mini|Delijew bei einem Auftritt in Donezk, 2008 Heorhij Wiktorowytsch Delijew, auch Georgij Delijew (; * 1. Januar 1960 in Cherson, Ukrainische SSR), ist ein ukrainischer Schauspieler, Künstler und Musiker. Im Jahr 2002 wurde er mit dem Titel Verdienter Künstler der Ukraine und 2009 als Volkskünstler der Ukraine ausgezeichnet. Er leitete er Anfang der 1990er Jahre die Comedy-Truppe Maski (russisch: Ма́ски) aus Odessa, deren Comedyserie Maski-Show (russisch: Ма́ски-шо́у) im russischen und ukrainischen Fernsehen äußerst beliebt war.

Delijew ist gelernter Architekt und betätigt sich auch als Maler. Seine Werke, in Öl, Acryl, Aquarell, Mascara, Pastell sind hauptsächlich im Stil experimenteller Zeichnungen ausgeführt.

Leben Jugend und Ausbildung Delijew wurde am 1. Januar 1960 in der ukrainischen Stadt Cherson geboren. Er studierte von 1977 bis 1982 an der Staatlichen Akademie für Bauingenieurwesen und Architektur Odessa. Während seines Studiums beschäftigte er sich intensiv mit Pantomime und Clownerie. Von 1982 bis 1984 arbeitete er als Architekt in Pjatigorsk, bevor er nach Chișinău zog, wo er gleichzeitig Pantomimentheater und -studios gründete.

Karriere Unter der Leitung von Wjatscheslaw Polunin trat Delijew 1984 dem Ensemble Lycedy des Leningrader Theaters bei. Im selben Jahr wurde er in die Pantomimen- und Clown-Gruppe Maski des Philharmonischen Theaters Odessa aufgenommen. Bis heute ist er als künstlerischer Leiter, Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor für die unabhängige Theatergruppe Maski tätig. Von 1986 bis 1989 studierte er an der Fakultät für Regie des Staatlichen Instituts für Theaterkunst.

Neben seiner langjährigen Mitwirkung bei der Comedy-Truppe und gleichnamiger Serie Maski-Show, wirkte Delijew sowohl als Regisseur als auch in Spielfilmen. Bei dem Storzhary-Filmfestival 2005 wurde Delijew für seine Hauptrolle in Kira Muratowas Art-House-Komödie Настройщик (Nastrojuwatsch – russisch: Der Stimmer) als bester männlicher Darsteller ausgezeichnet.

Delijew wurde 2002 als Repräsentant der Kulturkommission im Stadtrat Odessas gewählt. Sowohl Solo als auch in der Band Master Class, veröffentlichte Delijew mehrere Alben zwischen 2002 und 2008.

Kontroversen Ukrainophobie Delijew wurde 2002 zum Abgeordneten des Stadtrats von Odessa gewählt. Er zeigte sowohl während als auch nach der Orangenen Revolution eine unerschütterliche Ablehnung ihrer Prinzipien, aus der sich eine ebenso unerschütterliche Ukrainophobie entwickelte. Im Jahr 2006 erschienen der Song und der Videoclip Рідна мова (Ridna mowa, ukrainisch: Muttersprache), die im Internet große Popularität erlangten. In dem Video versucht er, auf Russisch zu singen, wird jedoch wiederholt von zwei stämmigen Männern mit dunklen Sonnenbrillen unterbrochen, die das „repressive orangefarbene Regime“ der Ukraine symbolisieren und darauf bestehen, dass er auf Ukrainisch singt.

Das Musikvideo stieß auf starke Kritik. Deliejew setzte dem entgegen, dass es sich bei dem Video lediglich um eine Rohfassung handele, die im Fernsehen ausgestrahlt worden sei und verteidigte sich später mit dem Hinweis, das Video sei dem „künstlichen Trend der Spaltung der Gesellschaft in Sprachfragen“ gewidmet. Anschließend führte die amerikanische Zeitschrift The Ukrainian Weekly ihn als einen der zehn größten Xenophoben des Jahres 2011 auf.

Delijew unterstützte das Scheinreferendum Russlands in einem Interview von 2014, nach der Annexion der Krim und dem Beginn des russisch-ukrainischen Krieges. Seiner Meinung nach habe Russland die Krim „vielleicht zu Recht annektiert“. Der Konflikt sei „durch den mutlosen Wunsch des Westens nach einem Zerfall Russlands und der Ukraine ausgelöst worden“. Später erklärte er, die Krim sei Russland nur „friedlich“ gegen Geld übergeben worden, obwohl er persönlich dagegen gewesen sei. Politisch äußerte er sich zurückhaltend, da er der Ansicht war, „ein Künstler sollte neutral sein, universelle Werte vertreten und nicht zu Aggressionen anstiften“. Damals glaubte er, der Konflikt könne nur von der russisch-orthodoxen Kirche beendet werden. In einem Interview von 2021 betonte er, er betrachte die Ukraine nicht als souveränen Staat.

Seit dem Beginn des russisch-ukrainischen Krieges 2022 äußert sich Delijew nicht mehr öffentlich zur Debatte. Laut eigenen Angaben ließ er sich mit seiner Familie in Paris nieder.

Filmographie JahrTitelRolle19917 dney s russkoy krasavitseyFurichRegisseur2004Zwölf StühleOstap Bender2004The TunerAndrey1991–2006Maski ShowEr SelbstRegisseur2008An Awesome TaleMinister2009MalakholnayaVater Nadi2011ShabbatMark Solomonovich BogoyavlenskiyStimme2017Odesskiy podkidyshArkashaRegisseur2018DonbassBatyana2020Beglyanka 2Nikolay Trenyov2020CossacksZar2022Liubov i bloheryAgro Baron2023Krai rikyEr Selbst

Auszeichnungen Volkskünstler der Ukraine (2009) Ehrenmitglied der Volkskünstler der Ukraine (2002) Mitglied der Theaterdarsteller Ukraine (2005) Mitglied der Filmemacher Ukraine Gewinner „Bester Darsteller“ Stozhary Film Festival (2005)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Volkskünstler der Ukraine Kategorie:Person (Cherson) Kategorie:Architekt (Ukraine) Kategorie:Ukrainer Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1960 Kategorie:Mann