mini|Katholische Kirche St. Gertrudis in Recklinghausen-Hillerheide St. Gertrudis in Hillerheide nordwestlich von Dortmund in Nordrhein-Westfalen ist eine römisch-katholische Filialkirche der Großpfarrei St. Antonius (Recklinghausen). Sie steht unter dem Patrozinium der heiligen Gertrud von Helfta und gehört zum Kreisdekanat Recklinghausen im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist eine moderne Saalkirche mit Eckturm und hat 320 Sitzplätze.

Geschichte Für die nahegelegene Schachtanlage „General Blumenthal I/II“ entstand 1873 im Stadtteil Hillerheide eine Wohnsiedlung für Bergarbeiter. Außerdem wurden dort bis in die 1930er Jahre weitere Siedlungen auch für andere Arbeitskräfte erbaut. Gottesdienste fanden ab 1908 in einer der heiligen Gertrud geweihten Notkirche statt.

Nach der Abtrennung des Seelsorgebezirks von der Mutterpfarrei St. Peter (Recklinghausen) erfolgte 1908 die Errichtung eines selbstständigen Pfarrrektorats und 1912 die Erhebung zur eigenständigen Pfarrei St. Gertrudis.

Baubeschreibung Nach den Plänen des Architekten Albert Boßlet (Würzburg) wurde 1953–54 das jetzige Gotteshaus gebaut. Die Patronin ist die heilige Gertrud, die auch „Gertrud die Große“ genannt wird und als einzige deutsche Heilige den Beinahmen „die Große“ trägt.

Der Saalbau St. Gertrudis besitzt eine Korbbogendecke unter einem flachen Satteldach. Der eingezogene Chor mit geradem Schluss liegt im Osten. Der Eckturm im Nordwesten mit einem flachen Pyramidendach ist durch eine Taufkapelle mit der Kirche verbunden. Die südlich des Chores angebaute Sakristei hat ein Satteldach quer zum Hauptschiff. Das Gotteshaus besitzt Wände mit Oberflächen aus Rauhputz sowie Dächer aus Dachziegeln.

mini|Innenraum von St. Gertrudis Zu den Gebäuden der Gemeinde St. Gertrudis gehören das Pfarrhaus (mit Wohnung) von 1927, das 1925 eröffnete und 1974 umgebaute Pfarrheim, das Jugendheim von 1966, der Kindergarten von 1960 sowie das Altenheim von 1969.

Strukturentwicklungen Im Rahmen von Pastoralreformen im Bistum Münster wurde St. Gertrudis (Hillerheide) zwischen 2007 und 2010 in die Großpfarrei St. Antonius (Recklinghausen) eingegliedert.

Ende 2028 werden sich die Pfarreien St. Antonius, Liebfrauen und St. Peter in Recklinghausen sowie St. Martinus (Westerholt) und St. Antonius (Herten) zusammenschließen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Recklinghausen-Herten“.

Glocken Im Eckturm von St. Gertrudis hängen die folgenden fünf Kirchenglocken:

Glocke 1: Schlagton d‘; Ø 150 cm; Material: Stahl; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1924 Glocke 2: Schlagton f‘; Ø 134 cm; Material: Stahl; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1924 Glocke 3: Schlagton g‘; Ø 116 cm; Material: Stahl; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1924 Glocke 4: Schlagton a‘; Ø 90 cm; Material: Bronze; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1953 Glocke 5: Schlagton c‘‘; Ø 75 cm; Material: Bronze; Gießerei: Petit & Edelbrock (Gescher); Gussjahr: 1953.

Orgel Franz Breil (Dorsten) baute 1954 für die Kirche St. Gertrudis in Hillerheide eine Pfeifenorgel mit 20 Registern. Die Schleifladen-Orgel hat elektrische Trakturen und wurde 1982 von derselben Firma gründlich überarbeitet.

Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg.: Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab und Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.

Weblinks

Website von St. Gertrudis (Hillerheide) Website vom Kreisdekanat Recklinghausen

Einzelnachweise

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