__NOTOC__ Marcus Clodius Ma[] (vollständige Namensform Marcus Clodius Marci filius Fabia Ma[]; von seinem Cognomen sind nur die beiden Anfangsbuchstaben bekannt) war ein im 1. Jahrhundert n. Chr. lebender Angehöriger des römischen Ritterstandes (Eques).
Laufbahn Durch zwei unvollständig erhaltene Inschriften, die in Brixia, dem heutigen Brescia in Italien gefunden wurden, sind einzelne Stationen der Laufbahn von Marcus Clodius bekannt.
Er übte zunächst ein kommunales Amt (praefectus aedilicia potestate) in seiner Heimatstadt Brixia aus. Im Anschluss übernahm er folgende militärische Positionen (in dieser Reihenfolge): Kommandeur (Praefectus) einer Cohors Cantabrorum, Tribunus militum in der Legio IIII Scythica und zuletzt Kommandeur (praefectus vexillationis) einer Abordnung aus der Legio V Macedonica; da die Inschrift an dieser Stelle eine Lücke aufweist, könnte die Abordnung möglicherweise auch Teile von weiteren Legionen umfasst haben. Nach seiner militärische Laufbahn wurde Marcus Clodius zunächst Praefectus fabrum, um anschließend in seine Heimatstadt zurückzukehren. Dort übernahm er danach noch folgende kommunale Ämter (in dieser Reihenfolge): Duumvir iuri dicundo, Pontifex und Duumvir quinquennalis.
Marcus Clodius war in der Tribus Fabia eingeschrieben und stammte aus Brixia, dem heutigen Brescia in Italien.
Cohors Cantabrorum Es gab zwei Kohorten, die aus dem Volksstamm der Cantabrer rekrutiert wurden, die Cohors I Cantabrorum und die Cohors II Cantabrorum. John Spaul und Florian Matei-Popescu ordnen Marcus Clodius der Cohors I Cantabrorum zu, die durch Militärdiplome für das Jahr 78 als Teil der Truppen in der Provinz Moesia belegt ist.
Reihenfolge der Positionen Die oben angegebene Reihenfolge der einzelnen Positionen seiner Laufbahn entspricht der Reihenfolge in der Inschrift und folgt Ségolène Demougin, die argumentiert, dass Marcus Clodius die einzelnen Positionen in der Reihenfolge ausgeübt hat, in der sie angegeben sind. Laut Demougin sprach sich A. Albertini dafür aus, die Laufbahn als cursus inversus anzusehen, d. h. die einzelnen Positionen wären in absteigender Reihenfolge angegeben.
Datierung Ségolène Demougin datiert seine militärische Laufbahn allgemein in die Regierungszeit der Julisch-Claudischen Kaiser bzw. in einen Zeitraum zwischen 41 bis um 56/57, als die Legio IIII Scythica aus Moesia abgezogen wurde. Laut Demougin datierte A. Albertini die gesamte Laufbahn in die Regierungszeiten von Nero (54–68) bis Domitian (81–96).
Literatur Ségolène Demougin: Prosopographie des Chevaliers Romains Julio-Claudiens (43 av. J.–C. – 70 ap. J.–C.), Collection de l’École Francaise de Rome 153, 1992, , (Online).
Einzelnachweise Florian Matei-Popescu: The Roman Auxiliary Units of Moesia In: Il Mar Nero VIII, 2010/2011, S. 207–230, hier S. 219 (Online).
Inschrift aus Brescia / Brixia (). Inschrift aus Nave / Brixia ().
John Spaul: Cohors² The evidence for and a short history of the auxiliary infantry units of the Imperial Roman Army, British Archaeological Reports 2000, BAR International Series (Book 841), ISBN 978-1-84171-046-4, S. 99.
Ségolène Demougin: Prosopographie, Nr. 627, S. 525–529.
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