Die Raven-Klasse war eine Klasse von zwei Minensuchbooten der United States Navy, die von 1940 bis 1946 in Dienst stand.
Geschichte Die US-amerikanische Marine hatte zum Ende des Ersten Weltkriegs mit den 49 Einheiten der Lapwing-Klasse, Minensuchboote, in einem Umfang hergestellt, welcher den Bedarf der Marine bei weitem überstieg. Es bestand daher in den 1920er und frühen 1930er Jahren kein Bedarf zur Erneuerung ihrer Minensuchkapazitäten. 1938 wurden aber Mittel zum Bau von zwei Booten bewilligt, die als Prototypen einer neuen Generation von Minensuchbooten anzusehen sind.
Beide Boote wurden im Juni 1939 bei der Marinewerft in Portsmouth im US-Bundesstaat Virginia auf Kiel gelegt und Ende 1940 in Dienst gestellt. Die mit beiden Einheiten gemachten Erfahrungen flossen in die Planungen der während des Zweiten Weltkrieges gebauten Auk-Klasse ein.
Einheiten Kennung Name Bauwerft Kiellegung Stapellauf Indienststellung Verbleib AM-55 Raven Norfolk Naval Shipyard,Portsmouth 28. Juni 1939 24. August 1940 11. November 1940 Außerdienststellung 31. Mai 1946 und am 30. Juli 1969 als Zielschiff versenkt AM-56 Osprey 28. Juni 1939 24. August 1940 16. Dezember 1940 Am 5. Juni 1944 nach Minentreffer bei der südenglischen Tor Bay gesunken
Technische Beschreibung Rumpf und Antrieb Der aus Stahl gefertigte Rumpf der beiden Boote der Raven-Klasse war 67,21 Meter lang, 9,8 Meter breit und hatte bei einer Einsatzverdrängung von 1040 tn.l. einen Tiefgang von 2,85 Metern. Der Antrieb erfolgte durch zwei Fairbanks-Morse 38 8-1/8-Zweitakt-Dieselmotoren mit denen eine Gesamtleistung von 3000 PS (2206 kW) erreicht wurde. Die Leistung wurde an zwei Wellen mit je einer Schraube abgegeben. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 18 Knoten (33 km/h).
Bewaffnung Die Bewaffnung bestand aus einem (Raven) bzw. zwei (Osprey) 7,62-cm-Geschützen mit Kaliberlänge 50 und zur Flugabwehr zwei (Osprey) bzw. vier (Raven) 4-cm-Maschinenkanonen. Des Weiteren konnten Wasserbomben zur U-Boot-Bekämpfung eingerüstet werden.
Zum mechanischen Räumen von Seeminen (Ankertauminen) verfügte die Klasse über Minenräumgeschirr bestehend aus Räumottern (engl. Paravane), welche mittels zweier Davits am Heck abgelassen wurden. Diese Räumotter wurden seitlich vom schleppenden Fahrzeug nachgezogen und durch Tragflächen auf Höhe gehalten. Das gespannte Schleppkabel konnte nun die Ankertaue von Ankertauminen zum Räumotter führen, wo es durch Kabelschneider durchtrennt wurde, und die Mine aufschwamm. Danach konnte sie mittels Handfeuerwaffen oder Schiffsartillerie zur Explosion gebracht werden. Sollte das Ankertau nicht durchtrennt werden, wurde die Mine und der Räumotter zur Kollision und damit Explosion gebracht. Das Schleppkabel konnte danach eingeholt und gegebenenfalls vorhandenes Ersatzgerät angebracht werden.
Besatzung Die Besatzung hatte eine Stärke von 105 Mann (Offiziere, Unteroffiziere bzw. Mannschaften).
Literatur
Weblinks
Minenabwehrfahrzeuge auf navsource.net (englisch)
Einzelnachweise Wilhelm M. Donko: Minensucher der U.S. Navy seit 1920., S. 40.
Kategorie:Militärschiffsklasse (Vereinigte Staaten) Kategorie:Militärschiffsklasse für den Minenkrieg