David Ferrer Ern (* 2. April 1982 in Xàbia) ist ein ehemaliger spanischer Tennisspieler.
Ferrer gewann auf der ATP Tour 27 Einzel- und 2 Doppeltitel. Er wurde bekannt als Sandplatzspezialist, es gelangen ihm aber auch auf anderen Belägen gute Resultate. Er gehörte jeweils zur spanischen Davis-Cup-Mannschaft, die 2008, 2009 und 2011 den Titel gewann. Sechsmal stand er im Halbfinale und einmal im Finale eines Grand-Slam-Turniers sowie einmal im Finale des Tennis Masters Cups. Im Juli 2013 erreichte er mit Platz drei seine höchste Platzierung in der Weltrangliste.
Leben Ferrer zog im Alter von 13 Jahren mit seiner Familie von Xàbia nach Gandia und zwei Jahre später nach Barcelona, um dort mit Unterstützung der katalanischen Tennisföderation trainieren zu können. Später verbrachte er neun Monate in der Tennisakademie von Juan Carlos Ferrero, ehe er wieder nach Xàbia zurückkehrte.
Am 28. November 2015 heiratete er seine bisherige Freundin Marta. Das Paar bekam im Mai 2018 ein Kind.
Karriere Bis 2005: Erster Titel und Aufstieg zum Top-20-Spieler Im Jahr 2000 wurde David Ferrer Profi und gewann gleich seine ersten Future-Turniere. Im Jahr darauf sicherte er sich seinen ersten Challenger-Titel. In der Saison 2002 feierte er dann erste Erfolge auf der ATP Tour: in Bukarest konnte er nach einem Sieg über José Acasuso den ersten ATP-Titelgewinn feiern und in Umag ein weiteres Finale erreichen, in dem er sich aber seinem Landsmann Carlos Moyá geschlagen geben musste. Damit stand Ferrer erstmals in den Top 100.
In der Saison 2003 erreichte er im Doppel in Acapulco und im Einzel in Sopot jeweils das Endspiel – beide Male konnte er sich nicht durchsetzen. In Rom überraschte er die Tenniswelt mit einem Sieg über Titelverteidiger und Top-10-Spieler Andre Agassi. 2004 erreichte er in Hamburg erstmals das Viertelfinale eines Masters-Turniers. Ohne weiteren großen Erfolg beendete er die Saison unter den Top 50. 2005 konnte Ferrer sich deutlich steigern: er erreichte zweimal das Halbfinale bei einem Masters-Turnier (Miami und Rom) und stand in Roland Garros erstmals im Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers (Niederlage gegen den späteren Champion Rafael Nadal). Sein einziges Saisonfinale im Einzel verlor Ferrer in seiner Heimatstadt Valencia, wo er sich dem Russen Igor Andrejew geschlagen geben musste. An der Seite von Santiago Ventura gewann er hingegen zwei Titel im Doppel (Viña del Mar und Acapulco) – bis heute seine beiden einzigen. Seine Leistungen spiegelten sich auch im Ranking wider, Ferrer beendete die Saison auf Position 14 und damit erstmals in den Top 20. mini|links|Ferrer 2007 bei den Australian Open
2006–2007: Aufstieg zum Top-10-Spieler Zu Beginn der Saison 2006 zählte Ferrer für die Dauer von fünf Wochen erstmals zu den Top 10, nachdem er bei den Australian Open zum ersten Mal in seiner Karriere das Achtelfinale erreicht hatte. Die Sandplatzsaison verlief mit zwei Viertelfinalteilnahmen in Monte Carlo und Hamburg relativ erfolgreich, obwohl er mit der Drittrundenniederlage gegen Landsmann Rubén Ramírez Hidalgo in Roland Garros nicht an sein Vorjahresergebnis herankam. Im Juli sicherte sich Ferrer nach vier Jahren seinen zweiten ATP-Titel. In Stuttgart rang er José Acasuso in einer Fünfsatzpartie über fünf Stunden nieder. Mit soliden Leistungen – z. B. Einzug ins Achtelfinale von Wimbledon – hielt er seine Weltranglistenposition und beendete die Saison erneut auf Position 14.
Die Saison 2007 eröffnete Ferrer in Auckland mit seinem dritten Titelgewinn, im Finale besiegte er Tommy Robredo. Bei den Australian Open erreichte er wie im Vorjahr das Achtelfinale, wo er sich dem Amerikaner Mardy Fish geschlagen geben musste. Bei den Masters-Turnieren in Indian Wells, Monte Carlo und Hamburg erreichte er jeweils das Viertelfinale. Allerdings haperte es bei den Grand-Slam-Turnieren im Sommer: in Roland Garros wurde er von Fernando Verdasco in der dritten, in Wimbledon von Paul-Henri Mathieu in der zweiten Runde besiegt. Im Juli holte sich Ferrer in Båstad dann seinen zweiten Saisontitel mit einem Finalsieg über Nicolás Almagro. Die nordamerikanische Hartplatzsaison begann vielversprechend, beim Cincinnati Masters erreichte er das Viertelfinale. Noch besser war sein Abschneiden bei den US Open: nach einem Sieg über David Nalbandian besiegte er im Viertelfinale seinen Landsmann Nadal, die Nummer 2 der Welt; in seinem ersten Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier musste er sich allerdings Novak Đoković geschlagen geben. mini|Ferrer bei den Pacific Life Open 2008 In Tokio gewann er mit einem Sieg über Richard Gasquet seinen dritten Saisontitel, beim Paris Masters erreichte er zum ersten Mal das Viertelfinale. Durch seine guten Resultate rückte er im Ranking auf Position 8 vor, damit qualifizierte er sich erstmals für den Tennis Masters Cup. Dort war Ferrer die große Überraschung: mit Siegen über Gasquet, Nadal und Đoković blieb er in der Gruppenphase als einziger Spieler ungeschlagen. Im Halbfinale besiegte er auch noch Andy Roddick, wie zuvor schon alle Gruppengegner, ohne Satzverlust. Im Endspiel fand er allerdings seinen Meister in Titelverteidiger Roger Federer. Am Jahresende stand Ferrer in der Weltrangliste auf Position 5.
2008–2009: Zweifacher Davis-Cup-Sieg Das neue Jahr 2008 begann mit einem ersten Viertelfinaleinzug in Melbourne, wo er dem späteren Champion Novak Đoković unterlag. Die Sandplatzsaison brachte dann den ersten Saisontitel, beim Finalsieg über Almagro triumphierte er erstmals in seiner Heimatstadt Valencia. Das Viertelfinale von Monte Carlo verlor er gegen Rafael Nadal, dem er eine Woche später in Barcelona in seinem zweiten Saisonfinale erneut unterlag. Bei den French Open erreichte er wie 2005 das Viertelfinale, musste aber Lokalmatador Gaël Monfils den Vortritt lassen. Die Rasensaison begann für Ferrer in ’s-Hertogenbosch, wo er sich mit einem Sieg über Marc Gicquel den zweiten Saisontitel und seinen ersten Titel auf Gras sicherte. In Wimbledon musste er sich bereits in der dritten Runde dem Kroaten Mario Ančić geschlagen geben. Bei den US Open setzte es in der dritten Runde eine überraschende Niederlage gegen die Nr. 126 der Welt, Kei Nishikori. Auch bei den weiteren Turnieren war Ferrer nur mäßig erfolgreich, er beendete das Jahr auf Position 12. Mit Spanien gewann er mit einem 3:1-Finalsieg über Argentinien Ende der Saison den Davis Cup.
mini|Ferrer bei den French Open 2009 Die Saison 2009 lief für Ferrer durchwachsen. Bei den Grand-Slam-Turnieren kam er nie über die dritte Runde hinaus, in Flushing Meadows scheiterte er sogar in Runde zwei. Erstmals seit der Saison 2005 gewann er kein ATP-Turnier. Bei den Turnieren in Dubai und Barcelona zog er jeweils ins Endspiel ein, musste sich aber Đoković bzw. Nadal geschlagen geben. Unbestrittene Erfolge dieser Saison waren seine Auftritte im Davis Cup. Im Finale gegen Tschechien gewann er seine Partien allesamt und trug so entscheidend zur erfolgreichen Titelverteidigung der spanischen Mannschaft bei.
2010–2011: Drei Masters-Finals, dritter Davis-Cup-Titel Nach einer langen Durststrecke gewann Ferrer zu Beginn der Saison 2010 wieder ein Turnier, das ATP-500-Turnier in Acapulco, wo er im Finale die ehemalige Nummer 1, Juan Carlos Ferrero, schlug. Im weiteren Verlauf der Sandplatzsaison blieb er erfolgreich und erreichte im Mai in Rom zum ersten Mal das Finale bei einem Masters-Turnier, wo er Titelverteidiger Rafael Nadal mit 5:7, 2:6 unterlag. In Roland Garros, wo er als Geheimtipp gehandelt wurde, schied er überraschend früh (dritte Runde) und glatt in drei Sätzen gegen den Österreicher Jürgen Melzer aus. Nach seiner Achtelfinalniederlage in fünf Sätzen gegen Robin Söderling in Wimbledon verlief auch die nordamerikanische Hartplatzsaison kaum besser – bei den US Open scheiterte er ebenfalls im Achtelfinale. Im Herbst erreichte er in Kuala Lumpur das Halbfinale, beim ATP-500-Turnier in Peking kam Ferrer sogar ins Finale, wo er an Đoković scheiterte. Mit den gesammelten Punkte rückte er nach zwei Jahren wieder in die Top 10 vor. Er bestätigte seine gute Form bei dem von ihm mitorganisierten Heimatturnier in Valencia, bei dem er das Finale erreichte, wo er den Lucky Loser Marcel Granollers in zwei Sätzen besiegte – zugleich war dies sein erster Titelgewinn in der Halle. Nach dem BNP Paribas Masters, wo er im Achtelfinale ausschied, stand er in der Weltrangliste unter den besten acht Spielern und war damit für die ATP World Tour Finals qualifiziert. Dort konnte Ferrer aber nicht an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen: er verlor alle Gruppen-Spiele und gewann nicht einen Satz. Dennoch beendete er, zum zweiten Mal nach 2007, das Jahr in den Top 10.
mini|Ferrer in Wimbledon 2011 Ferrer startete in die Saison 2011 mit einem Titelgewinn beim Turnier in Auckland, einem Vorbereitungsturnier für die Australian Open, wo er im Finale David Nalbandian mit 6:3, 6:2 besiegte. Seine gute Form konnte er auch in Melbourne unter Beweis stellen: er zog mit einem Sieg über den Weltranglistenersten Nadal in die Vorschlussrunde ein – sein zweites Grand-Slam-Halbfinale nach den US Open 2007 – musste sich dort aber Andy Murray geschlagen geben. Im Februar verteidigte er seinen Titel in Acapulco mit einem Finalsieg über Nicolás Almagro. Beim darauffolgenden Masters-Turnier in Indian Wells setzte es eine Auftaktniederlage, in Miami erreichte er das Viertelfinale. Die europäische Sandplatzsaison eröffnete Ferrer erfolgreich in Monte Carlo, wo er nach 2010 in Rom sein zweites Finale bei einem Masters-Turnier erreichte. Wie im Vorjahr musste er sich nach einem umkämpften Match seinem Landsmann Nadal geschlagen geben. Eine Woche später in Barcelona trafen die beiden im Finale erneut aufeinander, auch diesmal verlor Ferrer in zwei Sätzen. Bei den French Open zog er, nachdem er zuvor Jarkko Nieminen, Julien Benneteau und Serhij Stachowskyj jeweils in drei Sätzen besiegt hatte, ins Achtelfinale ein, wo er nach über vier Stunden mit 4:6, 6:2, 5:7, 6:1, 6:8 gegen Gaël Monfils ausschied. In Wimbledon schied er gegen Jo-Wilfried Tsonga ebenfalls im Achtelfinale aus. Im Juli erreichte er in Båstad ein weiteres Finale, das er gegen Lokalmatador Robin Söderling in zwei Sätzen verlor. Wegen einer Handgelenksverletzung musste er den Großteil der nordamerikanischen Hartplatzsaison auslassen, er konnte erst in Cincinnati wieder eingreifen. Bei den US Open scheiterte er wie bei den Majors zuvor im Achtelfinale, als er Andy Roddick in vier Sätzen unterlag. In Asien war Ferrer wieder erfolgreicher, in Tokio drang er ins Halbfinale vor, in Shanghai erreichte er zum dritten Mal in seiner Karriere das Finale eines Masters-Turniers, musste sich aber erneut Andy Murray geschlagen geben. Sein Punktekonto war jedoch ausreichend, um sich zum dritten Mal für die ATP World Tour Finals zu qualifizieren. In Valencia scheiterte er als Titelverteidiger im Halbfinale an Juan Mónaco und in Paris im Viertelfinale überraschend an John Isner. Bei den Tour Finals in London qualifizierte er sich mit Siegen über Murray und den Weltranglistenersten Novak Đoković, den er erstmals auf Hartplatz besiegen konnte, für das Halbfinale. Damit überstand er bei der Jahresabschlussveranstaltung zum zweien Mal die Gruppenphase, ehe er sich dem späteren Sieger Federer geschlagen geben musste. Saisonabschluss bildete der Sieg beim Davis-Cup-Finale: Ferrer konnte die argentinische Nummer eins, Juan Martín del Potro, in fünf Sätzen niederringen und so entscheidend zum 3:1-Erfolg beitragen. Damit gehörte er bereits zum dritten Mal nach 2008 und 2009 der siegreichen spanischen Mannschaft an. Ferrer beendete die Saison wie 2007 auf Position fünf und damit zum dritten Mal in den Top 10.
2012: Sieben Titel in einer Saison mini|David Ferrer bei den US Open 2012