Andrés Escobar Saldarriaga (* 13. März 1967 in Medellín; † 2. Juli 1994 ebenda) war ein kolumbianischer Fußballspieler.

Leben Escobar kam am 13. März 1967 in Medellín als Sohn des Bankiers Dario Escobar († 2013Caracio Radio: , 18. Januar 2013 (spanisch)), der eine Organisation für junge Menschen gründete, zur Welt. Er besuchte das Colegio Calasanz und legte seinen Abschluss am Instituto Conrado Gonzalez ab. Er spielte in mehreren Schul-Fußballteams, bevor er Profi wurde.Biografie von Andrés Escobar Sein Bruder Santiago war ebenfalls Fußballspieler und ist heute als -trainer tätig.

Escobar spielte auf der Position eines Abwehrspielers und nahm als solcher mit der kolumbianischen Nationalmannschaft an der WM 1990 in Italien und an der WM 1994 in den USA teil. Beim Vorrundenspiel gegen die Mannschaft der USA am 22. Juni 1994 fälschte er eine Flanke ab und schoss so per Eigentor das zwischenzeitliche 0:1; Kolumbien verlor mit 1:2 und schied aus dem Turnier aus. Wenige Tage später, am 2. Juli 1994, wurde Escobar vor einer Bar bei einem Streit in Medellín durch sechs Schüsse getötet.

Der Täter, Humberto Muñoz Castro, war Bodyguard und Fahrer mächtiger Drogenbosse. Er handelte möglicherweise als enttäuschter, wütender Fan oder als Auftragsmörder der kolumbianischen Wettspielmafia. Vermutet wird, dass der Grund für Escobars Ermordung sein Eigentor war. Muñoz Castro wurde im Juni 1995 zu 43 Jahren Haft verurteilt und im Jahre 2005 wegen guter Führung nach elf Jahren entlassen.

Escobars Beerdigung wurde von etwa 120.000 Menschen begleitet. Fans bringen jedes Jahr Fotos von ihm zu Spielen mit. Im Juli 2002 errichtete ihm die Stadt Medellín ein Denkmal.

Copa Andrés Escobar Der Pokal der Straßenfußball-Weltmeisterschaft 2006 wurde Escobar zu Ehren Copa Andrés Escobar benannt.

Erfolge Atlético Nacional Copa Libertadores: 1989 Kolumbianische Fußballmeisterschaft: 1991 Copa Interamericana: 1989

Sonstiges Am 24. Oktober 2014 wurde das Hörspiel mit dem spanischen Titel „La vida no termina aquí“ (dt.: „Das Leben endet nicht hier“), das vom Leben Escobars handelt, mit dem Deutschen Fußball-Kulturpreis in der Kategorie Fanpreis als Fußball-Hörspiel des Jahres ausgezeichnet. Das Stück stammt von Simon Schneider und wurde von diesem gesprochen. Netflix veröffentlichte 2022 die Mini-Serie „Goles en Contra“ („The Final Score“).The Final Score bei fernsehserien.de

Weblinks Youtube-Video des Eigentors

Sonja Peteranderl: Ermordeter Fußballstar. Todesstrafe für ein Eigentor. In: einestages auf Spiegel Online vom 1. Juli 2013 Bastian Kaiser: 2. Juli 1994 – Andrés Escobars Eigentor mit tödlichen Folgen In: WDR5, ZeitZeichen, 2. Juli 2024, (Podcast, 15 Min., verfügbar bis 3. Juli 2099).

Einzelnachweise

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