Hans Huber (eigentlich Johann Alexander Huber; * 24. Juni 1852Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig, Archiv, A, I.1, 1660 (Studienunterlagen). [abweichend 28. Juni 1852] in Schönenwerd; † 25. Dezember 1921 in Locarno) war ein Schweizer Komponist, Pianist und Musikpädagoge.Lebenslauf von Hans Huber alt=Hans Huber (1852–1921) Komponist, Pianist Musikpädagoge. Fotografie H.C. Pfünzner, Basel|mini|Hans Huber (1910) mini|hochkant|Hans Huber als junger Mann.
Leben Hans Huber wurde im solothurnischen Schönenwerd geboren. Dort nahm sein Vater eine Stelle als Buchhalter an und Hans Huber verbrachte in der Folge die ersten Jahre seiner Kindheit. Seine ersten musikalischen Eindrücke soll er durch den Besuch der Messen in der dortigen Stiftskirche und durch seine Eltern erhalten haben – der Vater war Amateurmusiker, auch die Mutter stammte aus einer «musikliebenden Familie». Zehnjährig wurde Hans Huber in das dem St. Ursenstift in Solothurn angeschlossene Partisteninstitut aufgenommen und zum Sängerknaben ausgebildet. Früh zeigte er sein Talent am Klavier. 1870 begann er sein Studium bei Carl Reinecke am Konservatorium Leipzig.
Nach einer ersten Anstellung im Elsass zog er 1877 nach Basel, wo er als Klavierlehrer an der Allgemeinen Musikschule wirkte, die er ab 1896 leitete. Zusammen mit dem in Zürich wirkenden Friedrich Hegar regte Huber die Gründung des Schweizerischen Tonkünstlervereins (STV) im Jahre 1900 an. Ebenso war er für die Gründung des Basler Konservatoriums (1905) zuständig. Mit dem Ehrendoktortitel der Universität Basel (1892) ausgezeichnet, leitete er von 1899 bis 1902 den Basler Gesangverein und amtierte bis 1918 als Direktor des Konservatoriums in Basel.
alt=Büste von 1921 für Dr. Hans Huber (1852–1927) Komponist, Pianist und Musikpädagoge. Von Otto Roos (1887–1945), Bildhauer|mini|hochkant|Büste von Otto Roos, Musik-Akademie der Stadt Basel Als Hans Hubers Hauptwerke gelten: Opern Der Simplicius (Libretto: Albrecht Mendelssohn Bartholdy) und Die schöne Belinda (Gian Bundi); das Oratorium Weissagung und Erfüllung, Missa festiva; acht Sinfonien (Nr. 1 Tell-Sinfonie op. 63, Nr. 2 Böcklin-Sinfonie op. 115, Nr. 3 Heroische op. 118, Nr. 7 Schweizerische); vier Klavierkonzerte; zwei Violinkonzerte; Klavierquintett op. 111; vier Klaviertrios; neun Violinsonaten; vier Violoncello-Sonaten; zahlreiche Werke für Klavier zu zwei und zu vier Händen, ferner Lieder und Chorwerke mit und ohne Begleitung. Er schrieb auch die Musik für zwei Festspiele von Rudolf Wackernagel, die 1892 für die Kleinbasler Gedenkfeier und 1901 zur Erinnerung an den Eintritt Basels zur Eidgenossenschaft entstanden. Das sinfonische Schaffen brachte Huber Anerkennung durch die Fachwelt und die Festspielmusiken verhalfen ihm zu grosser Popularität.
Seine letzten Lebensjahre verbrachte Hans Huber in Minusio in der Villa Ginia und verstarb 1921 in Locarno. Er heiratete 1880 Ida Angelika Petzold. Sie war die Tochter des Karl Eugen Petzold. Ihre gemeinsame Tochter Elisabeth (geb. 15. Januar 1889; gest. 28. August 1972) heiratete Franz Merke.
Zu seinen Ehren wurde der Kammermusiksaal des Basler Stadtcasinos in Hans Huber-Saal umbenannt; zudem wurde 1930 im Basler Stadtteil Gundeldingen eine Strasse nach ihm benannt. Hans-Huber-Strassen gibt es auch in Solothurn (in einem kleinen «Komponistenquartier», in dem auch Strassen nach Stephan Jaeggi und Edmund Wyss benannt sind) und in Zürich.
Werke (Auswahl) Orchesterwerke mini|hochkant|Villa Ginia
Sinfonien Sinfonie Es-Dur (unvollständig, 1870–1877) 1. Sinfonie d-Moll (Tell-Sinfonie, 1880) Sinfonie A-Dur (ursprünglich 2. Sinfonie, vom Komponisten zurückgezogen, 1889) 2. Sinfonie e-Moll (Böcklin, 1897, 1900) 3. Sinfonie C-Dur (Heroische, 1902) 4. Sinfonie A-Dur (Akademische, 1903, 1917) 5. Sinfonie F-Dur (Romantische, Der Geiger zu Gmünd, 1905) 6. Sinfonie A-Dur (Giojosa, 1911) 7. Sinfonie d-Moll (Schweizerische, 1917) 8. Sinfonie F-Dur (Frühling, 1920)
Klavierkonzerte Klavierkonzert Nr. 1 c-Moll, op. 36 (1878) Klavierkonzert Nr. 2 G-Dur, op. 107 Klavierkonzert Nr. 3 D-Dur, op. 113 (1899) Klavierkonzert Nr. 4 B-Dur (1911)
Sonstige Solowerke mit Orchester 2 Violinkonzerte Suite für Violoncello und Orchester
Weitere Orchesterwerke Eine Lustspiel-Ouvertüre, op. 50 (1878) Sinfonische Einleitung zur Oper Der Simplicius An das Vaterland (sinfonische Ode) 2 Serenaden: Sommernächte (1885) und Winternächte (1895)
Bühnenwerke
Chorwerke
Kammermusik und sonstige Werke
Literatur
Ernst Thomas Markees: Hans Huber. In: Die Schweiz – schweizerische illustrierte Zeitschrift. Bd. 1, 1897, S. 113–116.
Edgar Refardt: Hans Huber. Leben und Wirken eines Schweizer Musikers. Zürich 1944.
Edgar Refardt: Briefe an Hans Huber. In: Basler Jahrbuch, 1939, S. 170–188. Edgar Refardt: Die Bedeutung Hans Hubers für das Basler Musikleben. In: Basler Jahrbuch, 1924, S. 51–79.
Weblinks
Kurzbiographie und Werkeverzeichnis auf Klassika – Die deutschsprachigen Klassikseiten Porträt von Hans Huber bei der Hans Huber Stiftung Schönenwerd
Einzelnachweise
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