Fritz Budde (* 21. Juli 1884 in Köln, † 26. Juli 1955 in Billerbeck) war ein deutscher Sprecherzieher und Theaterleiter.

Leben Fritz Budde wurde 1884 als Sohn des Oberpostsekretärs Friedrich Budde (1847–1919) und dessen Ehefrau Gertrud Budde geb. Tems (1847–1915) in Köln geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und dem Abitur an einem humanistischen Gymnasium 1903 in Köln studierte er Germanistik, Philosophie und Geschichte in Freiburg i. Br., München, Paris, Bonn und Berlin. Im August 1909 promovierte er bei Erich Schmidt (Literaturwissenschaftler) in Berlin. Ab 1909 war er Theaterkritiker für die Kölnische Volkszeitung. 1910 wurde er Dramaturg und Regieassistent am Berliner Lustspielhaus unter Martin Zickel. In Berlin kam er mit zahlreichen Persönlichkeiten des Theaters in Kontakt, so auch mit Max Reinhardt. Im Ersten Weltkrieg war Budde Soldat, zuletzt als Leutnant. Er kam in Kriegsgefangenschaft in Oswestry. Dort leitete er ein Theater im Offiziersgefangenenlager.

Nach seiner Rückkehr setzte er sein Studium bei Erich Drach in Berlin fort. 1920 erhielt er einen Lehrauftrag für Vortragskunst an der Universität Marburg. Zugleich war er Spielleiter bei der Zentralstelle des Bühnenvolksbundes in Frankfurt/M. 1921 inszenierte er die schlesischen Lutherfestspiele in Breslau. 1923 erhielt er eine Anstellung als Lektor für Sprechkunde, Vortragskunst und Theaterkunde an der Universität Marburg. 1926/27 verantwortete er die Planung und Inszenierung eines Reformationsfestspieles vor der Marienkirche in Marburg anlässlich der 400-Jahr-Feier der Universität Marburg. Ab 1928 bis 1939 hatte er die Leitung der Marburger Festspiele inne, die jeweils im Sommer stattfanden.

1937 trat Budde in die NSDAP ein. Von Juni 1941 bis 1943 leistete er Kriegsdienst in der Wehrmacht. Er wurde bei der Abwehrstelle des stellv. Generalkommandos in Kassel eingesetzt. Am 20. Dezember 1943 wurde er wegen „Dienstbeschädigung“ aus dem Militärdienst entlassen. Am 1. September 1945 wurde er von der amerikanischen Militärregierung verhaftet. Mit Wirkung vom 15. November 1945 verlor er seine Stelle an der Universität Marburg. 1945/46 wurde er von der Militärregierung interniert. Er wurde vom Dienst an der Universität Marburg suspendiert und erhielt auch keine Theaterlizenz. 1949 wurde er wieder Lektor für Sprecherziehung an der Universität Marburg. Diese Position hatte er bis zu seiner Pensionierung 1952 inne.

Zwischen 1949 und 1955 führte er einen Prozess mit der Stadt Marburg um die Festspiele, den er schließlich verlor. Es ging um die Frage, ob durch die Weiterführung der Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Schlosspark-Theater urheberrechtliche Tatbestände berührt wurden.

Fritz Budde starb kurz nach seinem 71. Geburtstag im westfälischen Billerbeck. Er war seit 1917 mit Maria Josefine Budde geb. Schwering (1888–1971) verheiratet. Aus der Ehe entstanden vier Kinder.

Veröffentlichungen (Auswahl)

(zus. mit Walter Riezler und Julius Petersen (Literaturwissenschaftler)) Lessings Werke, Auswahl in 6 Teilen, Berlin 1908ff. Wieland und Bodmer, Diss., Berlin 1909. Der Oberhof. Die Geschichte eines westfälischen Hofes, Dortmund 1922. Marburg, München 1927. Marburger Festspiele 1930, Marburg 1930. Faust I und die Bühne der Marburger Festspiele, Berlin 1933.

Literatur Nele Cent: Die Marburger Festspiele im Spiegel des Nachlasses von Fritz Budde, Magisterarbeit 2004. Christa M. Heilmann: Annotationen zur Geschichte der Sprechwissenschaft in Marburg.

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