Drynki () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zur Gmina Małdyty im Powiat Ostródzki.

Geographische Lage Drynki liegt am Nordufer des Jezioro Pozorty () im Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 17 Kilometer westlich der Stadt Morąg bzw. 25 Kilometer nordwestlich der Kreismetropole Ostróda.

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung des kleinen Ritterguts Drenken erfolgte im Jahre 1304.Dietrich Lange: Drenken, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) Damals verlieh der Landmeister von Preußen Konrad Sack den Gebrüdern Toledrao, Dingete und Tidde einen Teil des Feldes Drenken sowie eine Wiese im Feld Mulgeyne im Tausch für das Feld Woyseten.Informationszentrum Ostpreußen: Drynki – Drenken

Im 17. Jahrhundert war der königlich schwedische, kursächsische und kurbrandenburgische General, Geheimer Kriegsrat und Kammerherr Christoph von Houwald, Herr der Standesherrschaft Straupitz und auch Herr auf Maldeuten und Posorten, Besitzer auf Drenken.

Im Jahre 1785 wurde Drenken mit fünf Feuerstellen erwähnt, im Jahre 1820 mit sechs Feuerstellen bei 49 Einwohnern.Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Drenken Der Engländer Percy Marshall erwarb 1863 das Gut Drenken mit einer Größe von etwa 230 Hektar. Er erbaute 1870 hier ein Landhaus.

Als 1874 der Amtsbezirk Terpen im ostpreußischen Kreis Mohrungen, Regierungsbezirk Königsberg, errichtet wurde, gehörte der Gutsbezirk Drenken von Anfang an dazu.Rolf Jehke: Amtsbezirk Terpen Die Zahl seiner Einwohner betrug im Jahre 1885 56, und belief sich im Jahre 1910 auf 80.

Von der Familie Marshall kaufte Otto Jahr im Jahre 1927 das Gut Drenken. Er war bereits Besitzer auf Gut (Groß) Falkenau im Kreis Rosenberg in Westpreußen.

Am 30. September 1928 gab der Gutsbezirk Drenken seine Eigenständigkeit auf. Er schloss sich mit den Gutsbezirken Posorten und Terpen zur neuen Landgemeinde Terpen zusammen.

Gutsbesitzer Otto Jahr war ein guter und sozialer Landwirt. Er steigerte die Leistungsfähigkeit des Betriebes durch Melioration, Technik und glückliche Zuchtarbeit erheblich. Im Jahre 1938 ließ er das Gutshaus von 1870 durch ein neues Gebäude ersetzen. Dieses Jahr war auch sein Todesjahr. Er wurde auf dem Familienfriedhof beigesetzt. Den Betrieb führte seine Witwe Gertrud mit Hilfe des Inspektors Rohfleich bis 1945 weiter. Beim Einmarsch der Roten Armee am 22. Januar 1945 wurden beide erschossen. Die drei Kinder konnten dem Inferno entkommen.

Im Jahre 1945 wurde in Kriegsfolge das gesamte südliche Ostpreußen an Polen abgetreten. Drenken erhielt die polnische Namensform „Drynki“ und ist heute eine Ortschaft im Verbund der Gmina Małdyty im Powiat Ostródzki, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2021 waren in Drynki 59 Einwohner gemeldet.

Gutshaus Drenken Dass zweigeschossige Herrenhaus mit quadratischem Grundriss wurde 1938 auf einer Anhöhe oberhalb des Jezioro Pozorty errichtet – mit hübschem Blick auf den See.Polskie Zabytki: Drynki (polnisch)Drenken (Drynki), in: Gutshäuser und Schlösser im ehemaligen Ostpreußen. Ermland-Masuren Es handelt sich um roten Backsteinbau mit einem dreistöckigen Turm nahe des Haupteingangs an einer Vorhalle. Der Sockel besteht aus Klinker- und Natursteinen. Ein verglaster Holzvorbau an der Seeseite ist nicht mehr vorhanden.

Das Gutshaus ist von mächtigen und beeindruckend großen Bäumen des einstigen Landschaftsparks aus dem 19. Jahrhundert umgeben. Der Familienfriedhof ist noch vorhanden. Auf dem Gelände wurden zahlreiche Ferienhäuser errichtet. Das Haus und sein Gelände befinden sich jetzt in Privatbesitz.

Religion Bis 1945 war Drenken in die evangelische Kirche Groß Arnsdorf in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingepfarrt,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 467 außerdem in die römisch-katholische Kirche St. Joseph in der Kreisstadt Mohrungen.

Heute gehört Drynki evangelischerseits zur Kirchengemeinde in Morąg, einer Filialgemeinde von Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen bzw. katholischerseits zur Pfarrei in Małdyty mit der Filialkapelle in Zajezierze, zugehörig zum Dekanat Morąg im Bistum Elbląg.

Verkehr Drynki liegt an der polnischen Woiwodschaftsstraße 519 (einstige deutsche Reichsstraße 126), die die Städte Morąg und Zalewo mit Stary Dzierzgoń verbindet. Eine vom Nachbarort Pozorty kommende Straße endet in Drynki.

Die nächste Bahnstation ist Małdyty. Sie liegt an der Bahnstrecke Olsztyn–Bogaczewo ().

Weblinks Bildarchiv Ostpreußen: Slideshow Drenken/Drynki

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1304 Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Małdyty