zugleich im Board von Indian Airlines; in den folgenden 25 Jahren galt sein Augenmerk besonders Servicequalität, Pünktlichkeit und operativen Details.
Auszeichnungen Für seine Leistungen erhielt er 1955 den Padma Vibhushan und 1992 den Bharat Ratna.
Literatur RM Lala: Beyond the Last Blue Mountain, A Life of JRD Tata (1904–1993), 1993, 402 Seiten. RM Lala: The Joy of Achievement, Conversations with JRD Tata, 1997, 194 Seiten Bakhtiar K. Dadabhoy: “JEH” A Life of J. R. D. Tata, 2005, 165 Seiten
Weblinks , 2002 , 2007
Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmer (Indien) Kategorie:Tata-Gruppe Kategorie:Träger des Bharat Ratna Kategorie:Träger des Padma Vibhushan Kategorie:Inder Kategorie:Geboren 1904 Kategorie:Gestorben 1993 Kategorie:Mann