August Joseph Ignaz von Heckel (* 26. September 1824 in Landshut; † 26. Oktober 1883 in München) war ein deutscher Genre-, Historien- und Porträtmaler.

Leben Heckel war der jüngste Sohn des Kreis- und Stadtgerichtsdirektors Joseph von Heckel (19. Juli 1780 – 24. Oktober 1824), der ihn für den Beamtenstand bestimmt hatte, und dessen zweiter Ehefrau Maria Theresia (geborene Haselböck). 1842 durfte er, gegen den anfänglichen Widerstand der Mutter, schließlich die Kunstschule in Augsburg besuchen. Danach stand ihm der Weg in die Münchener Akademie offen. Hier wurde Heckel im Dezember 1844 ein Schüler im Fach Malerei.279 August von Heckel. In: Matrikelbuch der Akademie der Bildenden Künste München. Band 2: 1841–1884. München, S. 31 (matrikel.adbk.de, daten.digitale-sammlungen.de). Im Jahr 1848 trat von Heckel in das Münchener Künstlerfreikorps ein, das unter dem Oberkommando des Schlachtenmalers Feodor Dietz und Wilhelm Gails stand. Er verließ das Kops jedoch bald wieder und besuchte die Malschule von Karl Schorn, in der unter anderem auch Carl Theodor von Piloty, Ludwig Thiersch ausgebildet wurden. Nach dessen Tod im Jahr 1850 ließ er sich von Philipp von Foltz weiter ausbilden.

Heckel arbeitete ab 1855 selbständig und fertigte zahlreiche Porträts, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Nach dem Vorbild Schnorrs stellte er auch figurenreiche Kompositionen her und malte Bilder aus dem Gebiet der Romantik und des gemütvollen Genres, mit Motiven wie Chactas und Atala, Mignon und der Harfner, Gretchen am Spinnrad, Die Schwäbischen Auswanderer vor ihrer Abfahrt.

Um als Maler weitere Anregungen zu bekommen, unternahm er eine Studienreise, die ihn nach Paris, Belgien und für drei Jahre nach Italien führte. Hier hielt er sich für längere Zeit in Rom auf und wandte er sich der Historienmalerei und dem italienischen Genre zu. Die hier entstandenen Werke wurden nach seiner Rückkehr im Münchner Kunstverein ausgestellt.

Heckel war in den letzten Jahren gesundheitlich angeschlagen und begab sich 1879 und 1880 in das Heilbad Alexanderbad, wo er sich Heilung erhoffte. Im Mai 1882 schloss er endgültig sein Atelier, da sich sein Zustand weiter verschlechtert hatte. Er starb 1883 im Alter von 59 Jahren in München.

Familie Von Heckel blieb unverheiratet. Er hatte mehrere Geschwister und Halbgeschwister, von denen einige bereits vor seiner eigenen Geburt verstorben waren.Max von Heckel: Die jüngere Linie in Baiern. In: II. Geschichte der Familie Heckel. S. 191–195 (heimatforschung-regensburg.de PDF).

Halbgeschwister aus der ersten Ehe des Vaters ⚭ 31. August 1808 mit Maria Anna (geborene von Brentano-Mezzegra; 10. September 1778 – 18. April 1815): Franz Xaver Joseph Anton (20. November 1809 – 3. März 1810) Maria Katharina Agnes Margaretha (20. November – 6. Dezember 1810) Maria Dorothea von Heckel (14. März 1812 – nach 1888) Karl August Joseph (27. Februar – 24. März 1813) Geschwister aus der zweiten Ehe ⚭ 24. September 1815 mit Maria Theresia (geborene Haselböck; 17. August 1798 – 1890), einer Tochter des Xaver Haselböck: Elisabetha Antonia Walburga Theresia Viktoria von Heckel (25. Oktober – 25. Dezember 1816) Maria Theresia Elisabetha Franziska von Heckel (8. Mai 1818 – 21. November 1886) ⚭ am 13. November 1861 mit dem Generalmajor Korbinian Halder (1817–1888). Maria Antonia Elisabetha von Heckel (18. März 1820 – 8. Februar 1885) Franz Joseph August von Heckel (15. Juli 1821 – 10. Februar 1875), deutscher Fabrikbesitzer, Fabrikant, Gemeinderat und Handelsrichter in München ⚭ am 19. März 1849 mit Valentine (geborene Grathwohl; 24. März 1826 – 11. Juni 1871), Tochter des köniklich baierischen Geometers Valentin Grathwohl und dessen Frau Margaretha (geborene Eibl). Maximilian I. Joseph Ignaz (2. Dezember 1822 – 27. April 1896), bayerischer General der Infanterie ⚭ am 23. November 1859 mit Marie oder Anna Maria (geborene von Poschinger; 1836–1913), der Tochter des Michael Ritter von Poschinger

Auszeichnungen (Auswahl) 26. August 1870: Ritter des Verdienstordens vom hl. Michael 1. KlasseMax von Heckel: Die jüngere Linie in Baiern. In: II. Geschichte der Familie Heckel. S. 194 (heimatforschung-regensburg.de PDF). 29. August 1876: Ludwigsmedaille der Abteilung für Kunst und Wissenschaft durch König Ludwig II. von Bayern

Werke (Auswahl) mini|August von Heckel: Judith zeigt den Bethuliern das Haupt des Holofernes mini|König Max I. Joseph von Bayern und Seine Familie in Kreuth mini|Monumentalgemälde in der Venusgrotte von Schloss Linderhof: Tannhäuser bei Frau Venus K. H. Ritter von Mayerfels, als „Fuchs“ im Studentencorps „Suevia“, im Schnürflaus mit Cerevismütze (Bildnis des Heraldikers Karl Heinrich von Mayerfels) Judith mit dem Haupte des Holofernes (eine Szene aus dem Buch Judit, Judith und Holofernes (Sujet)) Der Einzug Maximilians in Brüssel König Lear verstößt seine Tochter Cordelia (Abgedruckt in der Zeitschrift Die Gartenlaube Heft 34, 1873, S. 547). Die Tochter der Herodias Antonius und Kleopatra Der Morgen auf der Piazza Navona in Rom Die letzte Instanz, 1856 Der Abend auf dem Forum Vier Gemälde für Schloss Linderhof: – Venus und Bacchus sowie Venus mit Amor (zwei der vier Deckenbilder im Speisezimmer, um 1872–1874, die anderen beiden von Eduard Schwoiser) Die Entthronung der Athalia (Supraportenbild im Speisezimmer, um 1872–1874, das andere von Ludwig Thiersch) Tannhäuser bei Frau Venus 1876–1877 (Das monumentale Hintergrundbild in der Venusgrotte stellt den 1. Akt des Tannhäuser dar)

Fresken Kurfürst Max Emanuel hält, als Statthalter der spanischen Niederlande, seinen feierlichen Einzug in Brüssel, 1692. 1863. (Bayerisches Nationalmuseum, München) Die Gründung des Armenbades Kreuth durch König Max Joseph (Bayerisches Nationalmuseum, München) Der Einzug Ludwigs des Bayern in Rom, 1328 (Bayerisches Nationalmuseum, München) Das kranke einzige Kind eines Münchner Arztes, das nach dem Christkinde verlangte, starb am Weihnachtsabende während der Aufstellung des Christbaumes. (Allegorische Darstellung, ehemaliges Fresco auf dem südlichen Friedhof in München) Zeichnungen Kompositionen aus den „Nibelungen“. Zeichnungen und Ölskizzen Farbenskizzen aus Wolfram von Eschenbach’s „Parzival“

Grabstätte mini|250px|Grab von August Heckel und seiner Familie auf dem Alten Südlichen Friedhof in München

Die Grabstätte von August Heckel befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 14 – Reihe 12 – Platz 30/31) . In dem Familiengrab sind neben August von Heckel begraben: Therese von Heckel, 1798 – 1890, Stadtgerichtsdirektors-Witwe Antoinette von Heckel, 1820 – 1887 Josef von Heckel, 1821 – 1875 , Hofblumenfabrikant Valentine von Heckel (geb. Grathwohl), 1825 – 1871, Hofblumenfabrikantens-Gattin Maximilian von Heckel, 1831 – 1889

Literatur

Max von Heckel: Geschichte der Familie Heckel. In: Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg (Hrsg.): Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Band 42, Regensburg 1888, S. 87–258, (heimatforschung-regensburg.de PDF).

Weblinks

August von Heckel (deutsch, 1824–1883) artnet.de

Einzelnachweise

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