Sri Lanka (, , ; , ), von 1796 bis 1972 Ceylon, ist ein Inselstaat im Indischen Ozean, 237 km (Westküste der Insel) östlich der Südspitze des Indischen Subkontinents, und hatte 2021 etwa 22 Millionen Einwohner. Die kürzeste Entfernung zwischen Indien (Kodiyakkarai) und Sri Lanka (Munasal) beträgt 54,8 km.

Die Insel war von der Antike bis zur Moderne ein strategischer Knotenpunkt für die Seefahrt zwischen Vorder- und Südostasien. Der Süden und die Gebiete um Anuradhapura waren Zentren des antiken Buddhismus; im Norden und Osten gab es hinduistische Tempelkomplexe.Dr. Paul E. Pieris declared in 1917, at a meeting of the Royal Asiatic Society (Ceylon Branch), there was in Lanka five recognized ‘Eeswararns’ of Siva, which claimed and received adoration of all India. These were Tiruketheeswaram near Mahathitha, Munneswaram, Thondeswaram, Tirukoneswaram and Naguleswaram. Royal Asiatic Society (Ceylon Branch). Sri Lanka ist heute eine multireligiöse und multiethnische Nation, in der neben dem Buddhismus und dem Hinduismus das Christentum und der Islam bedeutende Religionen sind. Die Singhalesen machen den größten Teil der Bevölkerung aus. Die Tamilen stellen die größte Minderheit. Andere ethnische Minderheiten sind die Moors, Malaien, Burgher und die indigene Bevölkerung Sri Lankas, die Veddas.; vgl. .

Sri Lanka ist bekannt für die Produktion und den Export von Tee (Ceylon), Kaffee, Kautschuk und Kokosnüssen. Die Insel ist aufgrund ihrer landschaftlichen Schönheit und ihres reichen Kulturerbes (zum Beispiel des Ayurveda, einer traditionellen Heilkunst) ein beliebtes Touristenziel.

Sri Lanka wurde über zwei Jahrtausende von verschiedenen lokalen Königreichen regiert, bis im 16. Jahrhundert große Teile der Insel von den Portugiesen und danach von den Niederländern kolonisiert wurden. Nur das Königreich Kandy im Hochland der Insel konnte sich gegen die Kolonisatoren behaupten. 1815 wurde ganz Sri Lanka Teil des Britischen Weltreichs. Während des Zweiten Weltkriegs diente Sri Lanka den Alliierten als eine strategisch wichtige Basis im Kampf gegen das japanische Kaiserreich.Der britische Premierminister Winston Churchill beschrieb den Moment, als ein Verband der japanischen Marine Sri Lanka erobern wollte, als – Commonwealth Air Training Program Museum, . Seit Anfang des 20. Jahrhunderts gab es immer stärker werdende Unabhängigkeitsbestrebungen. Im Jahr 1948 wurde Sri Lanka nach friedlichen Verhandlungen von Großbritannien unabhängig. Seit der Unabhängigkeit ist der Staat durch die Gegensätze zwischen der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit und der tamilischen Minderheit belastet. Zwischen 1983 und 2009 herrschte Bürgerkrieg in Sri Lanka zwischen tamilischen Separatisten und der von Singhalesen dominierten Zentralregierung. Die Menschenrechtsverbrechen des Bürgerkrieges sind bis heute nicht unabhängig aufgearbeitet. Zwischen 2005 und 2015 war Mahinda Rajapaksa Präsident des Landes und regierte das Land mit autoritärem Gestus.Friederike Böge: Herausgeputzt und autoritär. In: faz.net, 17. November 2013.Sri Lanka ist «zunehmend autoritär». In: news.ch, 31. August 2013. 2019 wurde Gotabaya Rajapaksa, der Bruder von Mahinda, zum Präsidenten gewählt, Mahinda wurde Premierminister. Unter den Brüdern kam es zu einem Kollaps der Wirtschaft 2022. Demonstrationen der Bevölkerung führten zur Absetzung der Rajapaksas und einer demokratischen Verfassungsreform im Oktober 2022.

Geographie mini|hochkant|Topographie

Pleistozän Während der letzten Eiszeit war der indische Subkontinent flächenmäßig deutlich größer als heute; zu dieser Zeit war Sri Lanka mit Indien verbunden. Die Landmassen wurden wahrscheinlich zwischen 6000 und 3500 v. Chr. getrennt. Die „Adamsbrücke“ (eine Inselgruppe zwischen Talaimannar und Rameswaram in Indien) ist die letzte sichtbare Spur dieser Verbindung.

Geographische Lage mini|links|Hügeliges Grünland in Nuwara Eliya mini|links|Pigeon Island (Trincomalee) mini|Sri Pada

Die Tropeninsel Sri Lanka liegt im Indischen Ozean südöstlich des indischen Subkontinents zwischen 6° und 10° nördlicher Breite sowie zwischen 79° und 82° östlicher Länge. Sie liegt etwa 800 km nördlich des Äquators und misst ca. 432 Kilometer in Nord-Süd- und 224 Kilometer in Ost-West-Richtung. Von Indien (Bundesstaat Tamil Nadu) ist sie durch die Palkstraße und den Golf von Mannar getrennt. Die Korallenfelsinseln der Adamsbrücke stellen eine lose Verbindung zwischen dem Nordwesten Sri Lankas und dem indischen Festland dar.Gods row minister offers to quit. In: BBC News, 15. September 2007. Laut Berichten aus der britischen Kolonialzeit soll dieser natürliche Damm fast komplett gewesen sein, sei aber durch einen starken Sturm im Jahr 1480 zerstört worden.Rediff, Ramar Sethu, a world heritage centre?, July 4, 2007. Die Palkstraße ist so schmal, dass man von Rameswaram die Küste Sri Lankas sehen kann. Die Südspitze der Insel ist der Dondra Head.

Sri Lanka kann in drei verschiedene Landschaften eingeteilt werden: das zentrale Hochland mit den berühmten Teeanbaugebieten und bis über hohen Bergen, Tieflandebenen, die schon vor Jahrhunderten durch künstliche Bewässerung (siehe wewa) fruchtbar gemacht wurden, und den Küstenbereich mit Fischerei und Palmenstränden.

Das zentrale Hochland im Südzentrum Sri Lankas ist das Herz des Landes. Im Kern des Hochlandes liegt ein in Nord-Süd-Richtung 65 Kilometer langes Hochplateau. Höchste Erhebung des Landes ist der Pidurutalagala mit über dem Meeresspiegel. Vom südlichen Ende des Plateaus aus erstrecken sich zwei Gebirgsmassive, eines 50 Kilometer in den Osten zum Namunakula () und eines 50 Kilometer in den Westen zum Sri Pada (). Der Sri Pada ist der wichtigste Berg für verschiedene Religionen.Sri Pada: Myth, Legend and Geography. In: sripada.org. Im Westen und Osten grenzt das Zentrum des Hochlandes an zwei Plateaus; im Norden und Süden liegen weitere Gebirge, die jeweils durch Täler vom Zentrum getrennt sind.

Der größte Teil der Insel besteht aus großen tropischen Ebenen, die etwa 30 bis 200 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Im Südwesten gehen Gebirgsgrate und Täler langsam in das zentrale Hochland über. Im Südosten finden sich mit Laterit bedeckte Ebenen und Hügel. Der Übergang von der Ebene zum zentralen Hochland ist abrupt, sodass das Gebirge wie eine Wand wirkt. Die Ebene im Norden und im Osten ist flach und von engen Granitgraten in Richtung Hochland zergliedert.

Der mit Abstand längste Fluss ist der Mahaweli, der auch das größte Einzugsgebiet hat. Sri Lanka weist zahlreiche Wasserfälle auf, die zum Teil touristische Anziehungspunkte sind. Der höchste Wasserfall ist der 241 Meter hohe Bambarakanda-Wasserfall.

Die Insel wird von einem 30 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Küstengürtel umschlossen. Die Küsten Sri Lankas bestehen zumeist aus Sandstränden. Die Küstenlänge beträgt etwa 1790 Kilometer.

Geologie Mehr als 85 Prozent der Oberfläche Sri Lankas liegen auf einem zum Teil über zwei Milliarden Jahre alten präkambrischen Grundgebirge. Die metamorphe Gesteinsoberfläche entstand durch die Transformation von sehr alten Sedimenten. Die Theorie der Plattentektonik vermutet, dass diese Kratone, die den größten Teil des indischen Subkontinents bilden, Gondwana angehörten. Vor 200 Millionen Jahren trennte sich der indische Subkontinent von Gondwana und steuerte auf die asiatische Platte zu. Nachdem vor 45 Millionen Jahren Indien mit der asiatischen Platte kollidiert war, trennte sich Sri Lanka durch Erdbeben oder vulkanische Ereignisse vom indischen Festland.

Sri Lanka ist reich an Bodenschätzen. So kommen neben Eisenerz auch Zinnerz, Mangan, Molybdän, Nickel, Cobalt, Arsen, Wolfram, Tellur und etwas Gold vor. An Edelsteinen werden Rubine, Saphire, Topase und Spinelle gewonnen.

Klima mini|links|Klimadiagramm Colombo mini|Regionale Verteilung des Jahresniederschlags

Das Klima Sri Lankas ist tropisch mit unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen, bedingt durch die Monsune. Durch seine Lage zwischen dem 5. und 10. nördlichen Breitengrad hat das Land ein warmes Klima mit milden Meeresbrisen und hoher Luftfeuchtigkeit. Die Durchschnittstemperaturen reichen von 16 Grad Celsius in Nuwara Eliya im zentralen Hochland (wo es im Winter sogar Schnee und Frost geben kann) bis zu 32 Grad Celsius in Trincomalee an der Nordostküste des Landes. Die Durchschnittsjahrestemperatur für das gesamte Land liegt zwischen 28 Grad Celsius und 30 Grad Celsius. Der kälteste Monat ist der Januar und der Mai der wärmste.

Während der Südwesten des Landes (siehe Klimadiagramm Colombo) immerfeucht mit zwei deutlichen Niederschlagsmaxima im Mai und Oktober ist, bringt der Südwestmonsun an der Nordost- und Ostküste nur geringe Niederschläge, da sich dieser Bereich im Lee des zentralen Gebirges befindet. Dort fallen die meisten Niederschläge während des Nordostmonsuns im November und Dezember (siehe Klimadiagramm Trincomalee). Das Niederschlagsmuster wird durch die Monsunwinde aus dem Indischen Ozean und dem Golf von Bengalen beeinflusst und wird durch vier Jahreszeiten bestimmt. In der ersten Jahreszeit von Mitte Mai bis Oktober bringen Südwestwinde Feuchtigkeit aus dem Indischen Ozean. Wenn diese Winde auf das zentrale Hochland treffen, entstehen heftige Regenschauer am Gebirge und im Südwesten des Landes. Der Osten und der Nordosten der Insel bekommen in dieser Zeit wenig Regen. In der zweiten Jahreszeit von Oktober bis November treten periodische Windböen und manchmal auch Zyklone auf, die trübes Wetter zur Insel bringen. In der dritten Jahreszeit, von Dezember bis März, bringt der Nordostmonsun Feuchtigkeit aus dem Golf von Bengalen in den Norden und Nordosten des Landes. Die letzte Jahreszeit von März bis Mitte Mai bringt wenig Niederschlag.

Flora und Fauna Sri Lanka ist mit einer großen Anzahl an endemischen Pflanzen- und Tierarten einer der Biodiversitäts-Hotspots in Asien.

Entsprechend den Niederschlagsverhältnissen verändert sich die Vegetation von West nach Ost: Im Bereich der höchsten Niederschläge herrscht tropischer Regen- und Bergwald vor, während im Norden und Osten xerophytische Buschvegetation anzutreffen ist. Neben ausschließlich auf Sri Lanka beheimateten Pflanzen finden sich auch vorderindische, südostasiatische und malaiische Arten.

In Anuradhapura steht der Bodhibaum, der älteste historisch bekannte Baum der Welt. Es handelt sich um einen Ficus religiosa, und zwar um einen unmittelbaren Ableger des ursprünglichen Bodhibaumes in Bodh-Gaya in Indien, unter dem Buddha erleuchtet worden sein soll. Je ein direkter Ableger des Baumes in Anuradhapura steht in jedem buddhistischen Tempel auf Sri Lanka.

Wichtige Kulturpflanzen sind Kokospalme, Reis, Zuckerrohr, Teesträucher (Ceylon-Tee), Indigo, Tabak, Kaffee, Chinarinde und eine Vielzahl von Gewürzpflanzen (Chili, Zimt, Kurkuma).

Auf Sri Lanka gibt es Warane, Krokodile und auch Riesenschlangen wie den Hellen Tigerpython, der in einer Unterart vorkommt. Weiterhin findet man verschiedene Affen (Hutaffen, Hanuman-Languren und Weißbart-Languren) sowie Sambars, Axishirsche und Wildschweine. Auf Sri Lanka gibt es noch größere wild lebende Bestände der stark gefährdeten Asiatischen Elefanten.WWF-Artenlexikon: Asiatischer Elefant (Elephas maximus) wwf.de. Außerdem ist die Insel Heimat des Sri-Lanka-Leoparden. Diese Unterart ist mit weniger als 400 bis 600 Tieren vom Aussterben bedroht. wwf.de. Auffällig ist eine große Population verwilderter Hunde. Allgegenwärtig sind Geckos. Die artenreiche und bunte Vogelwelt Sri Lankas bietet weiße und andere Reiher, riesige Schwärme von Kormoranen, die reiche Fischbeute aus den vielen Stauseen gewinnen, Papageien und Krähen.

Umweltkatastrophen vor Sri Lanka Am 26. Dezember 2004 traf eine verheerende Naturkatastrophe Sri Lanka. Ein Tsunami, ausgelöst durch das Seebeben im Indischen Ozean 2004 zerstörte große Teile der Ost- und Südküste sowie der Westküste südlich von Colombo und riss über 45.000 Menschen in den Tod.