mini|hochkant|Wappen derer von Steinhaus im Wappenbuch des Westfälischen Adels Steinhaus (auch Steynhuys o. ä.) ist der Name eines erloschenen ostwestfälischen Adelsgeschlechts.
Geschichte mini|hochkant|Schloss Steinhausen bei Halle, um 1913 mini|hochkant|Schloss Steinhausen in der Sammlung Duncker, zwischen 1857 und 1883 Das Geschlecht war schon 1350 in der Grafschaft Ravensberg und im Onsabrückschen ansässig.Hefner (1866), S. 23. Es hatte seinen Stammsitz bis zuletzt auf Schloss Steinhausen bei Halle (Westfalen) in Nordrhein-Westfalen.Spiessen (1901–1903), S. 121. Daneben saß es schon 1350/1360 zu Winkelsetten im Osnabrückschen, zu Oldendorf bei Halle, zu Wevelingtorp (heute Wüstung) bei Werther und zu Laer. Außerdem besaß die Familie Niedermühlen bei Bielefeld.Ledebur (1856), S. 479.Kneschke (1870), S. 1.
Das Gut Niedermühlen war spätestens ab 1491 bis 1610 in Händen der Familie. 1491 und noch einmal 1504 wurde Sweder Steynhuys, Sohn des Segewin Steinhaus, Amtmann zu Vlotho, mit dem Gut belehnt. Sweder war mit Sophia von Kloster verheiratet, die 1538 als seine Witwe erscheint.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Ostwestfalen-Lippe, L 92 X / Lippische Rentkammer - Schulden, Nr. 349, abgerufen am 21. September 2026. 1527 und noch einmal 1541 wurde Gerhard Steinhaus mit Niedermühlen belehnt. Dieser war 1559 Drost zu Bentheim.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, C 101 / Fürstabtei Herford, Landesarchiv / Akten, Nr. 1506, abgerufen am 21. September 2026. 1535 verkauften die Knappen Friedrich und Sewyn Steynhuys Johann Gerlag, Inhaber des St. Annenaltars in der Gerkammer der Gokirche zu Paderborn, für 110 rheinische Goldgulden eine Rente von 5 ½ Goldgulden aus dem ihnen zugefallenen Erbe in der Herrschaft Ravensberg, Kirchspiel Halle, Bauerschaft Oldendorf und Bokel, nämlich von dem Erbe Gaedeke, der 3 Goldgulden und ein fettes Schwein gibt, von Dangenberg, der 2 Goldgulden und ein fettes Schwein gibt, sowie von Welman, der 2 Goldgulden und ein fettes Schwein gibt.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, B 401u / Fürstbistum Paderborn / Urkunden, Nr. 2315 - c, abgerufen am 21. September 2026.
In dem Urbar der Grafschaft Ravensberg von 1550 werden die folgenden Leibherren mit der jeweiligen Anzahl Höriger aufgelistet:Karl Schreiber: Das Urbar der Grafschaft Ravensberg vom Jahre 1555. In: Einundzwanzigster Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg zu Bielefeld, Bielefeld 1907, S. 14, 16 und 17 (Google Bücher). Amt Sparrenberg Gerhard und Philipp von Steinhaus zu Halle: 3 Familien, 1 Mann Amt Ravensberg Gerhard Steinhaus zu Niedermühlen: 14 Familien Gerhard Steinhaus und seine Brüder: 1 Familie Die von Steinhaus zu Halle: 8 Familien Phillip Steinhaus: 5 Familien Sweder Steinhaus: 6 Familien Amt Vlotho Die von Steinhaus: 1 Mann
In der Belehnung von Niedermühlen folgte 1582 und 1596 Sweder Steinhaus, der ebenfalls Drost des Amts Vlotho und 1593 Gograf zu Bielefeld war. 1609 wurde Sweders Bruder, Gerhard Steinhaus, mit dem Gut Niedermühlen belehnt. Nach dessen Tod 1610 nutzte Anna von Steinhaus, Schwester des Verstorbenen, das Gut. Ein Jahr später (1611) verkaufte sie das Gut Niedermühlen zusammen mit dazugehörigen Lehen, dem Erbe Grotenbutenuten-Haus im Kirchspiel Halle sowie einem Zehnt aus den Erben Grovenhaus zu Isendorf und Pilshaus, beide im Kirchspiel Werther, an Heinrich Ludwig von Hatzfeldt zu Wildenberg.Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, D 605 / Minden-Ravensberg, Regierung, Nr. 372 und Nr. 441, abgerufen am 21. September 2026.
Die Familie erlosch im Mannesstamm mit dem oben bereits erwähnten Tod des Deutschorden-Komturs zu Griefstedt, Gerhard von Steinhaus zu Niedermühlen († 1610). Nach dem Aussterben der männlichen Linie der Familie fiel auch Schloss Steinhausen an die von Hatzfeld.
Wappen Blasonierung: In Silber ein roter Löwenkopf von vorn. Auf dem Helm eine kurze goldene Säule, auf der eine goldene Kugel steht, über welcher eine sieben- oder neunblättrige Schilfstaude hervorwächst.
Abweichend wird auch berichtet, dass es sich bei dem Wappenbild nach dem Epitaph für den Drosten des Amts Vlotho, Bertram von Landsberg, in der St. Stephans-Kirche von Vlotho um einen schwarzen Katzenkopf handelt.
Literatur Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, Band 4. Spaur–Z. Regensburg 1866, S. 23 (Google Bücher). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Friedrich Voigt, Band 9: Steinhaus – Zwierlein. Leipzig 1870, S. 1 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 479 (digitale-sammlungen.de). Max von Spiessen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 121 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 307 (hhu.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht