mini|Blick emsabwärts in Richtung Ortszentrum Haren mini|Blick emsaufwärts in Richtung des ehemaligen Gaskraftwerks Hüntel Haren (Ems) ist eine Stadt an der Ems im Westen Niedersachsens im Landkreis Emsland mit Einwohnern auf 208,8 km².

Geografie Lage Haren (Ems) liegt im zentralen Teil des Emslandes zwischen Meppen und Papenburg an der Ems. Die Gemeinde grenzt mit den Ortschaften Rütenbrock, Schwartenberg, Lindloh und Fehndorf direkt an die Niederlande. Haren liegt wie das restliche Emsland nur wenige Meter über dem Meeresspiegel.

Stadtgliederung Die Stadt Haren (Ems) besteht aus der Kernstadt sowie den folgenden zehn Ortschaften:

Altenberge, Emen-Raken, Emmeln, Erika, Fehndorf, Landegge, Lindloh-Schwartenberg, Rütenbrock, Tinnen und Wesuwe.

Nachbargemeinden Haren grenzt im Norden an die Gemeinden Sustrum, Oberlangen und Lathen, im Osten an die Gemeinde Stavern, im Süden an die Stadt Meppen und die Gemeinde Twist sowie im Westen an die niederländischen Gemeinden Emmen und Westerwolde.

Oberflächengewässer, Moore und andere Feuchtgebiete Das Stadtgebiet von Haren (Ems) liegt hydrologisch im Flusssystem der Ems.

Die Ems prägt als Niederungsfluss mit saisonal schwankenden Wasserständen die Landschaft, den Abfluss, den Sedimenttransport und die Überschwemmungsdynamik im Stadtgebiet. Sie ist schiffbar und Teil der internationalen Flussgebietseinheit Ems im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie.

Neben der Ems verlaufen im Stadtgebiet und der näheren Umgebung weitere bedeutende Gewässer, darunter der Haren-Rütenbrock-Kanal sowie der Dortmund-Ems-Kanal, der als überregionale Wasserstraße lokale Wasserstände und Nutzungen beeinflusst. Westlich von Haren liegt der Dankernsee (rund 40 ha großer Baggersee) mit eigenständigen hydrologischen Eigenschaften, der vor allem als Freizeit- und Badegewässer genutzt wird.

Das Stadtgebiet umfasst zudem zahlreiche Feucht- und Moorlebensräume. Dazu zählen Teile des Naturschutzgebietes Wesuweer Moores (NSG WE 267), eines ehemals großflächigen Hochmoores, das durch Torfabbau stark verändert wurde und heute Gegenstand von Renaturierungsmaßnahmen ist. Das Naturschutzgebiet Tausendschrittmoor (NSG WE 190) stellt einen Hochmoorrest mit wiedervernässten Flächen, Moorwald und Relikten des historischen Torfabbaus dar; es wird vom Haren-Rütenbrock-Kanal durchquert. Haren ist außerdem Teil des Internationalen Naturparks Bourtanger Moor – Veenland, einer grenzüberschreitenden Moorlandschaft mit vielfältigen Feuchtlebensräumen.

Entlang der Ems sowie in Bereichen bei Harenerfähr und Raken finden sich weitere Feuchtlebensräume, darunter Reste von Auen- und Feuchtwäldern, Feuchtgrünland sowie periodisch vernässte Niederungen.

Die hydrologischen und ökologischen Herausforderungen von Haren stehen in engem Zusammenhang mit der Flusslage und umfassen unter anderem Hochwasserrisiken, klimabedingte hydrologische Veränderungen sowie Belastungen des Flussökosystems, etwa durch Sedimentation, eingeschränkte Gewässerstruktur und den Verlust natürlicher Auen. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen werden auf kommunaler und regionaler Ebene Maßnahmen des Hochwasser-, Klima- und Gewässerschutzes umgesetzt, unter anderem im Rahmen von Klimaschutzkonzepten, Deichmaßnahmen und Programmen zur ökologischen Aufwertung von Gewässern.

Untergrundverhältnisse Haren liegt in der Norddeutschen Tiefebene, einem sehr flachen Bereich (meist 9–15 m über NN), geprägt durch das breite Ems-Tal und ehemalige Moorlandschaften wie das Bourtanger Moor. Die Geologie von Haren ist typisch für die Norddeutsche Tiefebene: geprägt durch wiederholte Vergletscherungen, fluvioglaziale Ablagerungen, Ems-Flussprozesse und Moorbildung. Die Landschaft besteht aus sandigen, teilweise schluffigen Ablagerungen, organischen Mächten in Mooren und weitgehend flachem Relief – mit Sedimenten aus Eiszeiten und Warmzeiten überlagert. Das Grundwasser befindet sich meist 3–4 m unter Geländeoberfläche und liegt in einem ungespannten, sandigen Aquifer bis etwa 10–20 m Tiefe. Darunter befinden sich tiefere Sand- und Kiesaquifere, die zur Trinkwassergewinnung genutzt werden. Die Grundwasserneubildung ist aufgrund der durchlässigen Sande relativ hoch und erfolgt überwiegend aus Niederschlag.

Klima In Haren herrscht ein gemäßigtes Seeklima vor, das durch Nordwestwinde von der Nordsee beeinflusst wird.

Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur an der Station im benachbarten Meppen 8,9 °C und es fallen etwa 740 Millimeter Niederschlag. Die tiefsten Temperaturen werden zwischen Dezember und Februar, die Höchstwerte werden im Juli und August erreicht.

Geschichte Mittelalter und Frühe Neuzeit Haren wurde erstmals vor fast 1200 Jahren in einem Corveyer Register urkundlich erwähnt. Die Harener Kirche unterstand der Abtei Corvey.Gerd Steinwascher: Klöster im Emsland vom Mittelalter bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. In: Annuntiata Bays, M. Gerharda Rekers, Franz Solan Nüßlein, Karl Schulte-Wess, Gerd Steinwascher: Von Klöstern und Klosterleuten. Orden wirken im Emsland. Emsländischer Heimatbund, Sögel 1999, ISBN 3-88077-082-4, S. 4–39, hier S. 6.

1304 wurde eine Burg erwähnt, die von ihrem Besitzer dem Bischof von Münster als „offenes Haus“ überlassen werden musste. Bereits um 1000 wurde in Haren ein Corveyer Haupthof erwähnt, der vielleicht mit dieser Burg identisch ist. Ende des 12. Jahrhunderts ging die Besitzung in tecklenburgischen Besitz über.Stadt Haren: Die Burg Haren – Die Herrschaft der Tecklenburger Grafen im Emsland Die Gräfin Jutta von Vechta-Ravensberg verkaufte 1252 ihre Besitzungen an den Bischof Otto II. von Münster, sodass Haren Teil des Niederstifts Münster wurde.

Am Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde Haren fast vollständig zerstört, konnte sich aber bald erholen und wurde zum Zentrum der Püntenschifffahrt auf der Ems.

19. Jahrhundert 1803 wurde der Ort auf Grund der Beschlüsse des Reichsdeputationshauptschlusses dem Herzog Ludwig Engelbert von Arenberg als Ersatz für den Verlust seiner linksrheinischen Gebiete zugeteilt. Haren gehörte nun zum Herzogtum Arenberg-Meppen. 1810 wurde Haren Teil des französischen Kaiserreichs. Im Wiener Kongress wurde das Herzogtum Arenberg-Meppen dem Königreich Hannover zugeteilt, das 1866 nach dem an der Seite Österreichs verlorenen preußisch-österreichischen Krieg von Preußen annektiert und zur Provinz Hannover wurde.

NSDAP-Diktatur Bei den Novemberpogromen 1938 wurde die Synagoge in Haren zerstört. Die jüdische Gemeinde Harens erlosch in der Zeit des Nationalsozialismus aufgrund der Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung der Harener Juden.

Auf dem Gebiet der heutigen Stadt Haren befand sich in der Zeit des Nationalsozialismus das Emslandlager VIII Wesuwe.

Haren 1945–1948: Maczków

mini|Ortseingangsschild Maczków – Haren Seit Mai 1945 bildete Haren für drei Jahre lang das politische und kulturelle Zentrum des polnisch verwalteten Gebiets im Emsland. Im April 1945 erreichten polnische Truppen der Exilregierung gemeinsam mit kanadischen Einheiten unter der Führung des britischen Generalfeldmarschalls Bernard Montgomery die Region. Am 12. April wurde das Lager Oberlangen durch eine kleine Gruppe der 2. Abteilung der 1. polnischen Panzerdivision, die unter der Leitung des Generals Stanisław Maczek stand, befreit. Ein Bauer hatte die polnischen Soldaten auf das Lager mit den polnischen Frauen hingewiesen.

Die erste Zeit blieben die Frauen im Lager, nur Kranke wurden nach England ausgeflogen. Nach der Kapitulation Deutschlands im Mai befanden sich zu diesem Zeitpunkt rund 250.000 Polen, ehemalige Kriegsgefangene, Soldaten und Zwangsarbeiter, in der britischen Besatzungszone. Viele suchten die Nähe der polnischen Division, von der sie sich Schutz und Hilfe versprachen. So waren bald rund 30.000 polnische Zivilisten und rund 18.000 polnische Soldaten im Emsland und bildeten eine polnische Enklave.

Da insbesondere durch die Westverschiebung Polens für viele die Situation im Heimatland noch zu unübersichtlich war, blieben sie in der britischen Zone. So musste die britische Militärregierung für Unterkünfte sorgen. In vielen Gemeinden der Region wurde die Räumung von Wohnungen zur Unterbringung der Displaced Persons (DPs) angeordnet. Mitgenommen werden durften lediglich Wertsachen, Kleidung, Lebensmittel und Haustiere. Möbel, Matratzen und Hausstand bis hin zu Tellern und Besteck mussten in den Wohnungen verbleiben und sollten fortan den polnischen Besatzern zur Verfügung gestellt werden.

Am 20. Mai 1945 erhielt auch der Bürgermeister der emsländischen Gemeinde Haren den Räumungsbefehl. Zwischen dem 21. und 28. Mai mussten 514 Häuser geräumt werden. Nur der Bürgermeister mit seiner Familie, der sich um die Aufrechterhaltung der deutschen Verwaltung und die in umliegenden Dörfern untergebrachten Exil-Harener kümmerte, und die Ordensschwestern im St.-Franziskus-Krankenhaus durften in Haren bleiben. Die 1.000 Familien wurden den umliegenden Bauerschaften zugewiesen.

In die Gemeinde Haren zogen rund 4000 polnische Bürger ein. Die Gemeinde bekam einen polnischen Bürgermeister und Gemeinderat, polnische Straßennamen, Schulen, ein Kino sowie zwei Theater und wurde Sitz des polnischen Lehrerverbandes, der von hier aus das Schulwesen in den westlichen Besatzungszonen organisierte. Einen neuen Namen bekam die Gemeinde auch. Kurze Zeit lautete er Lwów. Aber bei einem Truppenbesuch am 24. Juni 1945 gab ihr der polnische Oberbefehlshaber General Graf Tadeusz Bór-Komorowski in einer Feierstunde den Namen Maczków zu Ehren des scheidenden Kommandeurs der 1. Panzerdivision Stanisław Maczek, der in Schottland den Befehl über das 1. Polnische Korps übernahm.

Das Leben in Maczków schien in gewisser Weise normal zu werden. So wurde bald geheiratet. Allein am 12. Juni 1945 verzeichnen die Akten 82 Trauungen. In der Zeit bis Sommer 1948 wurden 479 Kinder in Maczków geboren. Im August 1948 verließen die letzten Polen Haren, hauptsächlich nach Polen oder in die Commonwealth-Staaten. Am 10. September 1948 wurde der Ort mit einer Feierstunde wieder zu Haren.

Die polnische Geschichte des Ortes wird im 2021 eröffneten Stadtmuseum in Haren gezeigt. Bis dahin sammelte das DIZ Emslandlager die historischen Quellen zu Maczków und stellte sie in der Gedenkstätte Esterwegen aus.Neues Stadtmuseum: Als Haren drei Jahre Maczkòw hieß. ndr.de, 9. März 2021.

Seit 1946 mini|Ehemalige Gemeinden um das Kernstadtgebiet, Stand März 1974 Nach der Auflösung des Landes Preußen gehörte Haren ab 1946 zum neu geschaffenen Land Niedersachsen.

Am 1. Oktober 1956 schlossen sich die Gemeinden Haren und Altharen zur Gemeinde Haren (Ems) zusammen. Am 3. Dezember 1965 wurde das Stadtrecht verliehen. Im Rahmen der Gebietsreform in Niedersachsen schlossen sich in einem Zwischenschritt die Gemeinde Landegge und die Stadt Haren (Ems) für kurze Zeit zu einer Samtgemeinde zusammen. Am 1. März 1974 trat im Altkreis die Gemeindereform in Kraft, durch die zwölf Gemeinden im Nordwesten des Altkreises Meppen (Altenberge (1), Emen (2), Emmeln (3), Fehndorf (4), Haren (Ems) (Mitte), Landegge (5), Lindloh (6), Raken (7), Rütenbrock (8), Schwartenberg (9), Tinnen (10) und Wesuwe (11)) aufgelöst und zur Einheitsgemeinde Stadt Haren (Ems) zusammengeschlossen wurden. Die neugebildete Stadt Haren (Ems) hat rund 16.500 Einwohner und 208,62 km² Fläche.Tabellarische Übersicht zur Geschichte der Stadt Haren (Ems), abgerufen am 8. Mai 2015

Im Rahmen der niedersächsischen Kreisreform am 1. August 1977 wurden die ehemaligen Landkreise Lingen, Meppen und Aschendorf-Hümmling zum Landkreis Emsland vereinigt.

Adelsgeschlecht von Haren