mini|alt=Schwarz-Weiß-Bild der Agence Rol, Gérard im Vordergrund stehend, gestreifter Anzug, die linke Hand in der Hosentasche, im Hintergrund Polizisten|Gaston Gérard, 1930 Gaston Gérard (geboren am 30. April 1878 in Dijon; gestorben am 5. Februar 1969 ebenda) war ein französischer Politiker der Dritten Republik.

Leben Gaston Gérard stammte aus einer Familie der Mittelschicht in Dijon. Er schloss sein Studium der Rechte ab und ließ sich 1889 als Anwalt in Dijon nieder.

1907 wurde er zum Generalrat von Dijon gewählt. Im Ersten Weltkrieg wurde er verwundet und mit dem Croix de guerre sowohl in Frankreich als auch in Belgien ausgezeichnet. Ebenso erhielt er den Orden der Ehrenlegion für militärische Dienste, der später zum Kommandeur erweitert wurde. 1919 wurde er zum Maire von Dijon gewählt. In dieser Funktion zeichnete er sich insbesondere durch Werbung für lokale Produkte und Tourismus aus; so entstand in dieser Zeit die Gastronomie-Messe Foire internationale et gastronomique de Dijon. Er übte das Amt bis 1935 aus.

1928 wurde er in die Abgeordnetenkammer gewählt, wo er der gemäßigt rechten Gauche radicale angehörte. Er verlor seinen Sitz 1932 und gewann ihn 1936 zurück. In dieser Legislaturperiode gehörte er praktisch der gleichen Fraktion an, die sich nun Gauche démocratique et radicale indépendante nannte. 1930 wurde er von André Tardieu als Hochkommissar für Tourismus in die Regierung berufen. Von 1931 bis 1932 war er in vier aufeinanderfolgen Regierungen zunächst unter Pierre Laval Sous-secrétaire d’État für öffentliche Arbeiten und Tourismus und unter Tardieu für öffentliche Arbeiten und die Handelsmarine.

Am 10. Juli 1940 stimmte er für die diktatorischen Vollmachten für Philippe Pétain. Er wurde nach der Befreiung Frankreichs für unwählbar erklärt, die Indignité nationaleNäher beschrieben unter Indignité nationale in der frankophonen Wikipédia. (Nationale Schande) wurde aber nicht über ihn ausgesprochen.

Nach dem Krieg arbeitete er wieder als Rechtsanwalt. Daneben verfasste er humoristische Texte zum Lokalgeschehen, die überregionale Anerkennung fanden.Le Bien public vom 29. Juni 1961 Gérard war zweimal verheiratet; zunächst mit Reine Geneviève Bourgogne und danach mit Odette Andrée Perrot. Er war Träger vieler Auszeichnungen; neben den oben genannten Kriegskreuzen und der Ehrenlegion war er auch Träger des Ordre des Palmes Académiques, des marokkanischen Ouissam Alaouite, des belgischen Leopoldsordens, des luxemburgischen Ordens der Eichenkrone, des Ordens der Krone von Italien, des Königlichen Ordens von Kambodscha, des Ordens des Drachen von Annam und des Literaturpreises der Chevaliers du Tastevin. Das Stade Gaston Gérard in Dijon und das Poulet Gaston Gérard, ein Geflügelgericht, das eigentlich von seiner ersten Ehefrau stammte, sind nach ihm benannt.

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied der Abgeordnetenkammer (Frankreich) Kategorie:Tourismusminister (Frankreich) Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Kommandeur) Kategorie:Träger des Ordre des Palmes Académiques (Ausprägung unbekannt) Kategorie:Träger des Leopoldsordens (Großoffizier) Kategorie:Träger des Ordens der Eichenkrone (Großoffizier) Kategorie:Träger des Ordens der Krone von Italien (Komtur) Kategorie:Träger des belgischen Kronenordens (Ritter) Kategorie:Träger des Croix de guerre 1914–1918 (Frankreich, Person) Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Frankreich) Kategorie:Oberst (Frankreich) Kategorie:Rechtsanwalt (Frankreich) Kategorie:Person (Dijon) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1878 Kategorie:Gestorben 1969 Kategorie:Mann