Hypnagoge Halluzinationen sind Sinnestäuschungen, die beim Einschlafen auftreten. Sie gehören zur Schlafmedizin und können gelegentlichmsdmanuals.com auch bei Gesunden vorkommen.Uwe Henrik Peters: Lexikon Psychiatrie. 7. Auflage. Elsevier, München 2017, ISBN 978-3-437-15063-0, S. 274. Das Gegenteil sind seltenere hypnopompe Halluzinationen, die beim Aufwachen erlebt werden.

Beschreibung Einschlaf-Halluzinationen treten im Prädormitium, einem auf den Schlaf hinführenden Zustand des Halbschlafes, auf. Hypnopompe Halluzinationen treten beim Erwachen (Postdormitium) auf.Uwe Henrik Peters: Lexikon Psychiatrie. 7. Auflage. Elsevier, München 2017, ISBN 978-3-437-15063-0, S. 275. Sie können einfach (z. B. Lichtblitze) oder komplex sein. Es handelt sich um optische (z. B. eine fremde Person im Schlafzimmer), seltener akustische oder taktile Halluzinationen. Sie werden als sehr lebhaft und wirklichkeitsnah beschrieben, mit einer intensiven Erlebnisqualität und häufig mit Angst verknüpft.Thomas C. Wetter et al.: Schlafmedizin. 1. Auflage. Elsevier, München 2019, ISBN 978-3-437-21021-1, S. 93.Ludger Tebartz von Elst et al.: Psychiatrie und Psychotherapie. 7. Auflage. Elsevier, München 2024, ISBN 978-3-437-22487-4, S. 950. Meist sind sie negativ getönt und die reale Umgebung wird einbezogen.Thomas C. Wetter et al.: Schlafmedizin. 1. Auflage. Elsevier, München 2019, ISBN 978-3-437-21021-1, S. 14.Boris A. Stuck et al.: Praxis der Schlafmedizin : interdisziplinäre Diagnostik und Therapie bei Erwachsenen und Kindern. 4. Auflage. Springer, Berlin 2025, ISBN 978-3-662-70030-3, S. 265. Auch bei stark herabgesetzter Aufmerksamkeit und Müdigkeit können sie vorkommen.Christian Scharfetter: Allgemeine Psychopathologie. 8. Auflage. Thieme, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-13-243843-9, S. 236.

Fast immer handelt es sich um Pseudohalluzinationen, bei denen also die Betroffenen den fehlenden Realitätsgehalt der Trugerscheinungen bei späterem vollen Bewusstsein klar erkennen können. Oft bestehen zusätzlich Schlaflähmungen.

Vorkommen (Epidemiologie) 30–60 % der Narkolepsie-Patienten (vor allen Typ 1) leiden unter hypnagogen Halluzinationen.

Diagnostik Das Symptom wird in der psychiatrischen Untersuchung, im Gespräch zwischen Arzt und Patient, diagnostiziert. Es wird nicht immer ohne weiteres spontan (ohne Fragen) vom Patienten berichtet, da das Auftreten von Halluzinationen vom Patienten als schamhaft erlebt und dann verschwiegen werden kann.

Weitere Diagnostik empfiehlt sich bei Leidensdruck durch das Symptom und/oder weiteren assoziierten Symptomen.

Abgrenzung (Differentialdiagnose) Eine psychotische Erkrankung liegt im Regelfall nicht vor. Vor einer Einstufung der Erscheinungen als physiologisch, also nicht krankhaft müssen Narkolepsie, Lewy-Body-Demenz, Charles-Bonnet-Syndrom, Epilepsie, dopaminerge Behandlung der Parkinson-Krankheit ausgeschlossen werden.

Behandlung (Therapie) Vor allem im Rahmen von Narkolepsie auftretende hypnagoge Halluzinationen lassen sich durch REM-Schlaf-unterdrückende Antidepressiva (Clomipramin, Fluoxetin, Imipramin, Paroxetin, Reboxetin, Tranylcypromin, Venlafaxin) günstig beeinflussen.Matthias J. Müller, Francesca Regen (Hrsg.): Benkert/Hippius Kompendium der Psychiatrischen Pharmakotherapie. 15. Auflage. Springer, Berlin 2026, ISBN 978-3-662-72451-4, S. 580. Isolierte (ohne weitere Symptome bestehende) schlafbezogene Halluzinationen bei Gesunden benötigen in erster Linie Aufklärung über die Gutartigkeit der Erscheinungen.Andreas Hufschmidt et al.: Neurologie compact. 9. Auflage. Thieme, Stuttgart / New York 2022, ISBN 978-3-13-243035-8, S. 400.

Siehe auch

Einschlafmyoklonie: vereinzelte harmlose Zuckungen beim Einschlafen Hypnagogie: Phase des Einschlafens

Einzelnachweise Kategorie:Schlafmedizin