mini|Von Aldo Novarese entworfene Schriften Aldo Novarese (* 29. Juni 1920 in Pontestura, Italien; † 16. September 1995 in Turin) war ein italienischer Typograph, Schriftentwerfer und Lehrer.
Biografie In den Jahren 1931–1933 besuchte Novarese die Scuola Arteri Stampatori in Turin, wo er die Techniken Holzschnitt, Kupferstich und Lithographie erlernte. Danach besuchte er bis 1936 die Scuola Tipografica Giuseppe Vigliandi Paravia in Turin, an der er von 1948 bis 1958 auch Grafikdesign unterrichtete. 1936 wurde er als Zeichner bei der Schriftgießerei Nebiolo eingestellt; ab 1952 wirkte er dort als Art Director. In dieser Zeit entwickelte er (mit Alessandro Butti) unter anderem die Schrift Microgramma, die Vorläuferin der Eurostile. 1975 verließ er das Unternehmen und machte sich als Schriftendesigner selbständig.
Neben der Schriftgestaltung war Aldo Novarese auch als Grafikdesigner erfolgreich tätig und widmet sich dem Studium der Typografie und Werbung.
Schriftentwürfe Novarese entwarf über 150 Schriften, darunter sowohl Innovative als auch Klassiker. Einige seiner Entwürfe sind:
Landi Linear, 1943 Athenaeum (mit A. Butti), 1945 Central, Normandia (mit A. Butti), 1951 Microgramma (mit A. Butti), 1952 Cigno, 1954 Fontanesi, 1954 Juliet, 1955 Ritmo, 1955 Egizio, 1955–58 Garaldus, 1956 Slogan, 1957 Recta, 1958–61 Estro, 1961 Eurostile, 1962 Nova Augustea (nach A. Butti), 1964 Forma, 1966 Magister, 1966 Metropol, 1967 Stop, 1971 Lapidar, 1977 ITC Fenice, 1977–80 Nadianne Novarese, 1978 Expert, 1983 ITC Symbol, 1984 Colossalis BQ, 1984 ITC Mixage, 1985 Arbiter BQ, 1989
Schriftenklassifizierungssystem
Im 20. Jahrhundert haben viele Künstler versucht, Systeme für die Klassifizierung von Schriftarten zu entwickeln, z. B. François Thibaudeau im Jahre 1924, Maximilien Vox im Jahre 1954, und auch Hermann Zapf und Willy Wengen, die 1964 die ATypI-Klassifikation aus dem Jahre 1962 verbesserten, was zur Norm DIN 16518 führte. Dennoch gibt es bis heute kein allgemein akzeptiertes System.
Auch Aldo Novarese schlug 1956 ein System vor, das laut Daniele Baroni „vor allem aus pädagogischer Sicht überzeugender ist“. Novarese teilt die Schriften nach historischen, ästhetischen und Designkriterien in zehn Familien auf:
Lapidari (Steinschneider) Medievali (gebrochen) Veneziani (venezianisch) Transizionali (transitional) Bodoni Scritti (kalligraphisch, Handschrift imitierend) Ornati (verziert) Egiziani (Egyptienne) Linear Fantasie
Auszeichnungen Goldmedaille im Kunstwettbewerb Ludi Juveniles, 1938 Goldmedaille der Mailänder Messe, 1956 Compasso d’Oro, 1979
Literatur What’s New from ITC? ITC Fenice. In: U&Lc, Upper and Lower case. The International Journal of Typographics, herausgegeben von der International Typeface Corporation (ITC), Ausgabe 7, Nr. 2. Dezember 1980, S. 30–35.
Weblinks Kurzlebenslauf und Schriftenliste (englisch)
Einzelnachweise
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