mini|WonderCon 2012: Bane-Kostüm Bane ( für Fluch, Ruin, Verderben) ist eine fiktive Figur im Besitz des US-amerikanischen Verlages DC-Comics sowie der Titel einer Reihe von Comic-Veröffentlichungen über diese Figur. Die unter dem „Bane“-Titel erschienenen Publikationen handeln von den Taten und Untaten, die ein südamerikanischer Abenteurer und Terrorist, der unter dem Decknamen Bane operiert, im fiktiven DC-Universum begeht.

Die Hauptfigur der Bane-Comics wurde erstmals 1993 während der einflussreichen Knightfall-Saga in den Batman-Comics vorgestellt, die davon handelt, wie Bane den Superhelden Batman im Zweikampf besiegt und ihm das Rückgrat bricht. Der seinerzeit weitgehend als ein Tabubruch innerhalb des Superhelden-Genres wahrgenommene Umstand, dass der „Bösewicht“ den „Guten“ besiegte – was es zuvor in mehr als fünfzig Jahren Publikationsgeschichte der Batman-Comics nicht gegeben hatte – machte den Charakter Bane in den frühen 1990er Jahren zeitweise auch weit über die Comic-Szene hinaus als Batmans „Nemesis“ und als „the man who broke the bat“ („der Mann, der Batman gebrochen hat“) bekannt. So berichteten seinerzeit unter anderem verschiedene Tageszeitungen und Fernsehsender über ihn.

Veröffentlichungen Die erste Veröffentlichung unter dem Titel „Bane“ war der One-Shot Vengeance of Bane #1 die DC-Comics im Januar 1993 auf den Markt brachte. Dieses Heft diente sowohl zur Einführung von Bane in das DC-Universum – als dem gemeinsamen Schauplatz, in dem die meisten Figuren des Verlages ihre Abenteuer erleben – als auch zur Etablierung seiner Herkunfts- bzw. Hintergrundgeschichte (so genannte origin story) und zur Vorbereitung der sich über nahezu zwei Jahre hinziehenden Knightfall-Saga, in der er als Hauptschurke agierte.

1995 folgte das Special Vengeance of Bane #2 (1995) in dem Banes Flucht aus dem Gefängnis Blackgate und die Überwindung seiner Sucht von der Droge Venom thematisiert wird. 1997 erschien die vierteilige Miniserie Bane of the Demon (1997) die Banes Suche nach seinem Vater und sein Zusammentreffen mit dem Kultführer Ra’s al Ghul zum Inhalt hat. Ebenfalls 1997 kam der Comicroman Batman/Bane (1997) auf den Markt, der als Begleitband zum Kinofilm Batman & Robin von 1997 erschien, in dem Bane als ein Nebenschurke auftritt. In diesem wird geschildert wie Bane ein schwimmendes Nuklearkraftwerk in seine Gewalt bringt.

In Deutschland wurden alle diese Publikationen 1998 vom Stuttgarter Dino Verlag in gesammelter Form als Batman-Sonderband #2 (Vengeance of Bane #1 und #2) und Batman Sonderband #3 (Bane of the Demon #1-4 und Bane #1) veröffentlicht.

2012 wurden die beiden Vengeance of Bane-Specials und die Miniserie von 1997 zusammen mit einigen Batman-Geschichten, in denen Bane eine wichtige Rolle spielt, anlässlich des Erscheinens des Batmanfilmes The Dark Knight Rises – in dem Bane der Hauptschurke ist – von DC-Comics in einem Sammelband nachgedruckt.

Außer in seiner eigenen Reihe ist Bane in der Vergangenheit noch häufiger als Gegenspieler von Batman sowie einigen anderen Superhelden-Charakteren im Besitz des DC-Verlages aufgetreten. In diesem Zusammenhang wurde Bane unter anderem als Figur in Comicheften, Romanen, Kino- und Fernsehfilmen und in Zeichentrickserien sowie in Computer- und Konsolenspielen verwendet: So in dem Zeichentrickfilm Mystery of the Batwoman.

Des Weiteren wurde die Figur Bane in Form von Action-Figuren und als Schmuck-Skulptur sowie als Motiv auf Trade-Cards, T-Shirts, Kühlschrankmagneten und anderen vergleichbaren Merchandising-Produkten verwertet.

Hauptfigur Bane wurde erstmals in dem Comicheft Vengeance of Bane #1 vom Januar 1993 vorgestellt. Die Grundidee und die Hintergrundgeschichte für die Figur gehen auf den Autoren Chuck Dixon zurück, während der Zeichner Graham Nolan Banes äußerliches Erscheinungsbild entwarf. Wie Nolan in einem Interview mit der Washington Post vom Mai 2003 erklärte, war die Grundidee die, eine böse Variante des Helden der Romane um den Abenteurer Doc Savage („an evil Doc. Savage“) gegen Batman antreten zu lassen.(englisch). Entscheidend war es für Autor und Zeichner dabei Batman erstmals mit einem Gegner (einem „Anti-Batman“) zu konfrontieren, der ihm sowohl körperlich als auch geistig überlegen sein sollte.Batman Sonderband #3, Dino-Verlag 1999.

Beim Design für Banes Aussehen (er ist nach Verlagsangaben 2,03 m groß und wiegt 159 kg) ließen die Macher sich vom Design der mexikanischen Lucha Libres beeinflussen: Er ist ein hochgewachsener, athletischer, bis an die Grenzen des menschlich Möglichen muskulöser Mann (deswegen häufig auch als „Menschenberg“ bezeichnet). Er trägt meist elastische, ärmelfreie Hemden, Schnürstiefel und eine den ganzen Kopf überdeckende schwarze Maske die im Gesichtsfeld weiß umschrieben ist und im Augenbereich mit roten Sehschlitzen ausgestattet ist. An der Rückseite seiner Maske befinden sich in einigen Versionen sechs kleine, mit Metallkappen versehene Öffnungen für Schläuche, die direkt in seinen Schädel münden, mit denen er sich die leistungssteigernde Droge Venom zuführt. In späteren Geschichten finden sich an dieser Stelle nur sechs Narben.

Figurengeschichte Banes wahrer Name konnte bis heute nicht enthüllt werden. Auch ihm selbst ist dieser nicht bekannt. Man weiß mittlerweile, dass er der Sohn aus der Verbindung des britischen Söldners Sir Edmund Dorrance (bekannt auch als King Snake; siehe Schurken im Batman-Universum) und einer Einheimischen der (fiktiven) Karibikinsel Santa Prisca ist. Banes Eltern trafen sich, als das Volk von Santa Prisca sich, inspiriert von der Kubanischen Revolution, gegen die Gewaltherrschaft der auf dem Eiland bestehenden diktatorischen Militärjunta erhob. Unterstützt wurden die Einheimischen dabei durch eine Gruppe ausländischer Spezialisten, die offiziell vom Dominikanerorden organisiert worden war. Tatsächlich war der Orden von Sankt Dumas der Spiritus Rector der Gruppe gewesen. Dieser Gruppe gehörten unter anderem der amerikanische Arzt Dr. Thomas Wayne, Dorrance sowie der Schweizer Geschäftsmann Charlton LeHah an. Die Revolte des santapriscanischen Volkes scheiterte jedoch: Dorrance wurde beim Angriff auf das Lager der Rebellen schwer verletzt und geblendet, konnte aber, da man ihn für tot hielt, von Santa Prisca entkommen. Seine Geliebte – die Dorrance seinerseits für tot hielt – geriet in die Hände der Regierungstruppen. Dorrance, der zunächst nichts von der Existenz des von ihm gezeugten Sohnes wusste, setzte sich nach Hong Kong ab, ohne jemals nach Santa Prisca zurückzukehren.

Entsprechend den archaischen Gesetzen von Santa Prisca mussten Söhne im Falle des Todes des Vaters dessen Strafe stellvertretend für diesen verbüßen: So wurde Bane noch vor seiner Geburt dazu verurteilt, die Strafe seines für tot gehaltenen Vaters an dessen statt über sich ergehen zu lassen. Das Strafmaß für den „Hochverrat“, als den die Militärregierung die Beteiligung an der Revolution ansah, lautete lebenslänglich.

So wurde Bane bereits in der Gefangenschaft im Gefängnis Pena Duro geboren. Banes einziger Freund in seinen Kindheitstagen war der Teddybär Osito, ein Geschenk eines der wenigen katholischen Missionare, eines Jesuiten, die Zutritt zu Pena Duro hatten. Die Mutter des Jungen verstarb, als der Knabe nur wenige Jahre alt war: Die Folge war, dass er, aufgrund seines geringen Alters, seinen eigenen Namen nicht kannte. Die übrigen Häftlinge nannten ihn zunächst José; später, nachdem er noch als Kind seinen ersten Mord an einem Mithäftling verübt hatte, gaben sie ihm den Namen Bane: „Der Verfluchte“.

Nach dieser Bluttat ließ ihn der Gefängnisdirektor in die „Cavidad Obscuro“ (sic), eine unterseeisch gelegene Einzelhaftzelle, sperren, in die zu bestimmten Tageszeiten die Flut des nahe gelegenen Meeres eindrang, so dass der kleine Raum mehrere Stunden am Tag unter Wasser stand. Um zu überleben, musste er sich von den mit dem Meer angespülten rohen Fischen und den mit ihm hausenden Ratten ernähren. In seinen Träumen wurde Bane von einem schauderhaften Fledermauswesen heimgesucht, das ihm so allmählich zur Besessenheit wurde. Nachdem er zehn Jahre in dieser menschenfeindlichen Umgebung verbracht hatte und dort zum Manne gereift war, wurde Bane wieder in den regulären Strafvollzug entlassen. Dort feierten die übrigen Gefangenen ihn als Helden, weil es ihm gelungen war, dem Gefängnisdirektor, der ihn in dieser Hölle hatte sterben sehen wollen, zu trotzen.

Der Schlüssel zum Überleben lag für Bane in Meditation und eingeschmuggelten Büchern, die sein brachliegender Geist verschlang. Seinen Körper stählte Bane, der über vorteilhafte Anlagen verfügte, indem er täglich tausend Liegestütze, tausend Klimmzüge und tausend Sit-Ups machte. In der Haft lernte Bane drei Männer kennen, die ihm zu treuen Freunden und Gefolgsleuten wurden: den Falkner „Birdy“ Colossimo (Bird), den totenbleichen Messerwerfer Zombie und den neandertalerähnlichen Trogg (alle drei Figuren sind nach britischen Rockbands der 1960er Jahre benannt).

Banes Schlüssel zur Freiheit war schließlich „Venom“, ein experimentelles Steroid, das dem ohnedies schon überragend starken Bane die Kraft verlieh, aus Pena Duro auszubrechen. Nachdem er sich an dem Gefängnisdirektor, der ihm so übel mitgespielt hatte, gerächt und seine Freunde aus den Kerkern der Anstalt befreit hatte, beschloss er, nach Gotham City zu gehen. Colossimo, ein aus Gotham stammender Gauner, hatte ihm von dieser „wunderbarsten Stadt der Welt“ berichtet und weckte sein Interesse durch die Erzählungen vom Batman, der über Gotham herrschte. So war in Bane der Entschluss gereift, Batman, in dem er die Verkörperung eines Alptraumwesens, das ihn in seinen Träumen verfolgte, erblickte, zu besiegen und an der Stelle des „Fledermausmannes“ die Herrschaft über Gotham City anzutreten.

Mit Hilfe des technisch begabten Trogg gelang es Bane, ein Gerät zu entwickeln, mit dem er die Venom-Substanz über eine Regulationseinheit an seinem linken Unterarm direkt in seinen Blutkreislauf einfließen lassen konnte. Da Venom den Nebeneffekt hatte, süchtig zu machen, war er bald genötigt, das Mittel alle zwölf Stunden einzunehmen, um das Eintreten diverser Begleiteffekte zu vermeiden. Wenn er die Droge nahm, steigerte sich seine Körperkraft ins nahezu Unermessliche.

Bane kam schließlich nach Gotham City. Dort bereitete er sich zunächst sorgfältig auf seinen Plan vor, indem er und seine Männer sich in einem Hotel einmieteten und anfingen, Batman zu studieren. Mit Hilfe eines Jagdfalken konnten sie den Verbrecherbekämpfer immer schnell ausfindig machen. Zum Auftakt unterzogen sie Batman, aber auch sich selbst, verschiedenen „Tests“. Sich selbst bewies Bane, indem er Killer Croc – einen der gefürchtetsten Kriminellen der Gothamer Unterwelt – im Zweikampf besiegte und ihm die Arme brach (Batman #489, 1993). Seine Handlanger demonstrierten ihre Würdigkeit, indem sie den geisteskranken Edward Nigma verwundeten (Batman #490, 1993). Um seinen Plan zu verwirklichen, zerstörte Bane das Arkham Asylum, die Psychiatrie von Gotham City und befreite sämtliche Insassen.

Batman, der zu dieser Zeit ohnedies gesundheitlich angeschlagen war, fing nach und nach einige der gefährlichsten Insassen wieder ein. Dabei verausgabte er sich jedoch derart, dass er nur noch ein Schatten seiner selbst war. Bane, der inzwischen Batmans Geheimidentität als Bruce Wayne geschlussfolgert hatte, wählte diesen Zeitpunkt, um sich Batman im Zweikampf zu stellen. In der Bathöhle, Batmans Unterschlupf, wo sich das Duell abspielte, besiegte Bane Batman. Um seinem Sieg gestischen Ausdruck zu verleihen, brach er ihm nach dessen Niederlage schließlich das Rückgrat.