Karl Georg Pauligk (* 6. September 1904 in Kirchhain N.L.; † 13. Dezember 1966) war ein deutscher Politiker (SED). Er war Hauptabteilungsleiter und Stellvertreter des Ministers im Ministerium der Finanzen der DDR.
Leben Er wurde als Sohn des Gerbers und späteren Konsum-Geschäftsführers Friedrich Pauligk geboren. Der Vater war Mitglied der SPD, später der USPD und KPD. Nach der Volksschule besuchte er für eineinhalb Jahre eine höhere Handelsschule und erlangte nach einem Jahr Vorbereitungsanstalt die Obersekundareife.
Er machte von 1919 bis 1922 eine Lehre als kaufmännischer Angestellter in der Groß-Einkaufsgesellschaft Deutscher Consumvereine (GEG) und arbeitete dort anschließend bis 1923 als Lagerbuchhalter. Von 1923 bis 1925 war er Expedient und Buchhalter beim Verlag der Jugendinternationale. Im Jahr 1925 trat er der KPD bei und war bis 1927 Sekretär der Internationalen Arbeiterhilfe Berlin. 1927 wurde er stellvertretender Verlagsleiter und Vertriebsleiter beim Verlag der Arbeiter-Illustrierten-Zeitung (A-I-Z). Im Sommer 1930 kehrte er als stellvertretender Verlagsleiter zum Verlag der Jugendinternationalen zurück und arbeitete dort bis 1933. In dieser Funktion wurde er im April 1932 in Moskau zur Agitpropabteilung der Kommunistischen Jugendinternationale (KJI) entsandt.
Nachdem er kurzzeitig im Tribunal-Verlag der Roten Hilfe gearbeitet hatte, wurde er am 8. März 1933 verhaftet und war im Gefängnis Lehrter Straße, in Plötzensee und im Konzentrationslager Sonnenburg inhaftiert und wurde Ende September entlassen. Nach der Entlassung war er bei der Norddeutschen Buchdruck- und Verlagsanstalt und beim Kaufhaus Jonaß in Berlin beschäftigt. Von 1942 bis 1945 war er Bilanzbuchhalter bei der Offizier-Kleiderkasse der Kriegsmarine in Kiel. Während der NS-Zeit war er Mitglied der Deutschen Arbeitsfront (DAF) und von 1939 bis 1941 zudem Unteroffizier beim Baubataillon und 1944 im Volkssturm (ohne Einsatz).
1945 wurde er über Vermittlung von Otto Winzer Hauptreferent für Volksbildung beim Magistrat von Berlin und 1947 nach dem Besuch einer SED-Kreisparteischule Stadtrat für Volksbildung in Brandenburg an der Havel. Mit Gründung der DDR wurde er Leiter der Hauptabteilung Staatshaushalt im Ministerium der Finanzen. 1958 wurde er als Stellvertreter des Ministers der Finanzen der DDR, Willy Rumpf, und bekleidete dieses Amt bis 1963. Darauf folgte ein Einsatz als Sektorenleiter im Finanzökonomischen Institut beim Ministerium der Finanzen. Nach langer Krankheit verstarb er 1966 und wurde mit zwei Nachrufen im Neuen Deutschland gewürdigt.
Er war seit 1946 Mitglied der SED, seit 1945 des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB), seit 1947 des Kulturbunds und seit 1949 Kreisvorsitzender der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF).
Literatur
Gabriele Baumgartner, Dieter Hebig (Hrsg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR. 1945–1990. Band 2: Maaßen – Zylla. K. G. Saur, München 1996, ISBN 3-598-11177-0, S. 630. Einzelnachweise
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