Wo die Liebe hinfällt () ist eine US-amerikanische Fernsehserie. Die Anthologieserie wurde von 1969 bis 1974 von Parker-Margolin Productions und Paramount Television für ABC produziert.
Handlung Jede Episode der Serie zeigte zwei bis drei Kurzgeschichten über Liebesbeziehungen, meist mit einem komödiantischen Einschlag. Die Folgen waren in sich abgeschlossen und präsentierten unterschiedliche Figuren, Geschichten und Schauplätze. Häufig traten dieselben Schauspieler in vielen Folgen als Gaststars auf, wobei sie jeweils in anderen Rollen zu sehen waren. Außerdem war ein großes, kunstvoll gestaltetes Messingbett ein wiederkehrendes Requisit vieler Folgen, als Hommage an den Kurzfilm The Bed (1968) von James Broughton.
Die Originalserie war zudem für ihre zehn- bis zwanzigsekündigen „Blackouts“ zwischen den Segmenten bekannt. Diese wurden von einem festen Ensemble gespielt, zu dem der spätere Darsteller aus Detektiv Rockford – Anruf genügt, Stuart Margolin, eine spätere Hauptdarstellerin aus Vegas, Phyllis Davis, und der damals noch junge Charakterdarsteller James Hampton gehörten, der dem damaligen Fernsehpublikum als Private Dobbs aus der Serie F Troop bekannt war. Diese kurzen Clips ermöglichten es, die Folgen der Fernsehserie auf die erforderliche Länge zu strecken, ohne die Hauptsegmente zu verlängern. Sie bestanden meist aus frivolen, mehrdeutigen und burlesken visuellen Manierenkomödien (). Viele davon stammten von Samuro Mitsubi und Tawisaki Kwi: hinter den Pseudonymen verbargen sich Garry Marshall und sein langjähriger Schreibpartner Jerry Belson.
In zahlreichen Folgen waren neben Margolin, Davis und Hampton auch Barbara Minkus, William Callaway, Mary Grover, Tracy Reed, Buzz Cooper und Lynne Marta zu sehen, neben zahlreichen anderen Gastdarstellern.
Hintergrund Die Fernsehserie wurde von Parker-Margolin Productions und Paramount Television in den Paramount Studios in Los Angeles produziert (Außenaufnahmen teilweise in Hollywood und Santa Monica). Der englische Originaltitel Love, American Style wurde lose von den italienischen Filmen Divorce Italian Style (Scheidung auf italienisch, 1961) und Marriage Italian Style (Hochzeit auf italienisch, 1964) abgeleitet.
Charles Fox’ musikalische Untermalung, die Flöten, Harfe und Flügelhorn mit einem frühen Pop-Rhythmus kombinierte, schuf die Atmosphäre, die die Geschichten als vielschichtige romantische Komödie jede Woche miteinander verband. In der ersten Staffel wurde das Titellied von der Familiengruppe The Cowsills gesungen. Ab der zweiten Staffel wurde dasselbe Titellied von den Ron Hicklin Singers eingesungen, Studiomusikern aus Los Angeles, die auch die Gesangsstimmen hinter dem Titellied der Partridge Family waren, das zuvor ebenfalls von den Cowsills gesungen wurde. Zu den Sängern gehörten die Brüder John und Tom Bähler – als Charles Fox Singers geführt. Diese zweite Version des Titellieds blieb für den Rest der Serie sowie für die meisten Wiederholungen erhalten.
Bei vielen Folgen führten die Charles R. Rondeau, Bruce Bilson, Leslie H. Martinson und Gary Nelson Regie. Produzenten der meisten Folgen waren unter anderem Arnold Margolin, Jim Parker, William P. D’Angelo und Gregg Peters.
Einige Segmente der Serie dienten als Pilotfolgen für geplante Fernsehserien. Viele kamen nie über das Pilotstadium hinaus, doch zwei führten zu eigenständigen Serien: Am 11. Februar 1972 zeigte die Serie die animierte Folge Love and the Old-Fashioned Father. Dies wurde zum Pilotfilm für die von Hanna-Barbera produzierte, erstmals syndizierte Zeichentrickserie Wait Till Your Father Gets Home, die im Herbst desselben Jahres startete. Zwei Wochen später, am 25. Februar 1972, wurde die Folge Love and the Television Set ausgestrahlt, eine Geschichte über Richie Cunningham, seine Familie und Freunde. Das Konzept und die Figuren wurden 1974 für die Fernsehserie Happy Days übernommen – die Folge galt rückblickend als faktischer Pilot für die Serie mit Ron Howard, Anson Williams und Marion Ross. Ursprünglich war sie als Pilot für New Family in Town von Garry Marshall produziert worden, das jedoch nicht in Serie ging. Erst später wurde das Konzept nach dem Erfolg von American Graffiti (1973) wieder aufgegriffen. Für die Wiederholung wurde die Folge später in Love and the Happy Days umbenannt. Happy Days wiederum begründete ein umfangreiches Franchise mit zahlreichen Ablegern bis in die 1980er-Jahre.
Wo die Liebe hinfällt war als Anthologieserie flexibel genug, um bereits gescheiterte oder überarbeitete Piloten wiederzuverwenden. Ein Beispiel aus der ersten Staffel war die Folge Love and the Good Deal, das tatsächlich der ursprüngliche, unveröffentlichte Pilot für die Sitcom-Adaption des Neil-Simon-Stücks sowie -Films Barefoot in the Park war, mit einer anderen Besetzung als in der späteren Serie. Wo die Liebe hinfällt zeigte zudem einige der frühen Arbeiten späterer Stars vor der Kamera, darunter Diane Keaton (Folge Love and the Pen Pals), Sally Struthers (Folge Love and the Triangle), Albert Brooks (Folge Love and Operational Model) sowie Harrison Ford (Folge Love and the Former Marriage).
Phyllis Davis, die in den einzigen festen Zwischensegmenten regelmäßig in der Serie zu sehen war, sagte später in einem Interview, sie sei „versehentlich“ für diese Sendung gecastet worden. „Ich ging zu Paramount, um mit jemandem zu Mittag zu essen. […] Sie hatten sich bereits zweihundert Mädchen angeschaut, und ich hatte nicht einmal ein Interview. Ich ging rein und jemand sah mich und sagte: ‚Hast du einen Bikini? Kannst du Zeilen machen?' […] Sie gaben mir ein paar Zeilen, die ich vor den Senderverantwortlichen und den Produzenten machen sollte, und ich habe sie [Anm.: die Rolle] an diesem Tag bekommen. Es war ein Zufall…“
Ausstrahlung Ab dem 29. September 1969 wurden 108 Folgen in fünf Staffeln von Wo die Liebe hinfällt auf dem US-amerikanischen Fernsehsender ABC ausgestrahlt, die 324 Segmente bzw. Kurzgeschichten umfassten. Die Folgen in den Jahren 1969 bis 1970 und erneut von 1971 bis 1974 hatte eine Länge von einer Stunde, die Folgen in den Jahren 1970 und 1971 jeweils eine Länge von 30 Minuten. Während der Fernsehsaison 1971 und 1972 sowie 1972 bis 1973 war die Fernsehserie Teil der Freitagabend-Programmierung von ABC, zu der Formate wie Drei Mädchen und drei Jungen, Die Partridge Familie, Room 222 und Männerwirtschaft gehörten.
Während ihrer ersten vier Jahre auf ABC war Wo die Liebe hinfällt beim Publikum beliebt und erzielte gute Einschaltquoten, auch wenn die Serie nie zu den dreißig bestbewerteten Formaten gehörte. Zu Beginn der Herbstsaison 1973/1974 fielen die Einschaltquoten von Wo die Liebe hinfällt und Room 222 jedoch so stark, dass beide Serien mitten in der Saison abgesetzt wurden. Die Serie endete nach nur 15 Folgen in der fünften Staffel: die letzte Folge wurde am 11. Januar 1974 ausgestrahlt.
Staffel Folgen Erstausstrahlung Letzte Ausstrahlung Nielsen-Rang Bewertung (%) 1 24 29. September 1969 27. März 1970 58 13,2 2 24 25. September 1970 12. März 1971 47 17,2 3 22 17. September 1971 25. Februar 1972 33 19,3 4 23 15. September 1972 9. März 1973 41 18,4 5 15 14. September 1973 11. Januar 1974 75 11,7
Für die spätere Syndikation wurden die Folgen auf jeweils zwei Folgen zu je 25 Minuten von Paramount Television sowie später CBS Paramount gekürzt; dadurch entstanden effektiv neun Staffeln für die Ausstrahlung der Wiederholungen. Syndikation steht in diesem Zusammenhang für die Weiter- bzw. Zweitverwertung bereits produzierter Sendungen, die an verschiedene Sender oder für verschiedene Zielmärkte angepasst und verkauft werden, beispielsweise – wie hier vorliegend – durch Neuschnitt. Am 20. November 2007 veröffentlichte CBS DVD, vertrieben durch Paramount, zwölf Folgen der ersten Staffel in der englischen Sprachversion auf DVD-Video in DVD-Region 1 (Love, American Style: Season One, Volume One). Am 11. März 2008 erschienen dann die zwölf verbleibenden Folgen der ersten Staffel (Love, American Style: Season One, Volume Two). Die Folgen auf DVD hatte wieder ihre ursprüngliche Länge von einer Stunde. In den Jahren 2011 und 2022 strahlte Me-TV (Decades-Kanal) die Serie in den Vereinigten Staaten erneut aus.
Im deutschen Sprachraum wurden ausgewählte Folgen vom 18. August 1973 bis zum 24. November 1973 erstmals im norddeutschen Regionalprogramm der ARD ausgestrahlt. Aufgrund ihrer Natur als Anthologiesendung gab es keine Stammsprecher und keine einheitliche Synchronisation. Über Wiederholungen oder eine Zweitverwertung auf Video, optischen Medien sowie Streaming ist im deutschsprachigen nichts bekannt (Stand: September 2026).
Neuauflage Zehn Jahre nachdem die Originalserie eingestellt worden war, lief eine neue Version unter dem Titel New Love, American Style vom 23. Dezember 1985 bis zum 15. August 1986 im Tagesprogramm von ABC – einschließlich einer aktualisierten Version der Titelmusik gesungen von Lou Rawls. Sie wurde jedoch bereits nach acht Monaten wegen niedriger Einschaltquoten wieder abgesetzt, da die Konkurrenz von The Price Is Right () auf CBS zu stark war. Eine dritte Fassung, unter anderem mit Melissa Joan Hart und Mariska Hargitay, wurde als Pilotfolge für die Fernsehsaison 1998 und 1999 produziert, aber ging nicht in Serie; sie wurde am 20. Februar 1999 auf ABC ausgestrahlt.
Auszeichnungen Die Serie erhielt mehrere Primetime-Emmy-Nominierungen, darunter zwei für die „Beste Comedyserie“ in den Jahren 1969–70 und 1970–71, sowie eine für den Golden Globe.
1970: Nominiert für den Golden Globe in der Kategorie „Best TV Show – Comedy or Musical“ für Stuart Margolin und Julie Newmar 1970: Nominiert für den Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Comedy Series“ für Arnold Margolin, Jim Parker und William P. D'Angelo 1970: Gewinner des Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Achievement in Music, Lyrics and Special Material“ für Arnold Margolin und Charles Fox 1971: Nominiert für den Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Series – Comedy“ für Arnold Margolin, Jim Parker, Bill Idelson, Harvey Miller und William P. D'Angelo 1971: Nominiert für den Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Achievement in Music Composition – For a Series or a Single Program of a Series (First Year of Music’s Use Only)“ für Charles Fox 1972: Nominiert für den Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Achievement in Music Composition – For a Series or a Single Program of a Series“ für Charles Fox 1973: Gewinner des Primetime Emmy in der Kategorie „Outstanding Achievement in Music Composition – For a Series or a Single Program of a Series (First Year of Music’s Use Only)“ für Charles Fox
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Fernsehserie (American Broadcasting Company) Kategorie:Fernsehserie der 1960er Jahre Kategorie:Fernsehserie der 1970er Jahre Kategorie:Anthologie-Fernsehserie