Der UFO Club Düsseldorf war eine von 1996 bis 2017 betriebene Musik-, Kunst- und Multimediaveranstaltung in Düsseldorf, die mangels dauerhafter Räumlichkeiten an wechselnden Schauplätzen stattfand. Die Veranstaltungsreihe wurde von Christian Koch (Mitglied der Musikgruppe Vibravoid) initiiert und entstand als die weltweit einzige Veranstaltung zum 30-jährigen Bestehen des britischen UFO Clubs der 1960er-Jahre. Die Clubabende waren stilistisch auf die Musikrichtungen Psychedelic Rock, Krautrock und Space Rock ausgerichtet.

Veranstaltungsorte

Rheingold-Saal Die Veranstaltungsreihe begann am 25. Oktober 1996 im Rheingoldsaal im Düsseldorfer Hauptbahnhof. Die Clubabende wurden in einem separaten Raum im Zwei-Wochen-Rhythmus durchgeführt. Parallel fand in den Räumlichkeiten der Pop Scene Club statt.

Ratinger Hof Am Freitag, den 17. November 2000, fand im Ratinger Hof unter dem Titel „Time Tunnel“ eine gemeinsame Veranstaltung des UFO Clubs, der Musikgruppe Vibravoid anlässlich der Veröffentlichung des Albums 2001 statt. Dies war das erste neue Rock-Konzert und das erste Rock-orientierte Clubprogramm nach dem Neubau der ehemaligen Punk-Institution. Das Programm verband ein Live-Konzert mit Multimedia-Elementen, Internet-Übertragungen sowie DJ Beiträge.

Koyote Privat / R25 (Alter Schlachthof) Die Spielstätte Koyote Privat (auch bekannt als R25), gelegen in Hallenflächen auf dem Areal des ehemaligen städtischen Schlachthofs an der Rather Straße, diente der Reihe über längere Phasen hinweg als regelmäßiger Anlaufpunkt für die Clubnächte. In der lokalen Berichterstattung wurden die dortigen Veranstaltungen als Bestandteil der Düsseldorfer Alternativkultur und „das letzte Stückchen Subkultur“ eingeordnet.

Kir Royal Am Samstag, den 15. März 2008, gastierte der UFO Club in der Spielstätte Kir Royal an der Mühlenstraße 9 in der Düsseldorfer Altstadt. Der Clubabend wurde zeitgenössisch als analoger Gegenentwurf zur MP3-Kultur beschrieben.

Weitere Stationen Einzelveranstaltungen und Kooperationen wurden im Künstlerverein WP8, im Soziokulturellen Zentrum Zakk, im Salon 52, im Opium, im Weißen Bären sowie in der Diskothek Harpune realisiert. Zudem gab es vereinzelte Gastveranstaltungen außerhalb Düsseldorfs, wie im Frankfurter Up-Club und im Mülheimer Blow Up Club. Der fortlaufende Betrieb der Reihe wurde im Jahr 2017 eingestellt.

Audiovisuelle Gestaltung und Kooperationen Die optische Gestaltung basierte auf analogen Flüssiglichtprojektionen (Liquid Light Shows) und Diashows der Lightshow Society Düsseldorf. Ergänzend wurden Stroboskop-Effekte und Nebelmaschinen eingesetzt. Das Musikprogramm wurde durch DJs und Live-Auftritte gestaltet.

Es bestand eine enge organisatorische und personelle Verknüpfung mit dem interdisziplinären Düsseldorfer Kulturprojekt Holli 199 (gelegen an der Ackerstraße 199), das von Christian Koch, der Autorin Pamela Granderath und Künstlerin Yvonne Hollunder betrieben wurde. Im Rahmen dieser Kooperation wurden Live-Konzerte mit literarischen Lesungen, Kunstausstellungen und dem Vertrieb lokaler Tonträger-Labels verbunden.

Historische Einordnung Die zeitgenössische Musikpresse zieht strukturelle Verbindungslinien zwischen der Entstehung des UFO Clubs und historischen Düsseldorfer Musikstätten der 1960er-Jahre wie dem Creamcheese. Das im Rahmen der Clubaktivitäten entstandene Publikumsumfeld bildete im Jahr 2001 die organisatorische Basis für das ebenfalls von Koch initiierte Love Is Freedom Festival. Das 30-jährige Bestehen der Düsseldorfer Club-Initiative wurde im Januar 2026 im Rahmen einer Jubiläumsshow im Ratinger Hof gewürdigt.

Einzelnachweise

Kategorie:Kultur (Düsseldorf) Kategorie:Krautrock Kategorie:Psychedelic Rock