mini|hochkant=1.3|Brabham BT42 (Chassis: BT42-6) wie er 1973 beim Team Ceramica Pagnossin MRD zum Einsatz kam Der Brabham BT42 war ein Formel-1-Rennwagen, der von Brabham, einem britischen Rennwagenhersteller und Motorsportteam, in der Formel-1-Weltmeisterschaft 1973 und 1974 eingesetzt wurde. Dieses Fahrzeug war der erste Entwurf des Teams, der nach dem Weggang des Mitbegründers und bisherigen Konstrukteurs Ron Tauranac vollständig von Gordon Murray stammte.Michael Lawrence, Brabham - Ralt - Honda: The Ron Tauranac story. (1999). Nach zwei schwachen Saisons markierte der BT42 mit der markanten, dreieckigen Form den Beginn von Brabhams Wiederaufstieg in der Formel 1. Carlos Reutemann erzielte zwar nur zwei Podiumsplatzierungen, doch ein Aufwärtstrend war erkennbar. Neben Brabham kam der BT42 auch bei anderen (Kunden)-Teams zum Einsatz.

Entwicklung Gordon Murray übernahm das Konstruktionsbüro bei MRD nachdem ihm der neue Teamchef Bernie Ecclestone diese Position angeboten hatte,https://oro.open.ac.uk/39444/8/PDF_39444.pdf und erhielt freie Hand bei der Entwicklung des Brabham BT42 für die Saison 1973. Um die Höchstgeschwindigkeit zu verbessern, verwendete er eine Monocoque-Konstruktion mit dreieckigem Querschnitt, das er mit dem damals weit verbreiteten Cosworth-DFV-Motor als tragendes Element verband, kombiniert mit einem Hewland-Getriebe. Der 3,0-Liter-V8-Motor (90-Grad-Bauweise) leistet 450 PS bei 10.800/min und wiegt rund 180 kg. Das Gesamtgewicht des Autos beträgt 575 kg.

Die Seitenkästen enthielten jeweils eine Treibstoffzelle, dadurch konnte ein kleinerer, dreieckiger Haupttreibstofftank hinter dem Fahrer montiert werden, wodurch sich der Schwerpunkt nach hinten verlagerte und das Ansprechverhalten verbesserte.FORMULA 1: Gordon Murray Interview | Beyond The Grid | Official F1 Podcast auf YouTube (englisch) abgerufen: 28. September 2026 Er griff auch die Idee der geteilten Frontkühler im „Hummerklauen“-Design (wie schon beim BT34) wieder auf, verwendete jedoch dreieckige Gehäuse mit einer meißelförmigen Nase dazwischen. Der Wagen hatte einen kurzen Radstand und einen niedrigen Schwerpunkt. Die nach dem Reglement von 1973 vorgeschriebenen deformierbaren Strukturen waren bereits in die Konstruktion integriert. Carlos Reutemann und Wilson Fittipaldi blieben beide als Fahrer im Team, während Graham Hill eigene Wege ging. John Watson sollte den BT42/1 beim Race of Champions debütieren, verunfallte jedoch schwer und fiel vier Monate lang aus.

Der Wagen stellte eine deutliche Verbesserung gegenüber dem BT37 des Vorjahres dar, und Carlos Reutemann erzielte damit die besten Platzierungen in Frankreich und den USA. Der BT42 bildete die Grundlage für die Entwicklung des erfolgreichen Brabham BT44.

Renngeschichte und Einordnung Der Brabham BT37, das erste Formel-1-Auto der Ära Bernie Ecclestone, war die Weiterentwicklung eines alten Modells, und basierte auf dem ungeliebten Brabham BT34, der neue BT42 hingegen war eine komplette Neuentwicklung. Obwohl die Ergebnisse des Teams nicht dramatisch besser ausfielen, versprach der neue Wagen viel. McLaren M23, Lotus 72 und Tyrrell 006 dominierten die Saison 1973, doch der BT42 lag nicht weit dahinter. Reutemann qualifizierte sich in Schweden als Fünfter und belegte den vierten Platz; in Frankreich erreichte er einen hart umkämpften dritten Platz; in Zandvoort qualifizierte er sich als Fünfter; in Deutschland wurde er Vierter; in Österreich qualifizierte er sich als Fünfter und belegte den vierten Platz; in Kanada qualifizierte er sich als Vierter; und beendete die Saison mit einem starken zweiten Startplatz in Watkins Glen und einem dritten Platz. Da die aufregenden neuen Brabham BT44 für den Saisonstart 1974 bereitstanden, wurden drei der vier verbliebenen BT42 verkauft: John Watson fuhr den BT42/2 für Hexagon of Highgate; und Scuderia Finotto erwarb die BT42/5 und BT42/6 für Leihfahrer. Der verbleibende Wagen, BT42/3, wurde von MRD als Ersatzwagen und später für Vermietungszwecke behalten und anschließend dem Sponsor Martini als Ausstellungsfahrzeug übergeben. Einer der vier Wagen wurde komplett nach BT44-Spezifikation für den historischen Rennsport umgebaut, ein zweiter besitzt eine BT44-Karosserie. Diese beiden sowie ein BT42 in Serienausstattung traten 2008 gemeinsam bei den Monaco Historics auf, während der vierte kürzlich einen Concours-Sieg errang.

Galerie

Vollständige Ergebnisse des Brabham BT42 in der Formel-1-Weltmeisterschaft (Fettgedruckte Ergebnisse zeigen die Pole-Position an; kursiv gedruckte die schnellste Runde) Jahr Team Motor Reifen Fahrer123456789101112131415 Punkte WCC 1973 Motor Racing Developments (Brabham) Cosworth DFV ARG BRA RSA SPA BEL MON SWE FRA GBR NED GER AUS ITA CAN USA 22(A) 4.Carlos ReutemannDNFDNFDNF436DNFDNF4683Wilson Fittipaldi10DNF11DNF16DNFDNF5DNFRet1117Ceramica Pagnossin MRDAndrea de AdamichDNFRolf Stommelen11DNF1212 John WatsonDNF 1974 Goldie Hexagon Racing Cosworth DFV ARG BRA RSA SPA BEL MON SWE NED FRA GBR GER AUS ITA CAN USA 35(A) 5. John Watson12DNFDNF111161171611 Carlos Pace DNQScuderia Finotto Carlo Facetti DNQ Helmut Koinigg DNQ Gérard LarrousseDNF DNQMotor Racing Developments Ltd. Teddy Pilette17The Chequered Flag Ian Ashley DNQ DNQTeam Canada F1 Racing Eppie WietzesDNFAllied Polymer Group Lella Lombardi DNQ

(A) Gesamtpunktzahl aller Brabham-Fahrzeuge

Quelle:

Literatur Alan Henry, Brabham, the Grand Prix Cars. Osprey. 1985. ISBN 0-905138-36-8. David Hodges, A-Z of Formula Racing Cars 1945–1990. Bay View books. 1998. ISBN 1-901432-17-3.

Weblinks

statsf1.com Alle F1-Erfebnisse des BT42 racingsportscars.com Fotos und kurze Informationen zum Brabham BT42 (englisch) Retroschaft Brabham BT42 Formel-1-Wagen von 1974 im Martini-Design – bei den „Spa 6 Hours 2014“. Auf YouTube Goodwood Road & Racing BT42 Beim Festival of Speed in Goodwood, kompletter Lauf (0:51:73). Auf YouTube

Einzelnachweise

BT42 Kategorie:Historischer Rennwagen Kategorie:Rennwagen der Automobil-Weltmeisterschaft 1973 Kategorie:Rennwagen der Automobil-Weltmeisterschaft 1974