Death by Lightning ist eine US-amerikanische Miniserie von Mike Makowsky. Das Historien-Drama basiert auf dem Buch Destiny of the Republic von Candice Millard und handelt vom 20. US-Präsidenten James Garfield sowie seinem Bewunderer und späteren Mörder Charles Guiteau. Alle vier Folgen erschienen am 6. November 2025 auf Netflix zu überwiegend positiven Rezensionen.
Handlung
Death by Lightning erzählt den Aufstieg von James Garfield zum Präsidenten der Vereinigten Staaten und das Attentat auf ihn. Garfield gerät nach seiner unerwarteten Nominierung zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten in politische Konflikte innerhalb der Partei und in einen Machtkampf mit dem New Yorker Senator Roscoe Conkling. Gleichzeitig verfolgt Charles Guiteau seinen eigenen Weg in die Politik und versucht, sich Garfields Umfeld anzuschließen. Als seine Hoffnungen auf eine politische Position scheitern, richtet sich sein Interesse zunehmend auf den Präsidenten. Die Serie begleitet beide Figuren bis zu ihrer Konfrontation, als Guiteau Garfield im Jahr 1881 anschießt. Während Garfield schwer verletzt um sein Leben kämpft, wird Guiteau festgenommen und vor Gericht gestellt.
Produktion
Entwicklung Im Februar 2024 wurde Death by Lightning erstmals angekündigt. Die Serie basiert auf dem Sachbuch Destiny of the Republic: A Tale of Madness, Medicine and the Murder of a President (2011) von Candice Millard, und wurde umgesetzt mit Drehbüchern von Mike Makowsky und unter Regie von Matt Ross. Makowsky und Ross fungieren zudem als Executive Producers, zusammen mit Bernie Caulfield, David Benioff und D. B. Weiss. Der Titel der Serie leitet sich aus einem Brief Garfields im November 1880 an den damaligen US-Finanzminister John Sherman ab. Dieser äußerte zuvor Sorge um Garfields Sicherheit, der daraufhin antwortete: „Assassination can no more be guarded against than death by lightning; and it is not best to worry about either.“ (dt.: „Gegen ein Attentat kann man sich ebenso wenig schützen wie vor dem Tod durch einen Blitzschlag, und es ist nicht ratsam, sich über beides zu Sorgen.“) Die beiden Hauptrollen in der wahren Geschichte rund um den 20. US-Präsidenten James Garfield sowie seinen Mörder Charles Guiteau übernehmen Michael Shannon und Matthew Macfadyen.
Zur Besetzung hinzu kamen Nick Offerman als Chester Arthur, Garfields Vizepräsident und Nachfolger, und Betty Gilpin als Crete Garfield, Garfields Frau und First Lady. Im Mai 2024 wurden Shea Whigham als Roscoe Conkling, Garfields Widersacher und Senator New Yorks, Bradley Whitford als James Blaine, der damalige Außenminister, Paula Malcomson als Franny Scoville, Guiteaus Schwester, und Tuppence Middleton als Kate Sprague, in der Besetzung bestätigt. Für Shannon und Macfadyen fühlt sich die Geschichte trotz ihres Settings im 19. Jahrhundert modern an und gewinnt zunehmend an Relevanz. Sowohl politisch als auch medizinisch könnten die heutigen Vereinigten Staaten ihrer Ansicht nach etwas aus James Garfields Geschichte und seinem Schicksal lernen. Auch Guiteaus Beweggründe gingen demnach über die damalige Zeit hinaus und stellten Bezüge zur Gegenwart her.
Die Musik komponierte Ramin Djawadi, nachdem er zuvor mit den Produzenten Benioff und Weiss bereits bei den Serien Game of Thrones und 3 Body Problem zusammenarbeitete.
Dreharbeiten mini|alt=Eine Schwarz-Weiß-Fotografie der Republican National Convention 1880. James Garfield steht auf dem Podium, umgeben von voll besetzte Ränge und Banner im Stil der US-amerikanischen Flagge.|Der echte James Garfield (Mitte, rechts) vor seiner Rede beim republikanischen Parteitag 1880 Die Dreharbeiten mit Kameramann Adriano Goldman begannen im Juli 2025 in Budapest, Ungarn, und wurden im Oktober desselben Jahres abgeschlossen. Für Mike Makowsky war es wichtig, die 1880er-Jahre authentisch darzustellen, der Serie gleichzeitig aber einen „zeitgenössischen Schwung“ mitzugeben. Entsprechend legte er Wert auf die Auswahl der Mitarbeiter hinter der Kamera. So war Kostümbildner Michael Wilkinson mit seinem Team für die Kleidung der 24 Darsteller und über 500 Statisten verantwortlich, während Csilla Horvath als Maskenbildnerin sich unter anderem um die markanten Bärte kümmerte. Szenenbildnerin Gemma Jackson ließ ihr Team Gemälde, Fotografien und Bücher aus ganz Europa sammeln, um ein Verständnis der damaligen Zeit zu bekommen. Es wurden teilweise monatelang an Sets in den Astra Studios nahe Budapest gebaut, wie etwa dem Weißen Haus oder der Kongresshalle für den republikanischen Parteitag. Bei der Setgestaltung wurde auf historische Handwerkstechniken zurückgegriffen, etwa auf die Verwendung natürlicher und handgefärbter Stoffe, um die Sets möglichst authentisch zu gestalten. Visuelle Effekte wurden unter anderem für Set-Erweiterungen eingesetzt, um beispielsweise die Kongresshalle von 500 auf mehrere tausend Personen zu erweitern sowie historische Straßen, den Hafen und die Außenansicht des Weißen Hauses darzustellen. Laut VFX Supervisor Rainer Gombos bot die Unreal Engine dabei große Vorteile, da sich damit Daten und Vorgaben verschiedener Abteilungen zusammenführen ließen. Regie und Kamera konnten sich die Szenen zudem mithilfe von VR-Headsets anschauen. Für die Zugfahrten nutze man In-Kamera-VFX, mit großen LED-Wänden vor den Fenstern, um den korrekten Lichteinfall zu erzeugen.
Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation entstand bei den EVA Studios Germany in Berlin, nach Dialogbüchern von Nadine Geist, die ebenso die Regie übernahm.
mini|hochkant|alt=Porträtfoto von Michael Shannon aus dem Jahr 2015. Er trägt ein blau-weißes Jackett mit weißem Hemd.|Michael Shannon (2015) spielt James Garfield Figur Darsteller Synchronsprecher Charles Guiteau Matthew Macfadyen Marcus Off James Garfield Michael Shannon Tim Moeseritz Crete Garfield Betty Gilpin Mareile Moeller Roscoe Conkling Shea Whigham Frank Röth James Blaine Bradley Whitford Klaus-Dieter Klebsch Chester Arthur Nick Offerman Torsten Michaelis Mollie Garfield Laura Marcus Magdalena Montasser Joe Brown Archie Fisher Finn Posthumus Levi Morton David Nykl Klaus-Peter Grap Abram Garfield Anders Olof Grundberg Oskar Makino Kate Sprague Tuppence Middleton Juliane Schöttler Blanche Bruce Barry Shabaka Henley Claudio Maniscalco Franny Scoville Paula Malcomson Katrin Zimmermann Frederick Douglass Vondie Curtis-Hall Samuel Zekarias Grier Dominic Applewhite Michael Gugel Dr. Willard Bliss Željko Ivanek Gerald Schaale John Sherman Alistair Petrie Johannes Berenz George Scoville Ben Miles Bernd Vollbrecht Dr. Charles Purvis Shaun Parkes Tobias Schmidt
Veröffentlichung Alle vier Folgen von Death by Lightning erschienen am 6. November 2025 auf Netflix. Die Miniserie verzeichnete 3,2 Millionen Aufrufe innerhalb der ersten Woche nach Veröffentlichung, und platzierte sich damit auf Platz 5 der meist geschauten Serien der Woche auf Netflix weltweit. Die Aufrufe und Platzierung konnte sie in der Folgewoche halten.
Episodenliste
Rezeption
Kritiken Quelle Bewertung Rotten Tomatoes 90 % Metacritic 80/100 RogerEbert.com The Guardian The Hollywood Reporter 80/100 The New York Times 80/100 Variety 70/100 Filmdienst Die Miniserie erhielt überwiegend positive Rezensionen. Auf Rotten Tomatoes sind 90 % von 70 ausgewerteten Kritiken positiv, und auf Metacritic erreichte sie einen Metascore von 80 von 100 Punkten, basierend auf 31 Rezensionen. Häufig gelobt wurden insbesondere die Darstellungen von Michael Shannon, Matthew Macfadyen und Nick Offerman, sowie die humorvoll-tragische Balance des Stoffs. Ebenso wird hervorgehoben, wie die Serie den historisch weniger bekannten Moment der US-Geschichte zugänglich macht. So schreibt beispielsweise Richard Roeper auf RogerEbert.com, der Vierteiler sei „straff erzählt und dennoch überaus informativ“, während die Hauptdarsteller ihre Rollen sichtlich genössen.
Laut Jack Seale vom Guardian hat Death by Lightning am meisten Spaß mit den korrupten Republikanern, wie beispielsweise Roscoe Conkling oder Chester Arthur. Offerman sei „unglaublich lustig“ in einem Moment und zeige Arthur kurz darauf auf berührende Weise verletzlich. Doch sie alle werden von Macfadyen in den Schatten gestellt, der mit seinem Guiteau abermals beweise, dass niemand „bemitleidenswerte Sonderlinge“ besser spielt als er. Das schade wiederum Garfield, der zu selbstreflektiert sei und damit Shannon kaum Spielraum für eine tiefgründige Darstellung lässt. Ähnlich empfindet es Daniel Fienberg vom Hollywood Reporter, der ebenso ein großes Lob für die Nebendarsteller ausspricht. Für ihn besteht eine klare Verbindung von Guiteau zu modernen Incels, und auch weitere „augenzwinkernde Anspielungen“ auf das heutige Amerika sieht er als gelungenen und unterhaltsamen Ausgleich zur ansonsten gehaltvollen Serie. Seiner Meinung nach überzeugen auch die weiblichen Darstellerinnen Gilpin und Marcus, während sie für Seale kaum Platz neben den Männern bekämen. Dass Garfield wiederum weniger interessant wirke, liege vor allem daran, dass man die letzte Folge um seinen Tod zu schnell erzähle.
Shannon überzeuge durchgehend in der Rolle des Garfield, schreibt Esther Zuckerman in der New York Times. Ähnlich wie bei seiner Darstellung des Tom Wambsgans in Succession verleihe Macfadyen Guiteau Komplexität und spiele ihn „zugleich komisch, beklemmend und herzzerreißend“. Vor allem dank Offerman als betrunkenem Arthur biete Death by Lightning viel Humor, trotz des düsteren Endes. Serienautor Makowsky und Regisseur Ross fänden dabei die richtige Balance. Varietys Aramide Tinubu sieht es etwas kritischer und beschreibt Macfadyens Leitung zwar als „fleißig“, findet den starken Fokus auf den „langweiligen“ Guiteau jedoch übertrieben. Nichtsdestotrotz hebt er die vielen Parallelen zu aktuellen Konflikten in Amerika hervor und sieht es als erfrischende Perspektive auf einen Mann, der das Land auf einen anderen Kurs hätte bringen können.
Karsten Munt schreibt im Filmdienst, die Miniserie kreiere mit der opulenten Ausstattung und den starken Darstellern einen Kontrast zwischen „Gründerväter-Pathos“ und der Vulgarität alter Männer. Dieser komplementäre Gegensatz, gepaart mit einem guten Tempo, ergebe ein „elegant überhöhtes Historien-Drama“. Im Widerspruch dazu sei die Serie trotz ihrer Ambitionen „langatmig“, meint Manfred Riepe bei epd Film. Zwar sei das Kernmotiv des Kampfes gegen Korruption und für Gleichberechtigung gut gemeint, es sei aber holprig umgesetzt. Auch der Kontrast zwischen Garfield und Guiteau überzeuge nicht, und man sehe der Miniserie die „beschränkte Ästhetik einer TV-Inszenierung“ an.
Auszeichnungen (Auswahl) mini|hochkant|alt=Porträtfoto von Nick Offerman aus dem Jahr 2022. Er trägt ein blaues Polohemd und ein Lanyard der Library of Congress|Nick Offerman (2022) spielt Chester Arthur Emmy Awards 2026 Nominierung als Bester Nebendarsteller in einer Anthologie, Miniserie oder einem Fernsehfilm für Nick Offerman Nominierung für das Beste Drehbuch einer Anthologie, Miniserie oder einem Fernsehfilm für Mike Makowsky Nominierung für den Besten Schnitt einer Anthologie, Miniserie oder einem Fernsehfilm für Anna Hauger, Joseph Krings, Joe Leonard, Michael Ruscio, Bridget Case & Derek Desmond (für Der Mann aus Ohio) Nominierung für die Beste Kameraführung in einer Anthologie, Miniserie oder einem Fernsehfilm für Adriano Goldman (für Schicksal der Republik)
Critics’ Choice Awards 2026 Nominierung als Beste Miniserie oder Fernsehfilm Nominierung als Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm für Michael Shannon Nominierung als Beste Nebendarstellerin in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm für Betty Gilpin Nominierung als Bester Nebendarsteller in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm für Nick Offerman
American Film Institute Awards 2026 Auszeichnung als Beste TV-Sendung des Jahres
Writers Guild of America Award 2026 Nominierung als Beste Miniserie für Mike Makowsky
Golden Tomato Awards 2025