(922) Schlutia ist ein Asteroid des mittleren Hauptgürtels, der am 18. September 1919 vom deutschen Astronomen Karl Wilhelm Reinmuth an der Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl bei einer Helligkeit von 13,3 mag entdeckt wurde. Nachträglich konnte festgestellt werden, dass er bereits am gleichen Ort am 17. Oktober 1906 sowie am 24. Oktober und 1. November 1906 an der Universitätssternwarte Wien fotografiert worden war.

Der Asteroid ist benannt zu Ehren der Geschäftsleute Hermann Edgar Schlubach (1882–1928) aus Hamburg und Henry Frederick Tiarks (1900–1995) aus London, die gemeinsam die niederländisch-deutsche Sonnenfinsternis-Expedition zur Weihnachtsinsel am 21. September 1922 unterstützten. Die Benennung erfolgte 1923 durch die Herren Schlubach und Tiarks.A. Kopff: Planetenbenennung. In: Astronomische Nachrichten. Band 218, Nr. 5224, 1923, Sp. 253–254, doi:10.1002/asna.19232181605 (PDF; 217 kB).

Wissenschaftliche Auswertung Eine Auswertung von Beobachtungen durch das Projekt NEOWISE im nahen Infrarot führte 2011 für (922) Schlutia zu vorläufigen Werten für den Durchmesser und die Albedo im sichtbaren Bereich von 19,2 km bzw. 0,10.J. R. Masiero, A. K. Mainzer, T. Grav, J. M. Bauer, R. M. Cutri, J. Dailey, P. R. M. Eisenhardt, R. S. McMillan, T. B. Spahr, M. F. Skrutskie, D. Tholen, R. G. Walker, E. L. Wright, E. DeBaun, D. Elsbury, T. Gautier IV, S. Gomillion, A. Wilkins: Main Belt Asteroids with WISE/NEOWISE. I. Preliminary Albedos and Diameters. In: The Astrophysical Journal. Band 741, Nr. 2, 2011, S. 1–20, doi:10.1088/0004-637X/741/2/68 (PDF; 73,0 MB). Nach der Reaktivierung von NEOWISE im Jahr 2013 und Registrierung neuer Daten wurden die Werte 2016 angegeben mit 13,8 km bzw. 0,12, diese Angaben beinhalten aber hohe Unsicherheiten.C. R. Nugent, A. Mainzer, J. Bauer, R. M. Cutri, E. A. Kramer, T. Grav, J. Masiero, S. Sonnett, E. L. Wright: NEOWISE Reactivation Mission Year Two: Asteroid Diameters and Albedos. In: The Astronomical Journal. Band 152, Nr. 3, 2016, S. 1–12, doi:10.3847/0004-6256/152/3/63 (PDF; 1,34 MB).

Aus archivierten Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) aus dem Zeitraum 2015 bis 2018 wurde in einer Untersuchung von 2020 mit der Methode der konvexen Inversion erstmals ein dreidimensionales Gestaltmodell des Asteroiden für zwei alternative Rotationsachsen mit prograder Rotation und einer Periode von 7,85892 h berechnet.J. Ďurech, J. Tonry, N. Erasmus, L. Denneau, A. N. Heinze, H. Flewelling, R. Vančo: Asteroid models reconstructed from ATLAS photometry. In: Astronomy & Astrophysics. Band 643, A59, 2020, S. 1–5, doi:10.1051/0004-6361/202037729 (PDF; 756 kB).

Siehe auch Liste der Asteroiden

Weblinks

(922) Schlutia in der Database of Asteroid Models from Inversion Techniques (DAMIT, englisch).

Einzelnachweise

Kategorie:Astronomisches Objekt (entdeckt von Karl Wilhelm Reinmuth)