mini|Otto Hummel Otto Hummel (* 30. August 1890 in Wilhelmsdorf; † 24. März 1969 in der DDR) war ein deutscher Maschinenschlosser, Gewerkschafter und Kommunist. Er lebte über längere Zeit in den USA und in Südamerika und engagierte sich insbesondere in der internationalen Arbeiterbewegung. Während des Spanischen Bürgerkriegs kämpfte er auf Seiten der Spanischen Republik. Nach dem Ende des Bürgerkriegs wurde er in Frankreich interniert und schloss sich später der französischen Widerstandsbewegung an.

Leben Herkunft und Ausbildung Otto Hummel wurde am 30. August 1890 in Wilhelmsdorf in Württemberg geboren. Sein Vater Jakob Hummel war Volksschullehrer.

Hummel besuchte zunächst die Volks- und Mittelschule und anschließend eine Gewerbefachschule in Stuttgart. Er erlernte den Beruf des Maschinenschlossers.

Kaiserliche Marine und USA 1909 trat Hummel in die Kaiserliche Marine ein. 1912 arbeitete er als Seemann. 1913 ging er in die Vereinigten Staaten und arbeitete als Lokschlosser in Pittsburgh.

Während seines Aufenthalts in den USA nahm Hummel am großen Eisenbahnerstreik teil. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs verließ er die Vereinigten Staaten. Nach der Darstellung in seinem späteren Lebenslauf kehrte er als Seemann nach Europa zurück und wurde in England mit dem Ausbruch des Erstens Weltkriegs interniert.

1919 kehrte Hummel nach Deutschland zurück.

Arbeiterbewegung in Deutschland Nach seiner Rückkehr arbeitete Hummel unter anderem als Reparaturschlosser und Chauffeur.

Er war zunächst Mitglied der SPD und schloss sich später der KPD an. Daneben engagierte er sich in der Gewerkschaftsbewegung.

Tätigkeit in Südamerika 1924 ging Hummel nach Südamerika. Er arbeitete zunächst in Chile und Bolivien und anschließend in Argentinien.

In Argentinien wurde Hummel Mitglied der Kommunistischen Partei Argentiniens. Außerdem gehörte er dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold in Buenos Aires und dem Republikanischen Schutzbund an.

Hummel war Mitbegründer einer Gewerkschaft der Erdölarbeiter und gehörte deren Vorstand an. Daneben arbeitete er an den Zeitschriften La Chispa und La Libertad mit.

Verfolgung in Argentinien 1935 wurde Hummel wegen seiner Mitgliedschaft in der illegalen Kommunistischen Partei Argentiniens verhaftet. Ein Gericht verurteilte ihn zu zweieinhalb Jahren Haft. Nach neun Monaten wurde er aus dem Gefängnis entlassen.

Spanischer Bürgerkrieg Nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs schloss sich Hummel 1936 den republikanischen Kräften an.

Nach der Darstellung in seinem Lebenslauf gelangte er über Uruguay und Frankreich nach Spanien. Dort nahm er auf Seiten der Spanischen Republik am Bürgerkrieg teil und wurde einer republikanischen Panzerbrigade zugeteilt.

Nach dem Rückzug der republikanischen Armee nach Frankreich wurde Hummel zunächst im Internierungslager Saint-Cyprien und anschließend im Lager Gurs interniert.

Hummel wird als deutscher Spanienkämpfer in dem biografischen Werk von Werner Abel und Enrico Hilbert über Deutsche an der Seite der Spanischen Republik und der sozialen Revolution aufgeführt.

Flucht und französischer Widerstand 1941 gelang Hummel die Flucht aus dem Internierungslager.

Anschließend schloss er sich der französischen Widerstandsbewegung an. Nach eigenen Angaben war er bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im französischen Widerstand gegen die deutschen Besatzer tätig.

Rückkehr nach Deutschland Im Mai 1945 kehrte Hummel nach Deutschland zurück.

Nach seiner Rückkehr arbeitete er zunächst als Inspektor im Bereich des Interzonenhandels sowie im Bereich Stahl und Eisen. Er trat der SED bei und übernahm verschiedene Funktionen innerhalb der Partei und in der staatlichen Verwaltung.

Hummel besuchte unter anderem die Kreisparteischule, die Polizeischule und die Kreisabendschule. Zeitweise war er im Verwaltungs- und Polizeidienst tätig.

Aufgrund privater, ungenehmigter Reisen nach Frankreich kam es zu Auseinandersetzungen mit der Obrigkeit.

1950 wechselte er auf eigenen Wunsch zum Ministerium für Aufbau der DDR.Oliver Bay: Das Andere Deutschland, Zeitzimmer Verlag, Duisburg, 2026, S. 479f.

Politische Tätigkeit Hummels politischer Lebensweg war eng mit der internationalen Arbeiterbewegung verbunden. Er war zunächst Sozialdemokrat und später Kommunist. Seine politische und gewerkschaftliche Tätigkeit führte ihn von Deutschland über die USA und Südamerika nach Spanien und Frankreich.

Besondere Bedeutung für seine Biografie haben seine Tätigkeit in der argentinischen Arbeiterbewegung, seine Beteiligung am republikanischen Widerstand im Spanischen Bürgerkrieg sowie seine anschließende Tätigkeit im französischen Widerstand.

Erinnerung und Rezeption Seit September 2026 wird in Wilhelmsdorf öffentlich über eine Ehrung Otto Hummels diskutiert. Der frühere SPD-Ortsvereinsvorsitzende und ehemalige Landtagsabgeordnete Jürgen Angelbeck regte an, eine Straße nach Hummel zu benennen. Anlass war die vorherige Berichterstattung der Schwäbischen Zeitung über Hummels Lebensweg. Angelbeck erklärte, ihm gehe es nicht um die Umbenennung bestehender Straßen, sondern darum, Hummel im öffentlichen Raum Wilhelmsdorfs sichtbar zu würdigen und auch an Menschen mit Wurzeln in Wilhelmsdorf zu erinnern, die sich dem Nationalsozialismus entgegengestellten.

Auszeichnungen Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus 1933 bis 1945 Hans-Beimler-Medaille Ernst-Moritz-Arndt-Medaille Ehrennadeln der SED für 40- und 50-jährige Mitgliedschaft

Weblinks

www.schwaebische.de: Wie ein Oberschwabe in Argentinien gegen Nazis kämpfte www.schwaebische.de: Antifaschist soll eigene Straße bekommen

Literatur

Oliver Bay: Das Andere Deutschland. Zeitzimmer Verlag, Duisburg 2026, S. 479–480. Werner Abel, Enrico Hilbert: „Sie werden nicht durchkommen!“ Deutsche an der Seite der Spanischen Republik und der sozialen Revolution. Band 1. Verlag Edition AV, Lich 2015, S. 230.

Quellen

Bundesarchiv, Bestand DY 6/5428, Personalakte Otto Hummel. Lebenslauf Otto Hummels vom 25. November 1951. RGASPI – Moskauer Archiv der Internationalen Brigaden, GASPI, Fond 545, Opis 6, Delo 1477 (545-6-1477).

Einzelnachweise

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