Francesco Raselli (* 28. März 1948 in Poschiavo; † 23. September 1983 in Sarnen) war ein schweizerischer Hornist und Komponist.

Leben Francesco Raselli studierte am Konservatorium von Luzern Orgel und Horn und an der Kirchenmusikschule Luzern Direktion. Seine Lehrer waren u. a. Rudolf Siedler (Orgel) sowie Hermann Baumann (Horn).

Ab 1970 war Raselli dritter und stellvertretender erster Hornist im Orchester der Allgemeinen Musikgesellschaft Luzern (AML; heute Luzerner Sinfonieorchester). Mit diesem Orchester trat er im gleichen Jahr mit Mozarts Konzert für Horn und Orchester in Es-Dur (KV 447) unter der Leitung von Ernst-Hans Beer erstmals als Solist auf. Von 1969 bis 1971 war er als Organist und Leiter des Kirchenchors in Dagmersellen tätig.

Im Sommer 1971 erhielt Francesco Raselli das Lehrdiplom für Horn und im Herbst desselben Jahres erspielte er sich im Rahmen des „Concours international d’exécution musicale“ in Genf eine Auszeichnung. Im Sommer 1972 schloss er die Ausbildung am Konservatorium mit dem Lehrdiplom für Orgel ab.

Im selben Jahr wurde Raselli Solohornist am Radioorchester Stuttgart. Im Jahr 1975 wechselte er als Solohornist ins Radiosinfonieorchester Basel, welche Stellung er bis 1981 innehatte.

Ab 1981 war Raselli als freischaffender Musiker und Komponist tätig. Neben seiner Tätigkeit als Dozent am Konservatorium in Luzern betätigte er sich als Solist und Kammermusiker (u.a. in der von ihm gegründeten „Camerata Luzern“, mit den „Schweizer Bläsersolisten“, mit Robert Zimansky und mit Mario Venzago). Ab diesem Zeitpunkt intensivierte er sein kompositorisches Schaffen.

Werke Francesco Raselli hinterlässt knapp 50 Werke, wovon die meisten für kleine Besetzung. Hervorzuheben sind die im Bereich zwischen sog. E- und U-Musik anzusiedelnden Stücke für sog.  „Nyynermuisig“ (Neunermusik mit Es-Klarinette, B-Klarinette, 2 Trompeten, 2 Hörner in F, 2 Tenorhörner oder Posaunen & Bass), ferner Werke für Blechbläserquartett und -quintett sowie Kompositionen die Klarinette. Im 1974 entstandenen Septett bediente sich Francesco Raselli einer im Vergleich zu seinen anderen Werken eher avantgardistischen musikalischen Sprache. Eine Auswahl:

Solo für A-Klarinette (undatiert) Kadenzen zum 3. Hornkonzert von W.A. Mozart (undatiert). SHIN für 2 Trompeten & 2 Posaunen (1973) Septett für Klarinette, Horn, Fagott, Violine, Viola, Cello & Kontrabass (1974) Intermezzo (Adagio) für Horn & Orgel (1978) Intermezzo per 8 clarinetti (1980)     Quintett für 2 Trompeten, Horn & 2 Posaunen (1982) Tagebuch Februar bis August 1983 für 16 Klarinetten und Kontrabass (1983) Älplerchilbi-Galopp (Nyynermuisig; 1978)   Variationen über das Lied der Guggisberger (Nyynermuisig; 1979) Mazurka (Nyynermuisig; 1980)        

Literatur Josef Gnos, Niccolò Raselli, Peter Bucher (Hrsg.): Francesco Raselli, 1948–1983. [Verein Erinnerung Francesco Raselli], [Sarnen] 2023, ISBN 978-3-033-10003-9 (mit vollständigem Werkverzeichnis).

Weblinks

Romano Cuonz: Francesco Raselli (Neue Obwaldner Zeitung, 12. September 2023), PDF auf sieberspace.ch Francesco Raselli im Entlebucher und Emmentaler Musikarchiv Raselli Francesco auf musinfo.ch

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