André Oltramare (* 19. September 1822 in Genf; † 17. August 1896) war ein Schweizer Latinist.
Leben André Oltramare war der Sohn von Jean-Paul Oltramare (1785–1841), Inhaber einer Schokoladenmanufaktur, und Davine Suzanne, geborene Custot, und gehörte einer protestantischen Familie an, die im 16. Jahrhundert aus religiösen Gründen aus Italien nach Genf geflohen war.Vgl. Marie Bron: Oltramare, in: Historisches Lexikon der Schweiz
Nach dem Besuch des Collège de Genève erwarb er 1844 den Titel eines Bachelier ès Lettres an der Académie de Genève. Nach vier Jahren als Privatlehrer, stellvertretender Leiter des Institut Venel und Angestellter bei François Naville in Vernier unterrichtete er ab 1848 26 Jahre lang als Leiter des Collège de Genève Altgriechisch und Lateinisch. Als die Académie de Genève 1874 in die Université de Genève umgewandelt wurde, erhielt er den Lehrstuhl für lateinische Sprache und Literatur, während Jules Nicole den Lehrstuhl für griechische Sprache und Literatur bekam (Vorläufer an der Académie de Genève war André Cherbuliez (1795–1874), der 26 Jahre lang Professor für beide antiken Sprachen und Literaturen gewesen war). 1896 zog er sich aus gesundheitlichen Gründen zurück und starb am 17. August desselben Jahres an einem Schlaganfall.
André Oltramare war verheiratet mit Jeanne Louise Adrienne, geborene Fournier. Der Religionshistoriker und Latinist Paul Oltramare war ihrer beider Sohn, der Latinist André Louis Oltramare ihr Enkel.
André Oltramare veröffentlichte zu Cicero und Vergil sowie zu Jean-Jacques Rousseau.
Schriften (Auswahl) La Chrestomathie cicéronienne. Genf, 1878. Étude sur l’épisode d’Aristée dans les Géorgiques de Virgile. Genf und Basel, 1892.
Weblinks Seite bei der Bibliothèque de Genève Pierre-Yves Testenoire: Saussure et les Oltramare. In: Cahiers Ferdinand de Saussure 65, 2012, S. 253–262 (online).
Einzelnachweise
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