Carl Zill (* 20. Januar 1914 in Bremen; † 30. November 1997 in Hannover) war ein deutscher Landwirt und niedersächsischer Staatssekretär.
Leben Als Sohn eines Baurats geboren besuchte Carl Zill von 1924 bis 1933 das Neue Gymnasium in Bremen und machte anschließend eine Landwirtschaftslehre auf einer Domäne in Mecklenburg. Nach seiner Abschlussprüfung vor der Landwirtschaftskammer studierte er ab 1935 Landwirtschaft an der Universität Göttingen. Während seines Studiums wurde er 1935 Mitglied der Burschenschaft Frisia Göttingen. 1937 musste er sein Studium wegen einer Krankheit unterbrechen und hielt sich in der Schweiz auf. Einer Mitgliedskarte in der NSDAP-Mitgliederkartei zufolge beantragte Zill am 2. August 1937 die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai 1937 aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.872.775).Digitalisat seiner Karteikarte Von 1939 bis 1940 studierte er in Zürich und 1940 bis 1941 an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Stuttgart-Hohenheim. Seinen Abschluss als Diplomlandwirt machte er 1941, seine Promotion zum Dr. rer. agr. folgte 1942.
1942 wurde er wissenschaftlicher Hilfsreferent für Raumordnungs- und Strukturfragen. Zill arbeitete für Kurt Brüning, welcher ihn um 1946 für einige Zeit entließ, nachdem die Hannoversche Volksstimme Zill als Nationalsozialisten in der Göttinger Geschäftsstelle der Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung aufgeführt hatte.Oliver Werner: Wissenschaft "in jedem Gewand?" Von der "Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung" zur "Akademie für Raumforschung und Landesplanung" 1935 bis 1955. Göttingen 2022, S. 41. 1951 wurde er zum Regierungsrat und 1953 zum Oberregierungsrat befördert. Im Niedersächsischen Amt für Landesplanung und Statistik in Hannover war er bis 1962 als Abteilungsleiter tätig, bevor er in gleicher Position ins Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wechselte. 1966 folgte die Beförderung zum Regierungsdirektor. Zill wurde leitender Ministerialrat. Von 1970 bis zu seinem Ruhestand 1976 war er als Staatssekretär tätig.
Von 1978 bis 1993 war er Mitglied des Vorstandes und Landesgeschäftsführer des Deutschen Volksheimstättenwerkes.
Veröffentlichungen (Auswahl) Die Fildergemeinden. Untersuchung zu ihrer Gesundung im Rahmen der Neuordnung des schwäbischen Lebensraumes. Dissertation Landwirtschaftliche Hochschule Hohenheim 1942. Kreisraumordnungsplan für den Kreis Grafschaft Diepholz (Provinz Hannover), Oldenburg 1944.
Literatur Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 6: T–Z. Winter, Heidelberg 2005, ISBN 3-8253-5063-0, S. 432–433.
Einzelnachweise
Kategorie:Staatssekretär (Niedersachsen) Kategorie:Ministerialrat (Niedersachsen) Kategorie:Landwirt (Deutschland) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1914 Kategorie:Gestorben 1997 Kategorie:Mann