Leihmutterstreik (engl. Surrogacy strike) bezeichnet in der Theorie der feministischen Autorin Sophie Lewis einen Streik von Leihmüttern. Er könne einen Schwangerschaftsabbruch beinhalten, bestehe aber üblicherweise aus der Unterlassung von der Verhaltens- oder Emotionsarbeit, die allgemein von Leihmüttern erwartet werde.
Obwohl altruistische und kommerzielle Leihmutterschaft im Allgemeinen nicht als eine Form von Arbeit reguliert sei, stelle das Austragen eines Kindes einen Prozess der Wertschöpfung dar und rechtfertige die Klassifikation als Arbeit im marxistischen Sinn. Andere ziehen die „Sex Work Is Work“-Bewegung als Vergleich verwenden.
Manchmal bezeichnet der Begriff „Leihmutterstreik“ auch einen konventionellen Streik, der versucht, Leihmutterschaft zu unterstützen, wie z.b. im Fall des LGBTQ-Streik in Israel in 2018.
Methoden Zusätzlich zu der Gestationsarbeit selber erwarten viele Bestelleltern oder Leihmutterschaftskliniken, dass die Leihmutter gewisse Verhaltensweisen macht oder unterlässt (z.b. Yoga, kein Alkohol zu trinken oder nicht zu verreisen) oder die Emotionen der Bestelleltern verwaltet, indem sie die Bestelleltern indirekt an der Schwangerschaft miterleben lässt. Jeder dieser drei Kategorien an Arbeit kann unterlassen werden, wobei einige argumentieren, dass da Schwangerschaften nicht pausiert, sondern nur abgebrochen werden können, dies nicht als eine Art Streik gelten kann. Da einige Verhalten notwendig für die Gesundheit des Fötuses sind, wird argumentiert, dass daraufbasierende Streiks unethisch sind.
Leihmutterschaft ist im Allgemeinen nur zwischen einer Leihmutter und den Bestelleltern, aber wenn entsprechend reguliert kann eine Leihmutter-Gewerkschaft auch für die ganze Branche verhandeln indem sie viele oder ein Großteil von Leihmüttern in einem Land repräsentiert. Eine Gewerkschaft kann ferner als erfahrener Vermittler zwischen neuen Leihmüttern und Bestelleltern fungieren.
Wenn eine kommerzielle Leihmutterschaft von einer spezialisierten Kinik vermittelt wurde, lebt die Leihmutter manchmal mit anderen Leihmüttern der Klinik in einem Leihmutterhostel, wo oft informelle Gewerkschaften entstehen.
Kritik Da Anti-Leihmutterschafts-Aktivisten im Allgemeinen Leihmutterschaft ganz abschaffen wollen, lehnen sie auch ihre Kommerzialisierung ab, einschließlich Leihmutterstreiks. Anti-Schwangerschaftsabbruch-Aktivisten lehnen die Möglichkeit ab, mittels Schwangerschaftsabbruch zu streiken.
Weblinks Kelly Rogers: Pregnancy, abortion and the women's strike. A response to Sophie Lewis, Full Surrogacy Now: Feminism Against the Family (Verso, 2019).
Einzelnachweise
Kategorie:Reproduktionsmedizin Kategorie:Marxistische Wirtschaftstheorie Kategorie:Feminismus