Friedhelm Ortmann (* 3. März 1927 in Essen; † 1990) war ein deutscher Hörspiel- und Theaterregisseur.

Leben Friedhelm Ortmann studierte Theaterwissenschaft und Musik im Hinblick auf Opernregie.Anonymus: Sonja Kurowsky. Die Märchenfee aus Köln. (Beruf: Fernsehansagerin (17)). Funk Uhr, Heft 2/1972, S. 8. 1960 wurde er Leiter der Hörspielabteilung des Westdeutschen Rundfunks Köln.Auszüge Gespräch Friedhelm Ortmann/Reinhard Döhl. Dort bat er die Fernsehansagerin Sonja Kurowsky, eine Rolle im Hörspiel Die Wand von Dieter Forte zu übernehmen; ein Jahr später heirateten sie, am 5. November 1967 wurde ihre genmeinsame Tochter, Sandra, geboren.

Bereits neben seiner Anstellung beim WDR arbeitete Ortmann als Regisseur bei anderen Hörfunkanstalten und am Theater. Nach seinem Ausscheiden aus dem Kölner Sender 1968 war er ausschließlich freiberuflich tätig, arbeitete jedoch bis zum Eintritt in den Ruhestand 1989 weiter regelmäßig für den WDR, seinen Haussender., zuletzt aufgerufen am 3. November 2020.

Seine vermutlich bekannteste Arbeit war Der Tod des James Dean von Alfred Andersch (SWF/HR/RB, 1959). 1961 wurde seine Inszenierung des Hörspiels Der Minotaurus von Dieter Wellershoff (SDR, 1960) mit dem renommierten Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet. Immer wieder arbeitete er mit renommierten Schauspielern zusammen, etwa mit Bernhard Minetti an den Hörspielen Mensch aus Staub und Asche nach André Obey und Dreiminutenspiele von Thornton Wilder. Hansjörg Felmy war sein Hauptdarsteller in der Bühnenbearbeitung des Steinbeck-Klassikers Von Mäusen und Menschen 1964 am Hebbel-Theater Berlin. Am 18. August 1965 führte Ortmann dort Regie bei einer Festaufführung zu Ehren des 85. Geburtstages von Tilla Durieux. Die Jubilarin hatte sich das Stück Die Hellseherin von André Roussin gewünscht und übernahm die Titelrolle; ferner wirkten Emmy Burg und Wolfgang Völz mit. Für Die Hellseherin bekam Ortmann durchweg schlechte Kritiken;Dora Fehling: Das verfehlte Präsent. „Die Hellseherin“ im Hebbel-Theater. Telegraf, 20. August 1965; Walther Karsch: Ein Armutszeugnis für Berlin. Tilla Durieux in André Roussins „Hellseherin“. Der Tagesspiegel, 20. August 1965; Hans Ulrich Kersten: Der Durieux zu Ehren. Premiere im Westberliner Hebbel-Theater. Bremer Nachrichten, 21. August 1965; u. a. Der Tagesspiegel sprach von einem „Armutszeugnis für Berlin“, und die Süddeutsche Zeitung schrieb: „Das, was man eine Inszenierung nennen könnte […] fand schlechterdings nicht statt.“Karena Niehoff: Die schwerhörige Hellseherin. Tilla Durieux spielt in Berlin eine Komödie von André Roussin. Süddeutsche Zeitung, 26. August 1965. Allein die Rheinische Post äußerte sich wohlwollend.W.S.: Königin der Hellseherinnen. Deutsche Roussin-Erstaufführung mit Tilla Durieux. Rheinische Post, 24. August 1965.

Ortmann starb kurz nach seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1990.

Regiearbeit (Auswahl) 1957: Hans Rothe: Vater Mignon (Original-Hörspiel – WDR) 1959: Gerd Oelschlegel: Einer von sieben (Hörspiel – WDR) 1959: Romain Rolland: Liebesgeschichten der Weltliteratur: Pierre und Luce (Hörspielbearbeitung – WDR) 1969: Dieter Kühn: U-Boot-Spiel (Hörspiel – WDR/SR/HR) 1985: Gertrude Stein: Doktor Faustus – elektrisiert (Hörspiel (Kunstkopf) – WDR) 1985: Arthur Schnitzler, Adele Sandrock: Dir mit Leib und Seele – Du Hund! (Bearbeitung und Regie) (Hörspielbearbeitung – ORF/WDR) – Erstsendung: 22. September 1985 | 89'36 Minuten

Einzelnachweise

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