rahmenlos|rechts|Paramount Skydance Logo rahmenlos|rechts|Warner Bros. Discover Logo Am 27. Februar 2026 gab Paramount Skydance eine Vereinbarung zum Erwerb von Vermögenswerten von Warner Bros. Discovery (WBD) bekannt, wobei die Übernahme des Unternehmens zu einem Preis von 110,9 Milliarden US-Dollar (31 US-Dollar pro Aktie in bar) erfolgen sollte. Vorangegangen war ein Bieterwettbewerb zwischen Paramount Skydance und Netflix, bei dem sich zum Schluss Paramount Skydance durchsetzen konnte.
Hintergrund Der damalige Mutterkonzern AT&T spaltete 2022 das hochverschuldete Medienunternehmen WarnerMedia ab, daraufhin fusionierte WarnerMedia mit dem Medienunternehmen Discovery. Daraus entstand am 8. April 2022 das eigenständige Medienunternehmen Warner Bros. Discovery. Das neue Unternehmen trug eine anfängliche Schuldenlast von über 43 Milliarden US-Dollar. Hinzu kam ein massiver Wertverlust der Aktie, die bis Anfang 2025 mehr als 60 % ihres Wertes verlor. Um die Verschuldung zu reduzieren, leitete Warner Bros. Discovery strikte Sparmaßnahmen ein, darunter Unternehmensumstrukturierungen, umstrittene steuerliche Abschreibungen sowie die Entfernung zahlreicher Filme und Fernsehsendungen aus dem Angebot von HBO Max. Trotz dieser Bemühungen blieben die linearen Kabelsender von Warner Bros. Discovery hinsichtlich der Erträge hinter den profitableren Geschäftsbereichen Streaming und Studios zurück. Im Juni 2025 gab das Unternehmen bekannt, dass Streamingdienst und Studios vom Kabelfernsehen getrennt werden sollen. Zudem wurde bekannt gegeben, dass die ganzen Kabelsender als auch Streamingdienst und Studios in zwei eigene börsennotierte Firmen gespalten werden – WBD Streaming & Studios (Warner Bros.) und WBD Global Networks (Discovery Global). David Ellison, der bereits vorher Paramount Global übernommen hatte, deutete ab September 2025 wiederholt an, das angeschlagene Medienunternehmen komplett übernehmen zu wollen. Schließlich ließ sich Warner Bros. Discover auf mehrere Bieterrunden ein, bei dem neben Paramount Skydance auch Netflix und Comcast mitboten.
Geschichte Am 12. September 2025 wurde berichtet, dass die erst neu fusionierte Paramount Skydance Corporation von David Ellison, mit Hilfe seines Vaters Larry Ellison, Interesse an einem Kauf von Warner Bros. Discovery zeige. Dabei wurde über eine Bar-Offerte spekuliert. Am gleichen Tag wurde berichtet, dass die Paramount Skydance Corporation bereits ein Gebot für Warner Bros. Discovery vorbereite. Warner Bros. Discovery lehnte alle drei Angebote der Paramount Skydance Corporation im Oktober mit der Begründung ab, dass zu wenig pro Aktie geboten worden sei. Im selben Monat wurde bekannt, dass Apple an der Sparte Streaming & Studios interessiert sei. Im November 2025 wurde bekannt, dass zwei neue Bieter – NBCUniversal (mit der Hilfe von Comcast) und Netflix – im Rennen um Teile oder WBD als Ganzes seien und dass die Paramount Skydance Corporation ein viertes Angebot vorbereite. Am 19. November 2025 berichtete Variety, dass Warner Bros. Discovery Angebote von seinen Interessenten bis zum 20. November 2025 vorliegen haben wolle. Eine zweite Bieterrunde endete am 1. Dezember.
Am 5. Dezember 2025 wurde bekannt gegeben, dass Netflix das Studio Warner Bros., den Sender HBO, den Streamingdienst HBO Max, DC-Comics sowie die dazugehörigen Serien- und Filmlizenzen für rund 83 Milliarden US-Dollar übernehmen wollte. Dazu sollten diese Einheiten, wie ursprünglich geplant, vom bisherigen Konzern ausgegliedert werden. Die anderen Einheiten sollten bei Warner Bros. Discovery verbleiben, die sich mit den verbliebenen Einheiten neu positionieren will. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump kündigten verschärfte Überprüfungen an, um zu überprüfen ob Netflix seine ohnehin schon marktbeherrschende Stellung ausnutzen könnte. Auch US-amerikanische Kinobetreiber und Filmschaffende kritisierten einen möglichen Zusammenschluss von Netflix und Warner Bros. Discovery, wegen eines möglichen Verlustes von Arbeitsplätzen in Hollywood und eines Rückgangs der Zahl von Kinostarts von Warner-Bros.-Produktionen.
Trotz der vorläufigen Einigung zwischen dem Management von WBD und Netflix unterbreitete Paramount Skydance am 8. Dezember 2025 den Aktionären ein feindliches Übernahmeangebot mit verbesserten Konditionen mit dem Ziel der kompletten Übernahme von Warner Bros. Discovery, also inklusive der Fernsehsender, für 108,4 Milliarden US-Dollar. Das Management von WBD erklärte, das neue Angebot zu prüfen. Am 17. Dezember empfahl der Vorstand von Warner Bros. Discovery den Aktionären das Angebot abzulehnen, das Angebot von Paramount Skydance sei „illusorisch“. Zudem äußerte der Vorstand Bedenken hinsichtlich der finanziellen Absicherung. Paramount Skydance erneuerte am 22. Dezember 2025 sein Angebot an die Aktionäre und sicherte es mit einer 40,4 Milliarden US-Dollar schweren persönlichen Bürgschaft von Larry Ellison ab. Der Vorstand hielt auch weiterhin das Angebot für unterlegen und empfahl den Aktionären, den Netflix-Deal zu bevorzugen.
Mitte Februar 2026 besserte Paramount Skydance erneut sein Angebot nach und fügte eine Verzögerungsprämie für die Warner Bros Discovery Aktionäre von 25 US-Cent je Aktie und Quartal ab 2027 ein. Zudem kündigte Paramount Skydance an, die 2,8 Milliarden US-Dollar Vertragsstrafe an Netflix zu zahlen, wenn Warner Bros. Discovery anstelle des Netflix-Deals den Paramount-Deal annehmen würde. Am 17. Februar 2026 nahm Warner Bros. Discovery die Verhandlungen mit Paramount Skydance wieder auf. Paramount Skydance sollte sein „bestes und endgültiges Angebot“ präsentieren. Paramount Skydance legte ein Angebot von 31 US-Dollar je Aktie vor und Warner Bros Discovery bezeichnete dies als dem Netflix-Angebot überlegen. Darauf zog Netflix sein Angebot zurück. In der Folge unterzeichnete Warner Bros Discovery die Vereinbarung zum Verkauf an Paramount Skydance. Der Vertrag sieht vor, dass Paramount 110,9 Milliarden US-Dollar (31 US-Dollar pro Aktie in bar) für die Übernahme zahlen muss sowie 2,8 Milliarden US-Dollar als Vertragsstrafe an Netflix zu zahlen sei. Weiterhin sieht der Vertrag eine Verzugsprämie von 25 US-Cent je Aktie und Quartal ab dem 1. Oktober 2026 vor. Der kalifornische Attorney General Rob Bonta kündigte jedoch eine Wettbewerbsprüfung an. Die Writers Guild of America erklärte, der Verlust des Wettbewerbs wäre eine Katastrophe für Autoren, Verbraucher und die gesamte Unterhaltungsindustrie.https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/netflix-warner-paramount-uebernahme-102.html Im April 2026 haben die Aktionäre von Warner Bros. Discovery der Übernahme durch Paramount zugestimmt.
Nachdem die Antitrust Division des Justizministeriums der Vereinigten Staaten bereits am 12. Juni 2026 ihre Freigabe für die Übernahme gegeben hatte, reichten 12 Generalstaatsanwälte, unter der Führung des kalifornischen Generalstaatsanwaltes Rob Bonta, eine Klage beim US-Bezirksgericht Kalifornien ein. Die Generalstaatsanwälte fügen an, dass durch die Übernahme der Wettbewerb stark eingeschränkt würde und Paramount Skydance eine sehr starke Marktmacht bekommen würde. Auch die Writers Guild of America legte Klage gegen die Übernahme ein. Sie sahen eine Gefährdung der Existenzgrundlage der Drehbuchautoren sowie eine Bedrohung für die US-Unterhaltungsindustrie. Daraufhin vereinbarten Warner Bros. Discovery und Paramount eine Fristverlängerung für den Abschluss des Deals bis zum 1. Juni 2027, um mehr Zeit für den Rechtsstreit zu bekommen. Laut Aussage von Paramount Skydance haben bis zum 14. August 2026 die Wettbewerbsbehörden von weltweit 68 Ländern der Übernahme zugestimmt. Dazu gehören unter anderem die Europäische Union, das Vereinigte Königreich, die USA, Australien, Kanada, Brasilien, China, die COMESA-Region sowie Mexiko. In der Europäischen Union wurde die Zustimmung an die Vorgabe geknüpft, dass Paramount Skydance binnen 13 Monate nach Abschhluss der Transaktion sich von seinen Anteilen an dem Filmverleih United International Pictures trennen müsse und darf in den nächsten 10 Jahren keine Ähnliche kooperation mit NBCUniversal eingehen. Am 26. August 2026 wurde bekannt, dass die republikanisch geführten Bundesstaaten Iowa und Montana vor den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten gegen die 12 blockierenden Bundesstaaten ziehen. Begründet wird die Klage damit, dass die blockierenden überwiegend demokratisch geführten 12 Bundesstaaten nicht aus kartellrechtlichen Gründen, sondern aus politischen Gründen den Deal verhindern wollten. Da der Deal zum großen Teil mit Geld von ausländischen Investoren (u. a.: Qatar Investment Authority, Public Investment Fund sowie weiteren Investoren) finanziert wird, musste zusätzlich zum Justizministerium auch die US-Kommunikationsbehörde Federal Communications Commission (FCC) ihr Einverständnis geben. Dabei musste geklärt werden, bis zu welchen Umfang ausländische Investoren an dem Unternehmen beteiligt sein dürfen. Die FCC meldete am 18. September 2026, dass ausländische Investoren zusammen 49,5 % der Aktien halten dürfen, allerdings ohne Stimmrecht. Das Stimmrecht soll zu 100 % bei der Familie Ellison und RedBird Capital verbleiben. Die FCC-Entscheidung ist unabhängig von dem von 12 Bundesstaaten angestrebten Gerichtsverfahren, welches bis zum Juni 2027 verhandelt werden sollte.
Der Generalstaatsanwalt Rob Bonta teilte am 21. September 2026 mit, dass sich die 12 Bundesstaaten mit Paramount Skydance auf einen Vergleich geeinigt hätten. Die Einigung sieht vor, dass mehr Geld in den Standort USA, insbesondere Hollywood, investiert werden soll. In einem Zeitraum von fünf Jahren sollen jährlich mehr als 300 Millionen US-Dollar zusätzlich an US-Beschäftigte ausgezahlt werden. Auch wurde ein neues redaktionelles Aufsichtsgremium vereinbart, welches die Unabhängigkeit der Sender CNN und CBS News sicherstellen soll. Die Zusicherung von 30 Kinofilmen pro Jahr in den ersten beiden Jahren wurde mit konkreten finanziellen Strafen abgesichert. Für jeden Film, den der Konzern unter der Marke bleibt, soll er 30 Millionen Dollar Strafe zahlen. In den darauffolgenden drei Jahren sollen jeweils 32 Filme in Filmtheater kommen. Laut Bloomberg ließ auch die Writers Guild of America die klage fallen, nachdem Paramount Skydance zusagte, 17,5 Millionen US-Dollar in einen Gesundheitsfonds für Autoren einzuzahlen. Das kalifornische Gericht hat dem Vergleich zwischen Paramount Skydance und den 12 Bundesstaaten am 30. September 2026 statt gegeben.
Umstrukturierung Im Rahmen der Übernahme Warner Bros. Discoverys kommt es auch zu personellen sowie konzerninternen Umstrukturierungen. Bereits kurz nach dem Unterzeichnen des Übernahme-Vertrages wurde bekannt, dass die Streamingdienste Paramount+ und HBO Max zusammengelegt werden sollen. Noch vor dem Abschluss der Übernahme tritt bei Paramount Skydance Cindy Holland zum 30. September 2026 zurück. Holland war für das Direct-to-Consumer-Geschäfts verantwortlich, zu dem auch Paramount+ gehört. An ihrer Stelle soll Casey Bloys treten, welcher bei Warner Bros. Discovery seit 25 Jahren an der Spitze von HBO steht. Er wird somit für Paramount+ und HBO Max verantwortlich sein. Von Mattel holt sich Paramount Ynon Kreiz in die Führungsspitze, dieser wird als Co-CEO neben David Ellison das Tagesgeschäft führen. Zu seiner Tätigkeit soll die Organisierung und Überwachung der Umstrukturierungen des Konzerns gehören.
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