mini|hochkant|Gottlieb Friedrich von Glasenapp. Porträt von Georg von Bothmann (1810–1891) mini|hochkant|Wappen der Familie von Glasenapp

Gottlieb Friedrich Alexandrowitsch von Glasenapp, auch genannt Bogdan von Glazenap (* 22. Januar 1811 in Livland; † 5. Dezember 1892 in Wiesbaden) war Admiral der kaiserlich russischen Marine, Generaladjutant des Zaren Nikolaus I. und Mitglied des russischen Staatsrates.

Herkunft und Familie Gottlieb Friedrich von Glasenapp wuchs in einer deutschbaltischen Familie auf. Seine Eltern waren Alexander von Glasenapp und Louise geb. von Moeller. Sein Bruder war Woldemar von Glasenapp.

Gottfried von Glasenapp heiratete 1839 Emilie von Moeller, Tochter des russischen Admirals und Marineministers Otto Berend von Möller (1764–1848). Seine Ehe war kinderlos, er hatte aber zahlreiche Pflegesöhne. Diese Pflegesöhne waren Kinder von kaukasischen Teilfürsten, die durch die Kaukasuskriege ums Leben gekommen waren. Anfangs fand die Erziehung der Pfleglinge in Dorpat (heute Tartu), später in Sankt Petersburg statt, wo sie dann alle bei der Garde dienten. Seine Frau Emilie starb im Februar 1879.

Leben Gottfried von Glasenapp nahm von 1826 von 1828 als junger Marineoffizier an der vierten russischen Weltumseglung von Kapitän Friedrich Benjamin von Lütke teil, in dessen Verlauf auch Tahiti angelaufen wurde, wo er sich der besonderen Gunst und Gastfreundschaft von Königin Pomaré IV. erfreuen durfte. Im weiteren Verlauf der Reise nahm er etliche Küsten an der Beringstraße kartographisch auf und beschrieb sie. Das auf den östlichen Aleuten (Alaska) befindliche Cape Glazenap wurde nach ihm benannt, ebenso der Hafen am südwestlichen Ende der Insel Arakamtschetschen in der Beringstraße erhielt seinen Namen.

1841 wurde Glasenapp Kapitänleutnant und Flügeladjutant. Er befehligte die Brigg Kasarki, im nächsten Jahr die Korvette Löwin, 1843 die Fregatte Katharina und 1845/1846 die Korvette Prinz von Warschau. 1844 wurde Glasenapp zum Kapitän 2. Ranges und 1846 zum Kapitän 1. Ranges befördert. In den Jahren 1848 und 1849 war er Chefredakteur der Zeitschrift Marine Collection.

Am 24. April 1861 wurde zum Vizeadmiral befördert. 1869 wurde er Admiral sowie Generaladjutant. Von 1860 bis 1871 war er Hauptkommandeur des Hafens und Militärgouverneur von Nikolajew.

Gottfried von Glasenapp wurde 1834 Ritter des damaligen Königlich Preußischen St. Johanniter-Ordens, gemeinsam mit mehreren adeligen evangelischen russisch-stämmigen Reserve-Offizieren, darunter Pawel Solotoff, Fedor Antonieff und Peter Murawieff. Sie wurden alle somit nach 1852 Ehrenritter des Johanniterordens.Liste der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. . Verlag Martin Berendt, Berlin 1859, S. 28, Nr. 290 (Digitalisat).

Orden und Ehrenzeichen Orden des Heiligen Wladimir 4. Grades mit Bogen (1831) Orden des Heiligen Georg 4. Grades (1833) Seit 1834 Ritter des Königlich Preußischen St. Johanniter-Orden Balley Brandenburg, seit 1852 Ehrenritter des Johanniterordens Orden des Heiligen Stanislaw 2. Grades (1835) Orden der Heiligen Anna 2. Grades (1839, Kaiserkrone 1841) Orden des Heiligen Wladimir 3. Grades (1849) Orden des Heiligen Stanislaw 1. Grades (1855) Orden der Heiligen Anna 1. Grades (1856) Orden des Heiligen Wladimir 2. Grades mit Schwertern (1864) Orden des Weißen Adlers (1866) Orden des Heiligen Alexander Newski 15. Mai 1883 Orden des Heiligen Wladimir I. Klasse als „General-Adjutant Glasenapp I“ (verliehen zum Anlass der Krönung des Zaren Alexander III.) Preußischer Orden des Heiligen Johannes von Jerusalem (1836) Preußischer Orden des Roten Adlers 3. Grades (1836) Schwedischer Schwertorden (Kommandeur) (1850) Niederländischer Orden vom niederländischen Löwen (1841) Niederländischer Orden der Eichenkrone 1. Grad (1857) Neapolitanischer Orden Franz I. Kommandantenkreuz 3. Grades (1846) Kreuz der französischen Ehrenlegion (1846) Danebrog Kommandantenkreuz des dänischen Ordens (1849) Dänischer Orden von Danebrog Ehrenabzeichen (1850)

Quellen Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch der Ritter- u. Adels-Geschlechter. 1881. Sechster Jahrgang, Verlag Buschak & Irrgang, Brünn/Wien November 1880, S. 208–209. Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1885, Zehnter Jahrgang. Verlag Friedrich Irrgang, Brünn und Wien 1884, S. 159–160. E. [Eugen] von Glasenapp: Vollständige Genealogie des alt-hinterpommerschen Geschlechts der Erb-, Burg- und Schlossgesessenen von Glasenapp. Band 2. Vossische Buchhandlung (Strikker-Rudolf Stricker), Berlin 1897, S. 419–420, Nr. 297. V. Rummel: v. Glasenapp, eine Adelsfamilie. In: (). Enzyklopädisches Wörterbuch von Brockhaus und Efron. (86 B./82 B. u. 4 Zusatz), Leipzig / St. Petersburg 1890–1907. Recherche | Wikisource Art. v. Glasenapp. In: Alexander Alexejewitsch Tschernyschew: Russische Segel-Schiffflotte, Band 2: Kriegsschiffe und Schiffe der Russischen Flotte. Militärverlag, Moskau 2002, ISBN 5-203-01789-1.

Weblinks

Siehe auch Glasenapp

Einzelnachweise

Kategorie:Admiral (Russisches Kaiserreich) Kategorie:Mitglied des Russischen Staatsrates Kategorie:Träger des Ordens des Heiligen Wladimir Kategorie:Träger des Ordens des Heiligen Georg Kategorie:Träger des Ordens der Heiligen Anna Kategorie:Träger des Sankt-Stanislausordens (Russland) Kategorie:Träger des Alexander-Newski-Ordens (Russisches Kaiserreich) Kategorie:Träger des Kaiserlich-Königlichen Ordens vom Weißen Adler Gottlieb Friedrich Alexandrowitsch von Glasenapp Kategorie:Ehrenritter (Johanniterorden) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 3. Klasse Kategorie:Träger des Schwertordens (Kommandeur) Kategorie:Träger des Ordens der Eichenkrone Kategorie:Träger des Ordens vom Niederländischen Löwen Kategorie:Träger des Dannebrogordens Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion Gottlieb Friedrich Alexandrowitsch Kategorie:Deutsch-Balte Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1811 Kategorie:Gestorben 1892 Kategorie:Mann