miniatur|Das Wappen derer zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst Friedrich Franz Augustin Maria Prinz zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (* 15. Februar 1879 in Budapest; † 24. Mai 1958 in Curitiba, Brasilien) war ein österreich-ungarischer Adeliger und ist vor allem als Gatte der Stephanie von Hohenlohe, geborene Richter, bekannt geworden.
Leben Herkunft und erste Ehe Friedrich Franz (Rufname Franz) wurde als zweiter Sohn des Prinzen Chlodwig Karl zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (1848–1929) und dessen erster Gemahlin Franziska, geb. Gräfin Esterházy von Galántha,Chlodwig Karl heiratete am 15. Jänner 1877 in Wien Gräfin Franziska Esterházy (Scheidungsdatum unbekannt), seine zweite Eheschließung mit Gräfin Sarolta Mailáth de Székhely war am 2. März 1890, vgl. . Chlodwig Karls Vater war Friedrich zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst. geboren. Er hatte zwei Brüder und zwei Schwestern.
Als Aristokrat aus dem Haus Hohenlohe stammend wurde er zum Militärattaché an der Österreich-Ungarischen Botschaft in Sankt Petersburg, damalige Hauptstadt des Russischen Kaiserreichs (nach anderer Quelle Militärattaché in Ungarn) ernannt. Entsprechend im Jahr 2005 veröffentlichten Dokumenten des britischen Security Service (besser bekannt unter MI5) wurde Friedrich Franz zu Hohenlohe im Ersten Weltkrieg Chef der deutschen Propaganda und Direktor der deutschen Spionage in der Schweiz. In diesem Umfeld lernte er die viel jüngere bürgerliche, in Wien lebende ungarischstämmige Jüdin Stephanie Juliana Richter kennen. Drei Wochen später machte er ihr einen Heiratsantrag. Die Historikerin Martha Schad schrieb in ihrer Monografie Hitlers Spionin. Das Leben der Stephanie von Hohenlohe (2002):
Dem widerspricht laut der Monografie von Schad und anderen Quellen,vgl. 16. September 1891 – Stephanie von Hohenlohe. In: Stichtag, Radiosendung des WDR 2, in der Online-Version vom 16. September 2011, abgerufen am 28. Juli 2018. dass es sich eine von Kaiser Franz Joseph I. arrangierte Heirat war, um den Skandal zu vertuschen, dass Stephanie Richter mit Franz Josephs Schwiegersohn, Erzherzog Franz Salvator von Österreich-Toskana eine Affäre hatte: Stephanie war von ihm schwanger, ihr Geliebter jedoch mit Marie Valerie von Österreich verheiratet und bereits Vater von zehn Kindern. Franz und Stephanie heirateten am 12. Mai 1914 in London in morganatischer Ehe. Stephanie wurde damit zur Prinzessin Stéphanie zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst, später besser bekannt als Stephanie von Hohenlohe und „Hitlers Spionin“. Es ist wahrscheinlich, dass sie ihrem Bräutigam Friedrich Franz vor der Heirat das werdende Kind unterjubelte:
Sieben Monate nach der Heirat wurde am 5. Dezember 1914 in Wien Stephanies Sohn Franz Josef Rudolf Hans Weriand Max Stefan Anton Prinz zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst (* 5. Dezember 1914; † 12. Juli 2008) geboren. Friedrich Franz erkannte ihn als sein leibliches Kind an und gab ihm seinen Familiennamen. Der Prinz, Sohn von Stephanie und Friedrich Franz, sprach
Die Ehe wurde am 20. Juli 1920 in Budapest auf Wunsch von Franz geschieden.
Zweite Ehe und Tod Am 6. Dezember 1920 heiratete Franz in Budapest in zweiter Ehe Gräfin Emanuela Katharine Barbara Helene Batthyány Németújvári (* 1. April 1883 in Ikervár; † 13. Dezember 1964 in Curitiba), Tochter des Grafen Ludwig Stefan Ladislaus Anton Geza Batthyány (1860–1951) und der Gräfin Helene Andrassy de Csik-Szent-Kiraly et Krasna-Horka (1858–1952). Diese Ehe blieb kinderlos. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs übersiedelte das Ehepaar nach Curitiba in Brasilien. Dort verstarb er am 24. Mai 1958.
Literatur Jim Wilson: Nazi Princess. Hitler, Lord Rothermere and Princess Stephanie von Hohenlohe. The History Press, 2011, ISBN 0752461141. Martha Schad: Hitlers Spionin. Das Leben der Stephanie von Hohenlohe. Heyne, München 2002, ISBN 9783453211650.
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Einzelnachweise
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