mini|hochkant|Wappen derer von Steinbach im Wappenbuch des Westfälischen Adels mini|Torbogen von Burg Steinebach, 2013 mini|Umgebung der Burgruine Steinbach, 2013 Steinebach (auch Steinbach, Steinenbach o. ä.) ist der Name eines erloschenen nassauischen Adelsgeschlechts.
Geschichte Das Geschlecht hatte seinen namensgebenden Stammsitz auf der vor langer Zeit abgegangenen Burg Steinebach in Steinebach an der Wied, heute eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Das Geschlecht, das mit den wappengleichen von Mudersbach stammverwandt war, erscheint ab 1270. Neben Steinebach hatte das Geschlecht auch Burgsitze zu Ellar und Westerburg und stellte Burgmänner zu Hartenfels. Ein Zweig der Familie ließ sich in Koblenz nieder und bekleidete dort das Schöffenamt.Goeckingk (1882), S. 39.
Ritter Dietmar von Steinebach war 1311 mit Adelheid verheiratet.Hessisches Staatsarchiv Wiesbaden, Abt. 74, U 196. Wilhelm von Steinebach (urkundlich 1328–1336), 1328 Knappe, war Vater der Irmgard (Immele) von Steinebach (urkundlich 1347–1381), die mit Johann von Mudersbach (urkundlich ab 1325; † 1357) verheiratet war. Wilhelm von Steinebach (urkundlich 1391–1439; † 1442) verpfändete 1424 einen Anteil am Haus Steinebach seinem Schwiegersohn Johann von Seelbach. Johann (Henne) von Steinebach (urkundlich 1421–1442) heiratete Else.StAK 1 C19. Martha von Steinebach (urkundlich 1423–1434) war Meisterin zu Schönstatt.Gensicke (1955), S. 264–265.
Peter von Steinebach († 1536) war Keller zu Limburg. Er siegelte 1525 mit dem Familienwappen. Sein Sohn Johann von Steinebach erscheint 1536 und dessen Nachkommen im weiteren Verlauf des 16. Jahrhunderts als trierische Beamte in Limburg und Villmar.
Das Geschlecht erlosch mit dem Tod von Joachim von Steinebach gegen Ende des 16. Jahrhunderts.
Stammfolge Folgender Ausschnitt aus der Stammfolge ist überliefert:
Wappen
Das Wappen derer von Steinebach wird in der Literatur unterschiedlich dargestellt und blasoniert: Laut Max von Spiessen ist es in acht Plätzen von Schwarz und Silber geständert. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Helmdecken ein offener Flug, die Flügel tingiert wie der Schild. In Siebmachers Wappenbuch von 1772 wird die Ständerung im Schild mit Kerblinien dargestellt und der Flug auf dem gekrönten Helm abweichend in Schwarz, jeweils belegt mit dem Schild.Siebmacher (1772), Tfl. 344. Hellmuth Gensicke stellt dar, dass die von Steinebach ein schwarzes gezahntes Andreaskreuz in Silber führten. In Siebmachers Wappenbuch von 1882 fehlt die Tingierung, dafür wird in der Mitte des achtmal mit Kerblinien geständerten Schilds zusätzlich eine Rose dargestellt. Als Helmzier der Schild umgeben von Federn (?). Nach Schleicher wiederum zeigt der Schild in Silber ein blaues Andreaskreuz mit erweiterten Enden. Auf dem Helm (mit vermutlich blau-silberden Decken) ein offener Flug, der rechte Flügel blau, der linke silbern.Schleicher (1998), S. 263.
Elemente des Wappens derer von Steinebach wurden von der Gemeinde Steinebach an der Wied in das Ortswappen aufgenommen.
Literatur Hellmuth Gensicke: Die Kirchspiele Rückeroth und Dreifelden. In: Nassauer Annalen, Band 66, 1955, S. 264–265. Hermann von Goeckingk: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 6 (Abgestorbene, erloschene Geschlechter), 7. Abt.: Der abgestorbene Nassauische Adel, Nürnberg 1882, S. 39 (uni-goettingen.de) und Tfl. 64 (uni-goettingen.de). Herbert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 15 (Mappe 1151–1236; Speckhewer – Waldbott von Ulmen) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Nr. 94), Köln 1998, S. 263–265. Johann Siebmacher: Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch, 5. Teil, 9. Ausgabe, Nürnberg 1772, Tfl. 344 (digitale-sammlungen.de). Max von Spiessen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 121 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 305 (hhu.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Adelsgeschlecht (Rheinland-Pfalz)