Ekkehard „Ekke“ Spiegel (geboren 1970 in Saalfeld/Saale) ist ein deutscher Politiker (Die Linke). Seit 2026 ist er Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses.
Leben
Jugend und antifaschistisches Engagement Spiegel wuchs in Saalfeld auf, wo seine Eltern als Gärtner arbeiteten; mit 16 Jahren begann er selbst eine Ausbildung zum Gärtner. Als Jugendlicher war er zu DDR-Zeiten als Punk im Umfeld der kirchlich-oppositionellen „Offenen Arbeit“ aktiv.
Nach der Wende wurde Spiegel als sichtbarer Antifaschist von Neonazis in seiner Wohnung angegriffen und musste längere Zeit im Krankenhaus verbringen. Daraufhin zog er im Dezember 1990 nach Berlin und lebte zunächst in der Schreina47, dem zweiten besetzten Haus in Ost-Berlin nach der Wende, das bis heute als Hausprojekt besteht.
Am 21. November 1992 wurde Spiegels damaliger Mitbewohner Silvio Meier am U-Bahnhof Samariterstraße von Neonazis mit einem Butterflymesser ermordet; Spiegel und ein weiterer Freund wurden bei dem Angriff ebenfalls verletzt. In der Folge engagierte sich Spiegel in antifaschistischer Selbstorganisation und im Aufbau von Bündnissen mit zivilgesellschaftlichen Partnern.
Berufliche Tätigkeit Nach mehreren Gelegenheitsjobs zog Spiegel 2003 mit seiner Familie in den Tschad, wo seine Partnerin als Krankenpflegerin arbeitete. Bis 2019 lebte und arbeitete die Familie in verschiedenen afrikanischen Ländern. Im Tschad vermittelte Spiegel Häftlingen im Rahmen einer Resozialisierungsmaßnahme Gemüseanbau, in Niger beriet er eine Nichtregierungsorganisation bei Bewässerungsprojekten, in Uganda wirkte er am Aufbau einer Garten-Berufsschule mit. Die Rückkehr nach Deutschland erfolgte, damit die Tochter dort Abitur machen konnte.
Wieder in Berlin arbeitete Spiegel zunächst für das Bildungsprojekt Weltacker in Pankow, wo die verschiedenen Ackerkulturen der Welt im weltweiten Flächenverhältnis angebaut werden. Dort vermittelte er Zusammenhänge von Klimakrise, Landwirtschaft und Ernährung; die dabei erhoffte Wirkung individueller Aufklärung blieb seiner Einschätzung nach jedoch aus. Seit 2023 arbeitet Spiegel als Busfahrer für die Berliner Verkehrsbetriebe.
Politik 2021 engagierte sich Spiegel für den Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ und trat im selben Jahr der Partei Die Linke bei. Er ist gewerkschaftlich bei ver.di aktiv, unter anderem als Hofverantwortlicher, und engagierte sich bei mehreren Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe.
Der Bezirksverband Friedrichshain-Kreuzberg der Linken nominierte Spiegel für die Wahl zum Abgeordnetenhaus 2026 im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg 5 sowie auf den sechsten Platz der Bezirksliste. Spiegel gewann mit 40,9 Prozent das Direktmandat und zog ins Parlament ein.
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Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Die-Linke-Mitglied Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1970 Kategorie:Mann