Maximilian Gustav Wilhelm Arendt (* 29. August 1860 in Dessau, Herzogtum Anhalt; † 21. Januar 1920 in Kitchener, Ontario) war ein deutschkanadischer lutherischer Geistlicher. Er war langjähriger Pfarrer der Kanada-Synode im Südwesten von Ontario. 1905 wurde er zum Präses der Manitoba-Synode gewählt, legte dieses Amt jedoch nach kurzer Zeit wieder nieder und ging zurück nach Ontario.
Biographie Arendt wurde in der anhaltinischen Residenzstadt Dessau geboren und besuchte das dortige Gymnasium, bevor er in die Kadettenanstalt Plön eintrat. Nach seinem Abschluss an der Hauptkadettenanstalt in Groß-Lichterfelde trat er als Offizier in die Preußische Armee ein. Nach zweijährigem Militärdienst musste er aus gesundheitlichen Gründen seinen Abschied aus der Armee nehmen und entschloss sich zur Auswanderung nach Nordamerika. 1883 traf er in den Vereinigten Staaten ein, wo er seine theologische Ausbildung unter Pfarrer Krafft in Buffalo erhielt. Am 24. Juni 1885 wurde er zum Pfarramt ordiniert, ging ins kanadische Ontario und trat nach einer kurzen Station in Breslau eine Pfarrstelle der Kanada-Synode an der St. Paul’s Church in Listowel an. Ab 1888 war er auch für die neu errichtete St. Paul’s Church in Wallace zuständig. 1891 folgte er einem Ruf ins Grey County an die St. Peter’s Church bei Desboro, wo er die Installation zweier neuer Kirchenglocken verantwortete. Drei Jahre später wechselte er an die St. John’s Church in Waterloo, eine der ältesten Kirchen der Synode.
1901 verließ Arendt Ontario und nahm einen Ruf an die St. Paul’s Church in Haysville im US-amerikanischen Bundesstaat Indiana an. Dort blieb er nur zwei Jahre, bevor es ihn in das große Missionsfeld in den kanadischen Prärieprovinzen zog. Er schloss sich dort der Manitoba-Synode an, die mit der Kanada-Synode im General-Konzil verbunden war, und übernahm eine Pfarrstelle in Gretna im Süden der Provinz Manitoba. Zu seiner Pfarrei gehörte auch die St.-Johannes-Kirche in Rosenfeld. 1905 wählte die Manitoba-Synode Arendt zu ihrem Präses. Dieses Amt übte er jedoch nur wenige Monate aus, bevor er einem Ruf seiner alten Gemeinde in Desboro folgend nach Ontario zurückkehrte und die Amtsgeschäfte an Herman Walbaum übergab. Während seines zweiten Pastorats an der St. Peter’s Church schaffte er für diese eine Pfeifenorgel mit zwei Manualen, eine Christusstatue und ein Taufbecken an. Die St. James Church in Williamsford, die ebenfalls zu seiner Parochie gehörte, wurde 1907 ausgebaut. Im Grey County blieb Arendt bis 1917, als er in den Ruhestand trat.
Im Ruhestand vertrat er von 1917 bis 1918 für einige Monate die Pfarrstelle der St. Matthew’s Church in Kitchener, der größten lutherischen Kirche Kanadas. 1918 nahm er einen Ruf an die St. Paul’s Church in Bridgeport an, wo er bis zu seinem Tode predigte.
Arendt heiratete am 13. Februar 1889 in Listowel Elisabeth Hess, mit der er sieben Kinder hatte. Zwei Jahre nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratete er am 2. Februar 1910 in Hanover Elsa Guse. Er starb am 21. Januar 1920 in seinem Haus in Kitchener und wurde auf dem St. Peter’s Lutheran Cemetery dort begraben.
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